Arminias Abwehrspieler Mike van der Hoorn weiß, wie Erstliga-Abstiegskampf funktioniert
„Stillstand darf nicht zu lange dauern“

Bielefeld -

Mike Adrianus Wilhelmus van der Hoorn strahlt etwas aus, das Arminia Bielefeld in der aktuellen Situation sehr nützlich sein kann: eine gewisse niederländische Gelassenheit. Der Innenverteidiger sagt: „Es hilft, wenn es gut läuft nicht abzuheben. Und es hilft, sich auch nicht gleich im Boden zu verkriechen, wenn es nicht so gut läuft. Es braucht eine gewisse Balance, um sich auf seine Ziele zu fokussieren. Dann werden auch die Ergebnisse kommen.“

Freitag, 06.11.2020, 20:40 Uhr
Nach den schweren Spielen gegen Bayern (rechts Thomas Müller) und Dortmund brauchen Mike van der Hoorn und die Arminen dringend wieder Punkte.
Nach den schweren Spielen gegen Bayern (rechts Thomas Müller) und Dortmund brauchen Mike van der Hoorn und die Arminen dringend wieder Punkte. Foto: Thomas F. Starke

 

Der 28-Jährige sollte es wissen. Im Unterschied zu nahezu allen anderen Arminen hat van der Hoorn im Kampf um den Erstliga-Klassenerhalt Erfahrung. Zwar nicht in der 1. Bundesliga, dafür aber in der Premier League mit dem walisischen Klub Swansea City: einmal mit Erfolg (2017), einmal ohne (2018).

Er hoffe, seine Bielefelder Mitspieler von seinem Erfahrungsschatz profitieren lassen zu können, sagt van der Hoorn. Einer, der enger mit ihm zusammenarbeitet, als alle anderen, ist Amos Pieper. Van der Hoorn lobt seinen sechs Jahre jüngeren Nebenmann in der Abwehrzentrale als „tollen Charakter, der eine gute Zukunft vor sich hat“.

Gerade erst ist Pieper erneut zur deutschen U21-Nationalmannschaft eingeladen worden. Auch van der Hoorn war für die Juniorenauswahl seines Landes im Einsatz. 13 Partien und ein Tor stehen für ihn in der U21 zu Buche. Doch das ist eine Weile her – 2013 und 2014, damals spielte er noch für Ajax Amsterdam. Mit dem niederländischen Topklub wurde er 2014 Meister, in den folgenden beiden Jahren jeweils Vizemeister. Zwar war van der Hoorn damals zumeist Ergänzungsspieler, dennoch hat der Armine eine bewegte Karriere vorzuweisen. Ob ihn das automatisch zum Abwehrchef der Ostwestfalen macht? Van der Hoorn: „Amos und ich versuchen beide, dem Team zu helfen, es von hinten heraus zu coachen. Und wir versuchen uns gegenseitig zu helfen. Ihn an der Seite zu haben, ist eine gute Erfahrung.“ Es wird deutlich: Eine Chefrolle beansprucht der ungleich erfahrenere van der Hoorn nicht, jedenfalls nicht öffentlich.

Nach vier Niederlagen am Stück wäre der Zeitpunkt, sich diesbezüglich medial zu positionieren, allerdings auch unglücklich. Das weiß natürlich auch van der Hoorn, der hofft, dass der DSC an diesem Samstag im Spiel bei Union Berlin (15.30 Uhr, Stadion an der Alten Försterei) die Trendwende einleiten kann. „Wir sind gut in die Saison gestartet. Dann folgten Spiele, in denen wir Niederlagen einkalkuliert haben. Trotzdem ist es hart, viermal am Stück zu verlieren“, sagt er und meint: „Niederlagen bedeuten Stillstand, und Stillstand darf nicht zu lange dauern.“

Es gehe am Samstag darum, Union zu Fehlern zu zwingen, auch wenn das nicht leicht werde. Die Berliner sind seit fünf Partien unbesiegt und haben sich vor der Saison mit namhaften, erstligaerfahrenen Leuten wie Stürmer Max Kruse (Freiburg, Mönchengladbach, Wolfsburg, Bremen) und Abwehrspieler Robin Knoche (Wolfsburg) verstärkt. Auch diese beiden Profis stünden für die „physische Stärke“, die Unions Spiel ausmache. Van der Hoorn: „Es ist schwer, die Berliner zu schlagen.“

Allerdings holte Union auswärts (5) mittlerweile mehr Punkte als zu Hause (4). 1:3 gegen Augsburg, 4:0 gegen Mainz, 1:1 gegen Freiburg lauten die bisherigen Ergebnisse im eigenen Stadion. Den DSC Arminia empfingen die Berliner zuletzt im Februar 2019. Damals gab es im Zweitligaduell unter Flutlicht ein 1:1. Auch diesmal „würde ein Punkt helfen“, sagt van der Hoorn.

Notfalls ein 0:0. Zuletzt gegen Dortmund (0:2) lautete so der Halbzeitstand. Arminia probierte es gegen die Borussia mit einer Fünferabwehrkette. Und diesmal?

In welchem System auch immer: Die Bielefelder müssen sich dringend mehr Chancen herausspielen. Die Harmlosigkeit im Angriff könnte dem Aufsteiger sonst zum Verhängnis werden.

Zwei Wochen nach seinem schwachen Auftritt in der Partie beim VfL Wolfsburg (1:2) könnte beim DSC Arminia unterdessen Arne Maier an diesem Samstag in Berlin eine neue Bewährungschance erhalten. „Er hatte in Wolfsburg wieder Probleme mit dem Knie“, erklärt DSC-Trainer Neuhaus, warum er den Neuzugang dort zur Halbzeit herausnahm. Gegen Dortmund blieb Maier anschließend ohne Einsatz. „Ich will ihm die Sicherheit geben, die er für sein Spiel braucht“, sagt Neuhaus. Der 60-Jährige glaubt, „dass ihm die zusätzliche Trainingswoche gut getan hat. Arne ist gegen Union auf jeden Fall eine Alternative.“

So könnten sie spielen

Berlin: Luthe - Trimmel, Friedrich, Knoche, Lenz - Gentner, Andrich - Becker, Bülter - Pohjanpalo, Kruse

Bielefeld: Ortega Moreno - Brunner, Pieper, van der Hoorn, Lucoqui - Prietl - Hartel, Maier - Doan, Klos, Cordova

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