Bundesligaspiele von Arminia Bielefeld und SC Paderborn fallen der Witterung zum Opfer – Nachholtermine nicht leicht zu finden
„Die Verletzungsgefahr war einfach zu groß“

Bielefeld/Paderborn (WB) -

Die Vernunft siegte am Sonntagmittag: Nach nicht enden wollenden Schneefällen in Verbindung mit Frost wurden die Spiele der beiden heimischen Fußball-Bundesligisten Arminia Bielefeld und SC Paderborn abgesagt.

Montag, 08.02.2021, 03:00 Uhr aktualisiert: 08.02.2021, 08:53 Uhr
Vergebliche Mühe: Bei Arminia wurde alles dafür getan, den Platz frei zu bekommen. Aber der Schnee behielt deutlich die Oberhand.
Vergebliche Mühe: Bei Arminia wurde alles dafür getan, den Platz frei zu bekommen. Aber der Schnee behielt deutlich die Oberhand. Foto: Thomas F. Starke

 Der DSC hätte sein Erstligaspiel gegen Werder Bremen um 18 Uhr austragen sollen, um 12.44 Uhr kam die Absage. Knapp 30 Minuten vorher wurde bekannt gegeben, dass Zweitligist SCP sein Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim nicht austragen kann. Für beide Partien will die Deutsche Fußball-Liga (DFL) „zeitnah“ neue Termine festlegen.

Da sich in dieser Woche an den Wetterverhältnissen nichts ändern soll und die Arminen in der darauf folgenden Woche am Montag, 15. Februar, in München und am Freitag, 19. Februar, gegen Wolfsburg spielen müssen, käme frühestens die achte Kalenderwoche (ab 22. Februar) als Nachholtermin in Frage. „Allerdings spielt Bremen in der Woche sonntags und freitags. Wir sind mit der DFL und Werder im Dialog. Es wird schwierig, es allen recht zu machen“, sagte DSC-Sportgeschäftsführer Samir Arabi. Eventuell könnte das Bremer Spiel vom Freitag, 26. Februar auf Sonntag, 28. Februar verschoben werden. Dann würde sich Werder wohl darauf einlassen, zum Beispiel am Dienstag (23. Februar) auf der Alm anzutreten. Am Montag werde weiter gesprochen, so Arabi.

Am Sonntag hatte der DSC zunächst noch mitgeteilt, dass Mitarbeiter aller Abteilungen „alles dafür tun werden, dass der Platz bespielbar ist“. Doch bei der offiziellen Platzbegehung mit Schiedsrichter Markus Schmidt (Stuttgart) um 11.30 Uhr fiel laut DFL im Einvernehmen mit dem Schiedsrichter und Vertretern beider Klubs die Entscheidung, das Spiel zu verlegen. „Die Verletzungsgefahr für die Spieler war einfach zu groß, weil sich immer wieder Eisschichten bildeten“, erklärte Arabi.

Auch in Paderborn war am Ende der Untergrund das größte Problem. Die seit einer Woche laufende Rasenheizung hatte den Boden entsprechend erwärmt, darauf fiel seit Samstagnachmittag unentwegt der kalte Schnee. „Dadurch bildeten sich am Sonntagmorgen auf dem bereits geräumten Platz Eisschollen. Außerdem waren die Linien schon nach wenigen Minuten nicht mehr zu erkennen, daher hatte Schiedsrichter Guido Winkmann am Ende auch keine andere Wahl“, sagte Paderborns Geschäftsführer Martin Hornberger.

Ein anderes Problem war das Dach der Benteler-Arena, auch dort wurden Eisplatten vermutet. „Schon beim Aufbau der LED-Werbebanden waren am Spielfeldrand Eisstücke heruntergekommen. Hier wollten wir auch als Stadionbetreiber weder die Schiedsrichterassistenten noch unsere Balljungen oder die Fotografen gefährden“, erläuterte Hornberger, für den die Absage am Ende nicht mehr überraschend kam: „Wenn wir heute ein Spiel mit Zuschauern gehabt hätten, wäre die Partie noch viel eher abgesetzt worden.“

Steffen Baumgart fand die Absage auch richtig: „Es wäre kein Fußballspiel möglich gewesen, höchstens eine Schlacht auf Schnee. Dabei wäre nichts Vernünftiges herausgekommen. Wenn der Schiri angepfiffen hätte, wären wir aber auch angetreten.“ Wobei sich Paderborns Trainer eine frühere Absage gewünscht hätte, die Wetterprognosen seien schließlich sehr eindeutig gewesen: „Wir schicken eine Mannschaft wie Heidenheim zweimal fast durch ganz Deutschland. Das ist bei diesen Straßenverhältnissen nicht ungefährlich. Dabei war schon am Samstag mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit klar, dass in Ostwestfalen nichts gehen wird.“

Bereits am Sonntagmorgen um 5.30 Uhr hatte der SCP damit begonnen, die 8000 Quadratmeter große Rasenfläche in der Arena von einer zunächst fünf Zentimeter dicken Schneedecke zu befreien, die im Verlauf des Vormittags auf stellenweise bis zu 15 Zentimeter anwuchs. Dafür waren bis zu 30 ehrenamtliche Helfer, darunter der Kader der U21, mit Schubkarren, Schneeschiebern und Besen im Einsatz.

Schiedsrichter Winkmann war am Sonntag bereits um 8.30 Uhr zum ersten Mal vor Ort. Nach der DFB-Spielordnung muss eine Partie vier Stunden, spätestens aber zwei Stunden vor Spielbeginn abgesagt werden. Nach Rücksprache mit DFL-Spielplanleiter Götz Bender wurde dann aber Winkmann die Entscheidung überlassen. Der Polizeibeamte erschien um 11.30 Uhr zur zweiten Platzbesichtigung und sagte dann nach Rücksprache mit den Trainern Baumgart und Frank Schmidt sowie den Geschäftsführern Hornberger und Holger Sanwald (FCH) endgültig ab. Einen Nachholtermin gibt es noch nicht, Hornberger glaubt nicht an eine zeitnahe Ansetzung: „Wir spielen definitiv nicht in der kommenden Woche, vermutlich erst Anfang März.“

Spiel-Absagen in den beiden höchsten Fußball-Ligen Deutschlands wegen Unwettern kommen relativ selten vor. Vor fast genau einem Jahr (9. Februar 2020) wurde in der Bundesliga die Partie 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach wegen des Sturmtiefs Sabine verschoben. Nach Angaben der DFL gab es die bislang letzte Absage wegen Schneefalls bei der Zweitliga-Begegnung Aue gegen Köln vor rund zwei Jahren.

Derweil beschäftigt Arminia nun ein „großes Problem“, wie Samir Arabi sagt. Da sich an der Wetterlage zunächst nichts ändern soll und es sogar noch kälter werden könnte, wird es mit dem Training schwierig. Am Montag wird Indoor-Krafttraining gemacht, Dienstag ist frei. Wie es ab Mittwoch weitergeht, ist noch offen.

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