Werder Bremen gibt Arminia-Trainer Neuhaus Rätsel auf
Die Wundertüte von der Weser

Bielefeld (WB). Was waren das für Europacupnächte: 6:2 gegen Spartak Moskau, 5:0 gegen Dynamo Berlin, 4:0 gegen Olympique Lyon – der SV Werder war berühmt für die „Wunder von der Weser“. Heute sind die Bremer allerdings mehr die Wundertüte von der Weser. Denn in der noch jungen Fußball-Bundesligasaison stellt sich die Frage: Wie gut ist Werder wirklich? Arminia Bielefelds Trainer Uwe Neuhaus versucht darauf eine Antwort zu finden. Am Samstag (15.30 Uhr) ist er mit dem DSC zu Gast im Weserstadion.

Samstag, 03.10.2020, 03:00 Uhr
DSC-Coach Uwe Neuhaus weiß nicht so recht, was er von den ersten beiden Auftritten der Bremer halten soll. Foto: Thomas F. Starke
DSC-Coach Uwe Neuhaus weiß nicht so recht, was er von den ersten beiden Auftritten der Bremer halten soll. Foto: Thomas F. Starke

An den ersten beiden Spieltagen erzielten die Bremer nicht nur zwei ganz unterschiedliche Resultate, sie legten auch völlig unterschiedliche Spielweisen an den Tag. „In der ersten Partie waren sie immer um spielerische Lösungen bemüht. Sie sind von Hertha dann ausgekontert worden“, analysiert Neuhaus. Werder verlor 1:4.

„In der zweiten Partie“, so Neuhaus, „haben sie ihre Spielweise gegen Schalke völlig geändert, haben fast nur lange Balle gespielt, viel Pressing ausgeübt, waren unwahrscheinlich aggressiv und laufstark“. Werder siegte 3:1.

Und nun? „Wir müssen definitiv auf beides vorbereitet sein“, fordert Neuhaus von seinen Profis.

Kritik von Neuhaus

Allerdings wollen sich die Arminen nicht nur nach dem Gegner richten, sondern auch ihr eigenes Spiel durchdrücken. Doch das fällt ihnen nicht mehr ganz so leicht wie noch in der vergangenen Saison. Neuhaus: „In der 2. Liga haben wir über sehr viele Stationen den Ball laufen lassen. Davon sind wir ein kleines Stück entfernt. Ich wünsche mir, dass die Spieler das wieder ein Stückweit mutiger gestalten können“, sagt der Coach und übt auch ein wenig Kritik: „Die Qualität auf dem Weg nach vorne ist mir ein bisschen zu wenig. Der entscheidende Pass ist nicht präzise genug.“

In der Tat traten in den beiden bisherigen Partien in Frankfurt (1:1) und auch gegen Köln (1:0) insbesondere die beiden Angreifer Fabian Klos (mit 21 Treffern Torschützenkönig der Vorsaison) und Sergio Cordova kaum in Erscheinung. Beide mühten sich redlich, in aussichtsreiche Abschlusssituationen kamen sie nicht. Schürt das Ungeduld? „Keiner wird ungeduldig“, sagt Neuhaus. „Es ist normal, sich an die Liga heranzutasten und zu schauen: Können wir den Hurrastil aus der 2. Liga weiter fortführen oder müssen wir ein bisschen vorsichtiger sein.“ Es sei auch der Klasse der Gegner geschuldet, dass sich nicht ständig „sechs oder sieben Spieler mit ins Angriffsspiel einschalten und sich fast alle unsere Feldspieler in der gegnerischen Hälfte versammeln“.

„Das Abenteuer Bundesliga“, sagt Neuhaus „ist viel Kopfsache“. Es brauche Zeit, bis sich die Mannschaft an die neue Umgebung gewöhnt hat. Erfolgserlebnisse helfen, diesen Prozess zu beschleunigen. „Wenn man das einmal auf dem Platz erlebt hat, ist es am wirkungsvollsten“ , sagt Neuhaus mit Blick auf das jüngste 1:0 über die Kölner.

Doch auch wenn die Arminen mit vier Punkten aus zwei Spielen richtig gut dastehen, „brauchen wir noch ein paar Wochen und Spiele, um irgendwann sagen zu können: Wir sind angekommen.“

Testspiel in Bochum

Nach der Partie bei den extrem heimschwachen Bremern (nur ein Sieg aus den letzten 16 Bundesligaspielen im Weserstadion) folgt die erste Länderspielpause. Diese überbrückt der DSC mit einer Testpartie beim Zweitligisten VfL Bochum (9. Oktober, 15.30 Uhr), zu der keine Zuschauer zugelassen sind. Acht Tage später steigt in der Schüco-Arena dann das Bundesligaspiel gegen die Bayern. Ob auch dann – genau wie schon an diesem Samstag in Bremen – keine Zuschauer zugelassen sein werden, hängt von den Infektionszahlen in Bielefeld ab.

So könnten sie spielen

Bremen: Pavlenka - Veljkovic, Erras, Friedl - Gebre Selassie, M. Eggestein, Augustinsson - Bittencourt, Klaassen - Füllkrug, Sargent

Bielefeld: Ortega Moreno - Brunner, Pieper, van der Hoorn, Lucoqui - Prietl - Doan, Hartel - Soukou, Klos, Cordova

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