14 erste Halbzeiten ohne eigenes Tor: Gegen Berlin können sich Arminias Spätstarter auf eine starke Defensive verlassen
„Man muss auch warten können“

Bielefeld -

Das Ende der ersten Halbserie in der Fußball-Bundesliga naht, und Aufsteiger Arminia Bielefeld steht über dem Strich. Alles im grünen Bereich also bei den Blauen? Nicht ganz. Der Tor-Geiz (erst zehn Treffer; weniger als jeder andere Ligakonkurrent) und die vornehme Zurückhaltung in 14 der bisher 15 ersten Saison-Halbzeiten sind zwei der Punkte, an denen Trainer Uwe Neuhaus schon noch den Hebel ansetzen könnte.

Mittwoch, 13.01.2021, 03:00 Uhr aktualisiert: 13.01.2021, 15:55 Uhr
14 erste Halbzeiten ohne eigenes Tor: Gegen Berlin können sich Arminias Spätstarter auf eine starke Defensive verlassen: „Man muss auch warten können“

Nur einmal, nur beim Heimspiel gegen Mainz 05, gelang den Bielefeldern bisher vor der Pause ein Tor. Genau genommen waren es gegen die Rheinhessen sogar zwei, am Ende hieß es 2:1. Aber warum fällt es den Ostwestfalen eigentlich so schwer, in die Gänge zu kommen? Denn nicht nur, dass die Torausbeute in den ersten 45 Minuten arg verbesserungswürdig ist, auch die Leistungen sind es. Man kann die Uhr danach stellen, dass der DSC im zweiten Durchgang eine Schippe drauf- und den Respekt vor dem Gegner ablegt.

Als nach dem jüngsten 1:0-Erfolg gegen Hertha BSC die Frage aufkam, wie er sich die wiederholt harmlose Darbietung im ersten Durchgang erkläre, fühlte sich Neuhaus an das Aufstiegsjahr und das gelegentliche Murren auf den damals noch von Zuschauern besetzten Rängen erinnert. Der Trainer sagte: „Das ist ungefähr so wie in der Vorsaison, wo auch ab und zu mal Ungeduld aufkam, wenn es nicht von der ersten Sekunde an ein Feuerwerk gab.“ Dabei weiß der 61-Jährige natürlich ganz genau, dass es zwischen zwei Törchen in 675 Minuten und einem Feuerwerk schon auch noch etwas anderes gibt. Neuhaus erklärte: „Wir spielen in der 1. Liga, haben eine schwierige Situation. Und dass wir nicht mit Selbstvertrauen vollgestopft sind, ist auch klar.“ Unter diesen Voraussetzungen könne man nicht „pro Halbzeit fünf, sechs klare Torchancen herausspielen. Das muss man alles vorbereiten. Darauf muss man auch warten können.“

Dabei hatte der Trainer noch vor dem Hertha-Spiel erklärt, dass anders als beim vorherigen 0:1 gegen Borussia Mönchengladbach ein mutigeres Auftreten mit mehr Risiko gegen die Berliner erstrebenswert sei. Doch dazu kam es nicht.

Weil die Herthaner im Unterschied zu den Borussen aber nicht annähernd soviel Druck und Dominanz auf den DSC ausübten, war Bielefeld – von den Anfangsminuten einmal abgesehen – schon recht früh ganz gut im Spiel. Zudem konnte sich Neuhaus auf seine neuformierte Abwehr verlassen. In Linksverteidiger Jacob Laursen und Innenverteidiger Joakim Nilsson hatte er zwei frische Kräfte aufgeboten. „Das Gladbach-Spiel gab es her, den einen oder anderen Wechsel vorzunehmen“, sagte der Coach, der zudem auf die starken Trainingsleistungen des Dänen Laursen und des Schweden Nilsson verwies. Laursen habe speziell bei den Übungen mit dem „Schwerpunkt Abstände untereinander und in puncto defensive Grundordnung sehr gute Leistungen gezeigt“.

Mike van der Hoorn und Nathan de Medina waren gegen Berlin die Leidtragenden. Sie dürften nun auch in der Partie am Samstag bei der TSG 1899 Hoffenheim erneut nur zweite Wahl sein, denn: „Wir haben über 90 Minuten sehr gut verteidigt“, lobte Neuhaus nach dem Berlin-Spiel.

Die konzentrierte und konsequente Defensivarbeit ließ den Coach verschmerzen, dass vorne das Feuerwerk ausblieb. Schließlich knallte es bei Reinhold Yabos Siegtor dafür ja auch einmal umso lauter. „Wenn es nur eine Chance gibt, dann gibt es nur eine. Und wenn man die macht, dann hat man trotzdem 1:0 gewonnen“, gab sich Neuhaus pragmatisch, um dann aber doch zu ergänzen: „Natürlich müssen wir unser Spiel gerade im letzten Drittel noch verbessern – und da sind wir auch bei.“

Grundlage, so der Trainer, sei „eine kompakte Einheit auf dem Platz, die bereit ist zu kämpfen. Und dann kann man auch Torchancen kreieren.“ So war es gegen Hertha. Und so reichte es zum Sprung auf Platz 15.

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