Bielefelds Mittelfeldspieler will sich in München nicht verstecken – Beim Thema Vertrag hält er sich bedeckt
Prietl fordert mehr Mut

Bielefeld (WB) -

Als Manuel Prietl seinen Eltern in der Steiermark Fotos aus Bielefeld zuschickte, staunten sie nicht schlecht.

Samstag, 13.02.2021, 07:11 Uhr aktualisiert: 13.02.2021, 08:50 Uhr
Manuel Prietl (links) musste zuletzt aufgrund von muskulären Problemen pausieren. In München hofft er auf seine Startelfrückkehr.
Manuel Prietl (links) musste zuletzt aufgrund von muskulären Problemen pausieren. In München hofft er auf seine Startelfrückkehr. Foto: Thomas F. Starke

„Meine Eltern waren schon verwundert und verblüfft, dass es hier so viel Schnee gibt“, berichtet der österreichische Mittelfeldspieler des DSC Arminia. Mit seiner Frau Nina und besonders mit Tochter Lia (3) wurde der für OWL alles andere als alltägliche Schnee genossen.

Für den Fußballer Prietl und seine Mitspieler erschweren die Schneemassen allerdings die Vorbereitung auf das Bundesligaspiel beim FC Bayern München am Montag (20.30 Uhr/Dazn). Freitag ging es erstmals wieder auf den Platz, nachdem die Tage davor Krafttraining und Läufe im Vordergrund standen. Das ist sicher nicht optimal, aber Prietl nimmt es pragmatisch. „Es ist ja nicht so, dass wir zwei oder drei Wochen nicht trainieren konnten“, sagt der 29-Jährige.

Die Vorfreude auf das Spiel beim deutschen Rekordmeister lassen sich die Bielefelder jedenfalls nicht nehmen. Und im Gegensatz zum 1:4 Mitte Oktober will der Aufsteiger am Montag laut Prietl „mutiger spielen. Im Hinspiel sind wir zu respektvoll aufgetreten. Aber wir brauchen natürlich einen richtig guten Tag.“

Der Sechser will gerne dazu beitragen, dass die große Überraschung gelingt. In den vergangenen fünf Partien stand Prietl nicht auf dem Rasen. Aufgrund muskulärer Probleme hatte er die Spiele gegen Hertha BSC (1:0), in Hoffenheim (0:0), gegen Stuttgart (3:0) und gegen Frankfurt (1:5) verpasst, beim 1:3 in Köln stand er erstmals wieder im Kader. Gegen Bremen hätte es nicht überrascht, wenn Prietl in die Startelf zurückgekehrt wäre, doch die Begegnung am vorigen Sonntag fiel bekanntlich wegen des Schneechaos aus . „Als Spieler will man natürlich jedes Spiel machen. Ich weiß, dass ich aus einer Verletzung komme, aber ich bin jetzt komplett fit. Ich würde gerne spielen, ich bin bereit. Es liegt in der Hand des Trainers“, sagt Prietl mit Blick auf Montagabend.

Mit der Partie bei den Bayern beginnen für die Arminen die Wochen, die in der Hinrunde für den freien Fall sorgten. Sechs Pleiten in Folge setzte es gegen München, Wolfsburg (1:2), Dortmund (0:2), Union Berlin (0:5), Leverkusen (1:2) und Leipzig (1:2). Vor dem Bayern-Spiel hatte es schon ein unnötiges 0:1 in Bremen gegeben, die Rückrundenpartie gegen Werder wird am 10. März – zwischen den Duellen mit Union und in Leverkusen – nachgeholt.

Hoffnung auf Länderspieldebüt

Bange machen gilt aber nicht, betont Manuel Prietl. „Wir brauchen auch gegen solche Gegner Entschlossenheit und Mut. Wir sind in der Lage, einen Großen zu ärgern. Das haben wir zum Beispiel in Leipzig gezeigt. Wir können auch einen großen Klub zur Verzweiflung bringen“, ist er überzeugt.

Apropos überzeugt: Manuel Prietl hat bewiesen, dass er in der Bundesliga mithalten kann. Sicher sind schon einige andere Klubs auf den laufstarken Österreicher aufmerksam geworden, dessen Vertrag in Bielefeld am 30. Juni endet. Verhandlungen mit dem DSC hätten „noch nicht angefangen“, verrät Prietl, der sich aber betont locker gibt. „Ich will mich im Moment gar nicht mit dem Thema beschäftigen. Das große Ziel ist der Klassenerhalt. Das gilt es zu erreichen, das ist mein voller Fokus. Was den Vertrag angeht, das wird sich in den nächsten Wochen, Monaten entscheiden. Das macht alles mein Berater“, sagt der Steirer, der im Oktober kurz vor dem Debüt für die Nationalmannschaft seines Landes stand.

Aufgeschoben ist hierbei vielleicht nicht aufgehoben. „Ich muss meine Leistung bringen, damit die Chance wiederkommt. Klar wäre es richtig schön, mal für mein Land zu spielen.“ Das wäre ein spätes Debüt, schließlich wird Prietl im August 30. Doch das stört ihn kein bisschen. „Für mich ist das Alter nur eine Zahl. Klar gehört man mit 29, 30 zum älteren Schlag. Aber ich fühle mich extrem fit und in der besten Zeit meiner Karriere.“

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