Köster äußert sich zum DFL-Streit: Liga sollte solidarische Lösungen und Konzept für internationale Vermarktung entwickeln
„Gutsherren-Mentalität von Rummenigge“

Bielefeld (WB/jen) -

Arminia Bielefeld gehörte zu den Vereinen, die ein Impulspapier zur Verteilung der neuen TV-Gelder verfasst haben.

Donnerstag, 19.11.2020, 11:30 Uhr
Philipp Köster kritisiert Bayern und Co.
Philipp Köster kritisiert Bayern und Co. Foto: imago

Darüber ist ein Streit entbrannt, Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge lud vorige Woche zur Gegenveranstaltung nach Frankfurt. Philipp Köster kann nicht nachvollziehen, warum die „Kleinen“ jetzt die Bösen sein sollen.

„Ich glaube, dass es eigentlich die große Aufgabe der Bundesliga wäre, solidarische Lösungen zu entwickeln. Also dass man einerseits das Geld gerecht verteilt, aber auch dafür sorgt, dass die Liga mal wieder einem sportlichen Wettbewerb gleicht. Zu Beginn der Pandemie haben alle gesagt, der Fußball müsse sich radikal verändern und alle müssten zusammen halten. Inzwischen herrscht wieder ganz schlimme Kleinstaaterei, jeder schaut nur noch auf den eigenen Vorteil. Gerade die großen Klubs wie Bayern, Dortmund und Leverkusen haben eine riesige Verantwortung und sollten aus der Position der Stärke kleineren Klubs helfen. Von der Solidarität ist überhaupt nichts mehr übrig“, sagt Köster.

Karl-Heinz Rummenigge lud zu einem G15-Treffen.

Karl-Heinz Rummenigge lud zu einem G15-Treffen. Foto: Robert Michael

Er finde das von Rummenigge organisierte Treffen „total unsolidarisch und verantwortungslos. Das diente allein einer Macht-Demonstration von Karl-Heinz Rummenigge. Es ist beschämend, dass so viele Klubs da mitgemacht und vor Rummenigge Männchen gemacht haben. Die Quintessenz ist: Stellt euch nicht gegen uns, ihr bekommt nur Ärger. Ich finde, das ist kein Umgang. Es ist eine Gutsherren-Mentalität, die Rummenigge seit vielen Jahren propagiert.“

Es sei aus seiner Sicht „schäbig“, findet der „11-Freunde“-Chefredakteur, dass Rummenigge versuche, den Eindruck zu erwecken, die Aggression sei allein von den kleinen Klubs ausgegangen, die ihr Papier verschickt hatten, so Köster: „Jedes Mal, wenn es auch nur ansatzweise darum geht, dass der FC Bayern etwas abgeben muss, geht das Geschrei los. Die Kurzsichtigkeit ist, nicht zu begreifen, dass die Bundesliga vor die Hunde geht. Wenn man über zehn Jahre eine Liga hat, in der es keine Spannung im Meisterschaftskampf mehr gibt, wo sich die immer gleichen Klubs um die Champions-League-Plätze balgen und auch immer klar ist, dass die Aufsteiger nur mit allergrößter Mühe und immensem finanziellem Investment vielleicht zwei Jahre in der Liga halten können, ist das geschäftsschädigend.“

Es sei anscheinend für viele Menschen in den Führungsetagen nicht vorstellbar, dass dieser Boom mal aufhöre. Eigentlich müsste es jetzt die Aufgabe der Profiligen sein, ein Konzept zu entwickeln, wie man es schaffe, international neue Gelder zu generieren. Die allererste Aufgabe wäre Geschlossenheit, um gemeinsam Konzepte zu entwickeln. „Aber anstatt dass Rummenigge und Watzke die Größe haben, über das Papier hinwegzublicken und eine gemeinschaftliche internationale Strategie zu entwickeln: Machtgepose, Klubs wie Arminia abstrafen, damit sie nie wieder gegen den FC Bayern die Stimme erheben. Das ist alles hochnotpeinlich“, urteilt Philipp Köster.

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