Arminia muss gegen Bayern vor leeren Rängen bestehen
Arabi: „Extremst bitter“

Bielefeld (WB). 14 Jahre und einen Monat ist es her, dass Arminia Bielefeld zuletzt gegen den FC Bayern München gewinnen konnte. Die Ekstase war groß, als Jonas Kamper am 16. September 2006 per Freistoß den 2:1-Siegtreffer für den kleinen DSC gegen den großen FCB erzielte. Der Großteil unter den 26.600 Fans auf der Alm flippte aus vor Freude.

Freitag, 16.10.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 16.10.2020, 09:08 Uhr
Geisterspiel statt volles Haus: Arminia muss ohne Fan-Unterstützung gegen Bayern München antreten. Foto: Thomas F. Starke
Geisterspiel statt volles Haus: Arminia muss ohne Fan-Unterstützung gegen Bayern München antreten. Foto: Thomas F. Starke

An diesem Samstag (18.30 Uhr, Schüco-Arena) unternimmt Arminia einen neuen Versuch, die Sensation zu schaffen. Dieses Mal allerdings ohne die so wichtige Unterstützung der Zuschauer. Weil der Wert der Corona-Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage die erste Warnstufe von 35 pro 100.000 Einwohner am Donnerstag deutlich übertraf (43,7), gab es schlechte Nachrichten von der Stadt. Der Inzidenzwert kann bis Samstag nicht unter die 35er-Marke fallen. „Der DSC Arminia Bielefeld wurde am heutigen Donnerstagmittag darüber informiert, dass das Bundesliga-Heimspiel gegen den FC Bayern München nicht mit einer 20-prozentigen Stadionkapazität stattfinden kann“, teilte der Verein mit. 20 Prozent, das wären immerhin 5460 Fans gewesen. Jetzt ist nur noch die Frage: 300 oder null. Ob zumindest 300 Fans zuschauen dürfen, war bis Donnerstagabend noch nicht klar. Arminia ist weiter im engen Austausch mit der Stadt Bielefeld.

„Extremst bitter“ nannte Arminias Sport-Geschäftsführer Samir Arabi die fehlende Fan-Unterstützung. Und so ganz nachvollziehen kann der 41-Jährige nicht, dass allein der Inzidenzwert ausschlaggebend ist. „Ich bin kein Virologe. Aber alle sprechen über frische Luft. Und wenn wir jetzt verfolgen, wo die meisten Infektionen entstehen und wenn ich jetzt weiterhin mit 50 Leuten im Keller meine Party feiere, dann bringt das natürlich wenig Verständnis, dass man nicht im Fußballstadion – mit Abstand, an der frischen Luft, vielleicht sogar mit Maske – sitzen kann. Mit dieser Zahl muss man sich nochmal genauer auseinander setzen“, forderte Arabi.

„In neun von zehn Spielen keine Chance“

Es sei „für alle Bielefelder, die solchen Spielen jahrelang entgegen gefiebert haben, sehr schade. Und es ist auch schade für die Jungs, die Großes geleistet und sich diese Spiele verdient haben“, ergänzte der Sportchef. Besonders leid tun ihm die Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle, die „Nächte dort verbracht haben, um ein bestmögliches Vergabe-Szenario“ für die 5460 Karten zu erstellen. „Sie haben Herzblut reingesteckt und alles versucht. Da ist nach der Entscheidung schon fast das eine oder andere Tränchen geflossen“, verriet Arabi.

Trainer Uwe Neuhaus fürchtet trotz fehlender Fans zumindest nicht, dass seine Spieler weniger motiviert sein könnten. „Der Gegner heißt Bayern München, da hat man schon in der Vorbereitung das Leuchten in den Augen der Spieler gesehen“, sagte er. Und der 60-Jährige, der als aktiver Fußballer für die SG Wattenscheid ein Kopfballtor gegen die Bayern erzielt hatte, glaubt auch an eine Minimalchance gegen den Champions-League-Sieger: „Wenn man sieht, wie der FC Bayern besetzt ist, hat man in neun von zehn Spielen keine Chance. Aber wir wollen jetzt nicht neun Spiele warten, sondern wir wollen da sein, wenn die Bayern uns unterschätzen oder nicht an ihre 100-prozentige Form herankommen.“

Dass es ein Vorteil für den DSC sein könnte, dass die Bayern am Donnerstagabend noch das Pokalspiel gegen den Oberligisten Düren bestreiten mussten, denkt Neuhaus allerdings nicht: „Kaum einer aus der Münchner Startelf vom Donnerstag wird am Samstag auflaufen.“

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