Arminia-Kapitän Klos fordert mehr Mut – und lobt Kollege Schipplock
Weniger Respekt, bitte

Bielefeld (WB). Das Alter soll nicht nur weise, sondern auch gelassen machen. Also bleibt Fabian Klos (32) in Bezug auf Arminia Bielefelds aktuelle kleine Krise vor dem Bundesligaduell mit Borussia Dortmund (Samstag, 15.30 Uhr, Schüco-Arena) gelassen.

Freitag, 30.10.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 30.10.2020, 07:58 Uhr
„Stand jetzt spüre ich definitiv keine Verunsicherung“, sagt Fabian Klos. Foto: Thomas F. Starke
„Stand jetzt spüre ich definitiv keine Verunsicherung“, sagt Fabian Klos. Foto: Thomas F. Starke

Drei Niederlagen am Stück: Das hat Klos lange nicht mehr bei Arminia erlebt. Nach dem 0:1 in Bremen, dem 1:4 gegen Bayern und dem 1:2 in Wolfsburg sind der Kapitän und der DSC in der harten Realität der 1. Liga angekommen. Doch noch, so Klos, hat diese geballte Anzahl an Nullrunden keinen negativen Effekt auf den Gemütszustand der Arminen: „Stand jetzt spüre ich definitiv keine Verunsicherung. Jeder war sich bewusst, dass so eine Phase kommen kann. Die Phase ist nun relativ früh da. Die Liga gilt zusammen mit England als beste Liga der Welt – das hat sich bestätigt.“

Lösungsansatz Nummer eins für besser Zeiten soll das von den Arminen oft beschworene Motto „Mut“ sein. Denn immer wieder verfällt der Aufsteiger aufgrund der großen Gegnernamen vor allem in der ersten Halbzeit in eine Ehrfurcht, die jeglichen eigenen Spielfluss hemmt. „Wir sprechen es vor dem Spiel immer an, dass wir mutiger auftreten müssen. Das ist der Kernpunkt. Wir haben eventuell noch zu viel Respekt vor unseren Gegnern mit Beginn des Spiels. Wir sind noch nicht wieder mit diesem Selbstverständnis ausgestattet, das uns in der 2. Liga stark gemacht hat“, glaubt Klos und unterstreicht: „Ich bin weiter der Überzeugung, dass wir gut genug sind, die Liga zu halten, wenn wir uns gewisse Dinge zutrauen.“

Erwägt Neuhaus einen Systemwechsel?

Lösungsansatz Nummer zwei könnte auf einem Systemwechsel und vor allem Sturmkollege Sven Schipplock beruhen. Im Gegensatz zu Klos hat der bundesligaerfahrene Schipplock (154 Spiele) am Sonntag sein erstes Erstligator für den DSC erzielt. Der Angreifer wurde in allen fünf Begegnungen eingewechselt – einhergehend mit einem Systemwechsel vom 4-3-3 zum 4-2-2.

Überhaupt nötigt Schipplock Arminias Rekordtorjäger Klos gerade jede Menge Respekt ab: „Man muss definitiv festhalten, dass uns Schippo immer einen Schub gegeben hat, wenn er reingekommen ist. Wir können uns alle an Schippo orientieren, an der Art und Weise, wie er Fußball arbeitet. Wenn ein Spieler regelmäßig eingewechselt wird, ist klar, dass er irgendwann den Anspruch und das Recht hat, von Anfang an auflaufen zu dürfen.“

Sollten Klos und Schipplock gemeinsam starten, würde das zwangsläufig zum 4-2-2 führen , wogegen der Kapitän nichts einzuwenden hätte: „Wenn das Trainerteam sich entscheidet, im 4-4-2 aufzulaufen, dann ist das definitiv mal einen Versuch wert.“

Vertrauen in Klos ungebrochen

So würde die schipplocksche Sturmunterstützung womöglich am Ende auch Klos helfen, sich besser in Szene setzen zu können. DSC-Trainer Uwe Neuhaus klingt zumindest so, dass er eine Systemänderung nicht ausschließt: „Man müsste zu dem logischen Schluss kommen, dass wenn man umstellt, die Mannschaft druckvoller spielt. Darüber habe ich mir Gedanken gemacht. Aber die Entscheidung verrate ich natürlich nicht.“

Was der Trainer aber verrät ist, dass sein Vertrauen in den bislang noch torlosen Stammstürmer Fabian Klos weiter ungebrochen ist: „Ich glaube nicht, dass er an sich zweifelt. Und ich tue es auch nicht.“

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