Bielefeld ärgert Favorit Leipzig, kassiert aber beim 1:2 die siebte Niederlage in Folge
Gut gespielt, wieder verloren

Leipzig -

Arminia Bielefeld hat trotz guter Leistung die siebte Niederlage in Folge in der Fußball-Bundesliga kassiert.

Samstag, 28.11.2020, 17:23 Uhr aktualisiert: 29.11.2020, 22:08 Uhr
Arminias Japaner RItsu Doan vergab in der achten Minute die Chance zur Führung.
Arminias Japaner RItsu Doan vergab in der achten Minute die Chance zur Führung.

Bei RB Leipzig unterlag der Aufsteiger am neunten Spieltag dieser Bundesligasaison mit 1:2 (0:1). Dabei wäre für einen gut spielenden Außenseiter ein Punkt ebenso möglich wie verdient gewesen.

Uwe Neuhaus schickte die selbe Startelf ins Rennen wie eine Woche zuvor beim 1:2 gegen Leverkusen. Die beiden Offensivoptionen Sergio Cordova und Joan Simun Edmundsson waren erneut nicht im Kader. Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann vollzog die angekündigte Rotation und wechselte im Vergleich zum 0:1 in der Champions League bei Paris Saint-Germain sechs Mal. Unausgesprochen stand der Begriff Pflichtsieg im Raum.

Die Arminen waren nicht mit der Absicht nach Leipzig gereist, einfach nur die erwartbare Niederlage in Grenzen zu halten und sich auf die folgenden Partien mit den Gegner auf Augenhöhe zu konzentrieren. „Das wäre ein Riesenfehler“, hatte Neuhaus im Vorfeld erklärt. Mehr Mut, mehr Zutrauen in die eigenen Stärken sollten wieder zu sehen sein. „Wir können auch nicht sagen ‚jetzt kommt mit Leipzig ein Topgegner, wir fangen nächste Woche an‘ – wir müssen jetzt anpacken.“

Nach einer Schweigeminute für den am Mittwoch im Alter von nur 60 Jahren gestorbenen Diego Armando Maradona ging es los. Arminia hatte Anstoß und holte nach 25 Sekunden die erste Ecke heraus. Gegen Leverkusen hatte er DSC keine einzige. Und in der Tat spielten die Gäste mutig und suchten den Weg nach vorne. In der achten Minute hätte Ritsu Doan die Führung erzielen können, wenn nicht sogar müssen. Der Japaner selbst spielte einen langen Ball auf Fabian Klos, der zurück in den Strafraum legte, wo Doan zur Stelle war, den Linksschuss wehrte aber RB-Verteidiger Willi Orban gerade noch ab.

Leipzig hatte erst in der 24. Minute die erste Chance durch Angelino. Der Spanier war es auch, der wenig später die zu diesem Zeitpunkt eher glückliche Führung für die Gastgeber erzielte. Nach einem super Pass des 18-jährigen Lazar Samardzic verlor Arminias Rechtsverteidiger Cedric Brunner kurz Angelino aus den Augen, der auch Stefan Ortega Moreno ausspielte und zum 1:0 ins leere Tor einschoss (29.). In der Schlussphase der ersten Halbzeit war es auf der anderen Seite erneut Doan, der frei vor dem RB-Tor auftauchte. Nach einem langen Ball von Amos Pieper wollte der Japaner den Ball ins lange Eck schieben, verfehlte das Gehäuse aber knapp. Arminia hatte eine gute erste Hälfte gespielt, ging aber trotzdem mit einem Rückstand in die Kabine. Und der DSC bleibt die einzige Bundesliga-Mannschaft der Saison ohne Tor in der ersten Halbzeit.

Böser Patzer von Pieper

Nagelsmann schien die erste Hälfte nicht so gefallen zu haben, er brachte zum Wiederanpfiff zwei Neue. Einer davon war Christopher Nkunku. Und der trat direkt in Erscheinung. Amos Pieper spielte einen ganz schlechten Pass zu Ortega Moreno, Dani Olmo spritzte dazwischen und legte zurück auf Nkunku, der keine Mühe hatte, das 2:0 zu erzielen (47.). Von diesem Schlag mussten sich die Arminen erstmal erholen. Dann hatte Anderson Lucoqui bei einem Konter eine gute Chance, wurde aber geblockt (57.). Einen Schuss von Doan blockte kurz darauf Orban (59.), ehe Peter Gulacsi einen Schuss von Fabian Klos zur Ecke lenkte (60.).

Dann wechselte Neuhaus offensiv. Für Yabo kam Andreas Voglsammer, für Mittelfeldspieler Nils Seufert rückte Stürmer Sven Schipplock ins Team. Doch zunächst war wieder im DSC-Strafraum einiges los. Pieper foulte Alexander Sörloth, so dass Schiedsrichter Robert Hartmann auf Elfmeter entschied. Der gefoulte Norweger trat selbst an, doch Ortega Moreno parierte den Strafstoß (73.) Und dann war es soweit: Fabian Klos erzielte sein erstes Erstligator. Nach einer Kopfballverlängerung von Schipplock – unabsichtlich weitergeleitet von Orban – behielt der Kapitän die Ruhe und schob mit links zum 1:2-Anschluss ein (75.).

Die Arminen witterten nun ihre Chance. Klos hatte das 2:2 auf dem Fuß, schoss aber ganz knapp vorbei (85.). Am Ende blieb es beim knappen und glücklichen Leipziger Sieg.

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Aufstellungen

Leipzig: Gulacsi - Orban, Upamecano (46. Konate), Halstenberg (46. Nkunku)- Mukiele (61. Haidara), Adams, Kampl, Angelino - Olmo (63. Forsberg), Samardzic (70. Sabitzer) - Sörloth

Bielefeld: Ortega Moreno - Brunner, Pieper (75. Nilsson), van der Hoorn, Lucoqui - Prietl - Seufert (69. Schipplock), Hartel - Doan (75. Soukou), Klos, Yabo (69. Voglsammer)

Schiedsrichter: Hartmann (Wangen)

Tore: 1:0 Angelino (29.), 2:0 Nkunku (47.), 2:1 Klos (75.)

Gelbe Karten: Orban, Kampl / van der Hoorn. Lucoqui

Bes. Vork.: Ortega Moreno (Bielefeld) hält Elfmeter von Sörloth (73.)

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