Ex-Armine noch nah dran – bei Bayern fünf Jahre mit Müller gespielt
Schütz glaubt an „seine“ Jungs

Bielefeld (WB). Fünf Jahre beim FC Bayern München, neun Jahre bei Arminia Bielefeld: Diese beiden Vereine, die an diesem Samstag (18.30 Uhr) in der Schüco-Arena aufeinander treffen, haben Tom Schütz (32) geprägt wie sonst keine. Kein Wunder, dass er der Partie besonders entgegen fiebert.

Donnerstag, 15.10.2020, 03:00 Uhr
Gegen Heidenheim am 28. Juni bekam Tom Schütz sein Abschiedsspiel beim DSC. Sein Vertrag wurde nicht verlängert. Foto: Thomas F. Starke
Gegen Heidenheim am 28. Juni bekam Tom Schütz sein Abschiedsspiel beim DSC. Sein Vertrag wurde nicht verlängert. Foto: Thomas F. Starke

Sein Vertrag beim DSC lief am 30. Juni aus und wurde nicht verlängert, Schütz meldete sich arbeitslos. Ganz abgehakt hat er eine Fortsetzung seiner Fußballerkarriere noch nicht, doch je länger er sich im Wartestand befindet, desto realistischer wird das Szenario. „Es passiert einiges im Hintergrund, aber es ist noch zu früh, darüber zu reden“, sagt der Mittelfeldspieler im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. In den vergangenen Wochen habe er viele Gespräche geführt, wie das Leben außerhalb des Fußballplatzes aussehen könnte. Eine Funktion bei Arminia ist möglich. Dass er als routinierter Neuzugang beim Drittliga-Aufsteiger SC Verl ein Thema war, dementiert er nicht. „Es gab viele Gesprächspartner“, sagt er nur. Ein Wechsel kam aber nicht zustande.

Langweilig, das betont Schütz, sei ihm aber keineswegs. Er hält sich weiterhin fit, er hat zwei kleine Kinder mit seiner Frau Franziska, er absolviert ein Fernstudium – und er schaut natürlich Fußball. Wenn er über das Arminia-Spiel gegen die Bayern spricht, sagt er „wir“ und „die Jungs“ und meint damit „meine Jungs“. Er ist nicht mehr mittendrin, aber noch sehr nah dran.

Aber nicht nur aus Verbundenheit traut er dem DSC am Samstag gegen den großen FC Bayern etwas zu. „Die Möglichkeit gibt es immer. Natürlich müssen wir uns nichts vormachen: Wir brauchen einen überdurchschnittlich guten Tag, und die Bayern dürfen nicht ihren besten Tag haben. Aber die Jungs haben in den ersten Spielen schon gezeigt, was sie drauf haben, dass sie in der Bundesliga mithalten können.“

Die Münchner hatten viele Spieler bei den Nationalmannschaften, am Donnerstagabend treten sie im Pokal beim Fünftligisten 1. FC Düren an, etwa 44 Stunden später dann in Bielefeld. „Sie werden rotieren, aber dann sind immer noch sehr gute Spieler auf dem Platz. Wir müssen alles tun, dass sie nicht ihre beste Leistung bringen. Der Zeitpunkt könnte aber ein Vorteil für Arminia sein“, orakelt Schütz.

„Ich weiß, dass die Jungs brennen“

Natürlich gehöre auch viel Glück dazu, besonders die Offensivpower der Münchner gelte es irgendwie zu bremsen. „Ich traue den Jungs das aber zu. Und Tego (DSC-Torwart Stefan Ortega Moreno, Anm. der Red.) macht hoffentlich ein sehr gutes Spiel. Es muss sehr viel zusammen kommen. Aber es wäre ein Fehler zu sagen: Bitte schön, hier habt ihr die drei Punkte. Das wird nicht passieren. Ich weiß, dass die Jungs brennen und am liebsten schon jetzt auf den Platz gehen würden“, verrät der gebürtige Unterfranke.

Schütz möchte, wenn es das Infektionsgeschehen zulässt, live dabei sein im Stadion. Dann wird er auf Thomas Müller und David Alaba treffen, mit denen er in der zweiten Mannschaft der Bayern zusammen spielte. Und Hermann Gerland, in der Spielzeit 1999/2000 Coach beim DSC, war damals der Trainer. „Wenn wir uns treffen, quatschen wir über damals“, sagt Schütz über sein Verhältnis zu Weltstar Müller. Für Bayern II absolvierte Schütz 112 Pflichtspiele, für Arminia stand er 268 Mal auf dem Rasen.

Die Vorfreude auf das Duell seiner beiden prägendsten Vereine steigt. „Ich wünsche den Jungs, dass sie ein geiles Spiel machen. Sie sollen mit Lockerheit und Selbstbewusstsein reingehen. Ich bin sehr gespannt“, so Schütz.

Tom Schütz (hintere Reihe, Fünfter von rechts) spielte bei den Bayern in der zweiten Mannschaft unter anderem mit Thomas Müller (vordere Reihe, Dritter von rechts) zusammen. In der Saison 2008/09 waren Gerd Müller und Hermann Gerland (mittlere Reihe links) die Trainer.

Tom Schütz (hintere Reihe, Fünfter von rechts) spielte bei den Bayern in der zweiten Mannschaft unter anderem mit Thomas Müller (vordere Reihe, Dritter von rechts) zusammen. In der Saison 2008/09 waren Gerd Müller und Hermann Gerland (mittlere Reihe links) die Trainer. Foto: imago

 

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