Arminia Bielefelds kämpferische Leistung beim Sieg auf Schalke schürt Sportchef Arabis Hoffnung auf den Klassenerhalt
Der Zermürbungsplan geht auf

Bielefeld (WB) -

Die Fußballprofis des DSC Arminia Bielefeld haben sich in den Kurzurlaub verabschiedet. Das Auslaufen am Sonntagvormittag war die letzte gemeinsame Trainingseinheit für eine Woche. Nach dem kräftezehrenden Kellerduell am Samstag beim FC Schalke kommt die Pause nicht ungelegen.

Dienstag, 22.12.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 22.12.2020, 07:11 Uhr
Vier gegen einen: Die Arminen Marcel Hartel,
Vier gegen einen: Die Arminen Marcel Hartel, Foto: Starke

Dass die Arminen bei den Spielen der 2. DFB-Pokalrunde heute und morgen nur Zuschauer sind, haben sie sich selbst zuzuschreiben. Die indiskutable Leistung beim Erstrunden-Aus gegen den Viertligisten Rot-Weiss Essen (0:1) wurde bestraft.

Während das erste Pflichtspiel der Saison im September also verloren ging, feierten die Ostwestfalen im letzten Spiel des Jahres einen wichtigen Erfolg. „Ein Sieg zum Jahresende gibt Hoffnung und ein gutes Gefühl für das neue Jahr“, sagte Mike van der Hoorn nach dem 1:0 am Samstagnachmittag bei Schalke 04. Der niederländische Innenverteidiger bot ebenso wie sein Nebenmann Amos Pieper eine sehr überzeugende Leistung. Abgesehen von einem Schuss von Nassim Boujellab kurz nach Wiederbeginn ließ Arminias Abwehr keine echte Torchance für den Gastgeber zu. Schlussmann Stefan Ortega Moreno parierte den Schuss des Franzosen ebenso gut wie die anschließende gewagte Kopfballrückgabe seines eigenen Mitspielers Cedric Brunner. „Ich habe vor dem Spiel zu Tego (Ortega Moreno) gesagt: Wenn wir endlich mal zu null spielen, gewinnen wir auch“, verriet Siegtorschütze Fabian Klos, der meinte: „Das war extrem wichtig, denn wir haben ja nicht so häufig zu null gespielt.“

Weiße Weste gegen Schalke

Auf Schalke hielt der Aufsteiger erst zum zweiten Mal in dieser Saison hinten dicht. Und wie schon beim 1:0-Sieg über den 1. FC Köln (2. Spieltag) reichte das eine eigene Tor für drei Punkte. Die Rolle des Matchwinners lehnte Klos ab, stattdessen bezeichnete er die tadellose Abwehrleistung des gesamten Teams als den Schlüssel für den Erfolg.

Die Arminen warfen sich in jeden Zweikampf, sie schonten weder den Gegner noch sich selbst. „Das war ein großer Fight“, urteilte Abwehrspieler Pieper. Trainer Uwe Neuhaus habe den Arminen mit auf den Weg in das Kellerduell gegeben, dass „der Kopf das Spiel entscheidet. Wir müssen die Schalker zermürben, sodass sie wieder nicht daran glauben, dass sie gewinnen können. Das war der Schlüssel“, sagte Pieper.

Ziel: Klassenerhalt

Auch Sport-Geschäftsführer Samir Arabi hob den Kampfeswillen der Arminen hervor. „Dieses Spiel sollte uns Mut geben. Wenn wir uns zur Wehr setzen, eine höhere körperliche Intensität einbringen, mit der wir sowohl das eigene Tor gemeinschaftlich verteidigen als auch das gegnerische attackieren, dann haben wir berechtigte Hoffnung, das große Ziel erreichen zu können“, sagte der 41-Jährige.

Arminias Abwehrkante van der Hoorn schien richtig Spaß an dem Kampfspiel gehabt zu haben. Der Premier-League-erprobte Verteidiger sprach von einem gefühlten „Relegationsspiel – viele Fouls, Gelbe Karten und einige Szenen am Rande des Erlaubten“. Arminia habe sich auch deshalb so ins Zeug gelegt, weil die Mannschaft vor dem Spiel ihrem eigenen Anspruch weit hinterlief. Van der Hoorn: „Wir wollten neun oder zumindest sieben Punkte aus der Englischen Woche und hatten mit den zwei vorherigen Niederlagen nicht gerechnet.“

Dem 0:2 vor gut einer Woche in Freiburg folgte am Mittwoch das 0:1 daheim gegen Augsburg, weshalb der Druck für den DSC und vor allem für seinen Trainer enorm war. Im Falle einer weiteren Niederlage auf Schalke hätte Neuhaus die Entlassung gedroht.

Punkteschnitt von 0,77 

Stattdessen wird er das Team vom 28. Dezember an auch auf den 2021er-Saisonteil vorbereiten. Ob es genügen wird, den überschaubaren Punkteschnitt von bisher 0,77 zu halten, um zumindest den Relegationsrang zu verteidigen, ist fraglich. Um die Hoffnung auf eine weitere Erstligasaison am Leben zu erhalten, sollte schon noch ein bisschen mehr kommen.

Insofern könnte der Rausschmeißer auf Schalke ja auch ein Anfang gewesen sein. Mittelfeldspieler Manuel Prietl sagte nach dem wichtigen Dreier: „Wir haben eine Woche frei, können gut regenerieren, die Köpfe frei kriegen – und dann voller Elan ins neue Jahr starten.“

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