Arminia findet offensiv nicht statt und unterliegt Leverkusen verdient mit 1:2
„Wir müssen uns was einfallen lassen“

Bielefeld -

Kein Torschuss in 90 Minuten: So harmlos wie beim 1:2 (0:1) gegen Bayer Leverkusen war Aufsteiger Arminia Bielefeld nicht mal gegen Bayern München oder Borussia Dortmund.

Montag, 23.11.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 23.11.2020, 08:32 Uhr
Fabian Klos blieb ebenso harmlos wie seine Kollegen. Nach einem Foul von Jonathan Tah (rechts) wurde Arminias Kapitän auch noch ausgewechselt.
Fabian Klos blieb ebenso harmlos wie seine Kollegen. Nach einem Foul von Jonathan Tah (rechts) wurde Arminias Kapitän auch noch ausgewechselt. Foto: Thomas F. Starke

Dass Leverkusen zu den Topteams der Bundesliga gehört, ist klar. Ebenso klar ist, dass Bayer von der Qualität des FC Bayern und des BVB ein gutes Stück entfernt ist. Soll heißen: Während die Arminen gegen den Rekordmeister und die Borussen nie für einen Punkt in Frage kamen, wäre gegen Leverkusen ein Remis möglich gewesen.

Doch dafür hätte es eines Offensivspiels bedurft, das seinen Namen verdient. Doch das Spiel nach vorne fand am Samstag praktisch nicht statt. Und so verlor der DSC wegen des späten Gegentores zum 1:2 etwas unglücklich, aber auch verdient. „Beim Offensivspiel müssen wir uns schleunigst was einfallen lassen – das ist zu wenig. Unsere Leistung im Spiel nach vorne müssen wir verbessern“, lautete das Fazit von Trainer Uwe Neuhaus.

Bielefelds Trainer Uwe Neuhaus.

Bielefelds Trainer Uwe Neuhaus. Foto: Thomas F. Starke

Im Vergleich zum desolaten 0:5 bei Union Berlin vor der Länderspielpause zeigten sich die Arminen defensiv deutlich stabiler. Neuhaus: „Wir haben sehr gut verteidigt, wir hatten eine gute Ordnung. Das ist das Positive. Schade, dass es nicht belohnt wurde.“ Sein Team schaffte in der Schlussphase keine Entlastung mehr und musste in der 88. Minute durch Aleksandar Dragovic das 1:2 hinnehmen. „Das Gegentor ist momentan typisch für uns. So ein schimmliger Nachschuss“, wie DSC-Torwart Stefan Ortega Moreno das entscheidende Tor beschrieb. Der Keeper hatte den Schuss zuvor noch abwehren können, allerdings landete der Ball bei Dragovic, der platziert einschob.

Die sechste Bielefelder Niederlage in Folge war besiegelt. Bis zum kommenden Samstag muss Neuhaus gemeinsam mit der Mannschaft Wege nach vorne finden. Allerdings findet die Partie des neunten Spieltags bei RB Leipzig statt. Deshalb werden die Arminen wohl vor allem in der Defensive zu tun haben. Trotzdem kann Entlastung ja nicht schaden.

Torwart Ortega Moreno legte am Samstag nach dem Abpfiff den Finger in die Wunde: „Wir spielen zu wenige Aktionen zu Ende. Alle müssen sich mehr zeigen, mehr anbieten, mehr Mut haben. Wir müssen uns im gegnerischen Strafraum mehr Respekt erarbeiten. Bis zum Strafraum machen wir das ganz gut, aber dann fehlt uns ein Quäntchen. Da müssen wir als Team jetzt gemeinsam dran arbeiten.“

Vielleicht ist Andreas Voglsammer in Leipzig eine Alternative für einen längeren Einsatz. Der Stürmer feierte gegen Leverkusen nach langer Verletzungspause sein Bundesligadebüt. Allerdings brachte Neuhaus den 28-Jährigen erst in der 89. Minute. Als der Coach in der 80. Minute Linksaußen Reinhold Yabo vom Feld nahm, durfte zunächst Cebio Soukou ran.

Andreas Voglsammer kam spät ins Spiel.

Andreas Voglsammer kam spät ins Spiel. Foto: Thomas F. Starke

Schon in der 63. Minute hatte Fabian Klos den Platz verlassen müssen. Der DSC-Kapitän war von Jonathan Tah böse gefoult worden. Trotzdem signalisierte Klos, weiterspielen zu wollen. Neuhaus nahm ihn dennoch runter und brachte Sven Schipplock.

Für das heftige Foul hatte Tah nicht einmal die Gelbe Karte gesehen. Das war ein weiterer Beleg dafür, dass Schiedsrichter Dr. Felix Brych nicht seinen besten Tag erwischt hatte. Denn in der 30. Minute hätte Brych den Arminen einen Strafstoß zusprechen müssen. Ritsu Doan war von Daley Sinkgraven zu Fall gebracht worden. Brych piff nicht, auch sein Videoschiedsrichter Robert Hartmann mochte kein Foul erkennen. Eine klare Fehlentscheidung, die zur momentanen Bielefelder Situation passt.

Ob er nun als Psychologe gefordert sei, wurde Uwe Neuhaus nach dem Spiel gefragt. „Das bin ich schon länger“, antwortete der 60-Jährige. Die Köpfe müssen schnell nach oben. Nach Leipzig beginnen die womöglich vorentscheidenden Wochen mit Spielen gegen Mainz, in Freiburg, gegen Augsburg und auf Schalke.

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