Arminia-Torwart Ortega Moreno schämt sich nach 0:5 in Berlin und setzt auf klare Worte
„Wir hissen nicht die weiße Fahne“

Bielefeld -

Fünf Niederlagen in Folge, zuletzt ein böses 0:5 bei Union Berlin – Bundesliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld steckt in einer Krise.

Mittwoch, 11.11.2020, 03:00 Uhr
Auf dem Boden der Tatsachen: DSC-Keeper Stefan Ortega Moreno hadert nach einem weiteren Gegentor bei Union Berlin.
Auf dem Boden der Tatsachen: DSC-Keeper Stefan Ortega Moreno hadert nach einem weiteren Gegentor bei Union Berlin. Foto: Thomas F. Starke

Das ist ein ungewohntes Gefühl nach knapp zwei Jahren, in denen es praktisch immer nur bergauf ging. „Wir sind ein bisschen verwöhnt gewesen“, sagt DSC-Torwart Stefan Ortega Moreno mit Blick auf die so erfolgreiche Vorsaison in der 2. Liga.

Dass in Deutschlands Fußball-Eliteklasse ein anderer Wind weht, wissen die Arminen nicht erst seit Samstag. Aber in Berlin wurde eines ganz deutlich, findet Ortega Moreno: „Vielleicht haben manche gedacht, dass Union ein Gegner auf Augenhöhe ist. Aber wir haben gesehen: Wenn wir nicht alles abrufen, kriegen wir auch gegen eine vermeintliche Mannschaft auf Augenhöhe ganz schön auf die Fresse.“

Der 28-Jährige ergänzt: „Mit ein bisschen Fußball spielen können wir in der Liga nicht bestehen. Das hat Union uns vorgemacht. Sie haben Fußball gespielt, sich aber auch aus keinem Zweikampf rausgezogen. Wir brauchen Härte, wahrscheinlich mehr als letztes Jahr. Aber trotzdem auch den Mut und die Überzeugung, Fußball zu spielen.“

Mut und Überzeugung haben einige DSC-Profis im Moment augenscheinlich nicht im Überfluss. Dass man so eine Negativserie nicht einfach abschüttele, sei „menschlich“, betont der Keeper: „Die, die mental stärker sind als andere, müssen so viel positive Energie in die Gruppe bringen, dass man andere ansteckt. Man braucht Erfolgserlebnisse, damit geht es am schnellsten. Es ist gut, dass wir jetzt zwei Wochen Zeit haben. Wir versuchen jetzt über das Training und Gespräche, ein positives Gefühl auf den Platz zu kriegen. Verlieren kann man immer, aber so wie es in Berlin gelaufen ist – das tat schon weh und man hat sich danach ganz schön geschämt. So darf es einfach nicht sein.“

Auch Trainer Uwe Neuhaus habe der Mannschaft gegenüber sehr deutlich gemacht, „dass er sich ziemlich geschämt hat für diesen Auftritt“, verrät Ortega Moreno. Angebrüllt habe der erfahrene Coach seine Spieler allerdings nicht. „Laut ist es bei Uwe nicht, aber es ist deutlich direkter. Das gehört dazu. Das muss man auch mal hinnehmen, wenn man dann beim Namen genannt wird in der Analyse.“ Aus Sicht des Torwarts müsse man wieder dahin kommen, gemeinsam zu verteidigen und gemeinsam anzugreifen. „Nicht dass man Gefühl hat, dass jeder für sich alleine ist und sobald der eine den Zweikampf verliert, hinten alles offen ist.“

An der Spielweise müsse nicht unbedingt etwas geändert werden. Natürlich gäbe es Risiken, im Aufbau zu kombinieren statt den Ball stumpf nach vorne zu schlagen. „Die Gegner haben sich auf unser Spiel eingestellt. Aber wir spielen es auch nicht mit der Qualität, wie wir es eigentlich können. Da geht es um die Laufwege, die Automatismen – macht jeder das, was er soll? Wir können nicht vier Stürmer und sechs Verteidiger aufstellen, jagen den Ball nach vorne und wünschen viel Glück. Das ist der falsche Ansatz“, findet Ortega Moreno.

Er fordert, sich jetzt „nicht zu zerfleischen. Damit macht man alles nur schlimmer. Aber wir müssen offen und ehrlich die Probleme ansprechen und gucken, was die Lösungsansätze sind.“ Damit schon am 21. November im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen diese These von Ortega Moreno wahr wird: „Ich glaube, dass wir die Qualität haben, in dieser Liga zu bestehen. Wir hissen jedenfalls nicht die weiße Fahne.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7672473?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2536432%2F
Kurz vor dem Kontrollverlust
Mit Megafonen wiesen Ordnungsamtsmitarbeiter die Schnäppchenjäger darauf hin, dass die Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten sind.
Nachrichten-Ticker