Armine Amos Pieper trifft am Samstag nicht nur auf Ex-Klub Dortmund, sondern auch auf Tormaschine Erling Haaland
Da kommt was auf ihn zu

Bielefeld (WB) -

Als hätten die Arminen aktuell nicht schon genug Probleme, den eigenen Laden dicht zu halten, bekommen sie es jetzt auch noch mit ihm zu tun: Erling Haaland hat sich für die Fußball-Bundesligapartie seiner Dortmunder Borussia am Samstag (15.30 Uhr, Signal-Iduna-Park) gegen den DSC vorgenommen, seinen bislang schon 17 Saisontreffern weitere folgen zu lassen.

Freitag, 26.02.2021, 02:37 Uhr aktualisiert: 26.02.2021, 02:40 Uhr
Auf Amos Pieper (links) wartet Schwerstarbeit. Dem DSC-Verteidiger steht das Duell mit BVB-Stürmer Erling Haaland bevor.
Auf Amos Pieper (links) wartet Schwerstarbeit. Dem DSC-Verteidiger steht das Duell mit BVB-Stürmer Erling Haaland bevor. Foto: Starke, imago

17 Mal kam Haaland, der den 2:0-Hinspielsieg seines BVB verletzungsbedingt versäumte, in der laufenden Saison für Dortmund zum Einsatz. Im Schnitt trifft der Norweger demnach in jedem Spiel. Zuletzt war der 20-Jährige auch beim 4:0 im Derby gegen Schalke 04 erfolgreich. Haalands Seitfallzieher war dabei der Hingucker des Spiels. Bei diesem Treffer, sagt Uwe Neuhaus, habe man gesehen, dass „man sehr eng dran sein und versuchen muss, Körperkontakt herzustellen“. Arminias Trainer beeindruckt auch das „brutale Tempo“ Haalands, das dazu beiträgt, dass der BVB-Profi zu den Aufsehen erregendsten Spielern weltweit zählt. Den Stürmer zu stoppen sei „eine Aufgabe, wie sie schwerer kaum sein kann in der 1. Liga“, urteilt Neuhaus. Und obwohl er zu seiner aktiven Zeit unter anderem beim Bundesligisten Wattenscheid 09 selbst ein beinharter Defensivmann war, gibt Arminias Trainer unumwunden zu: „Haaland wäre nicht mein bevorzugter Gegenspieler gewesen.“

14 Treffer in vier Partien

Am Samstag wird es nun Amos Pieper mit dem Dortmunder zu tun bekommen. Auch ihn beeindruckt Haalands Torquote. „Ich werde alles dafür tun, dass nicht noch eins dazu kommt“, verspricht Pieper. Ob das gelingen wird? 14 Treffer haben die Ostwestfalen allein in den letzten vier Partien kassiert. Eine verheerende Zahl. „Davor war es nur ein Gegentor in fünf Spielen“, blickt Pieper zurück. „Derzeit ist es so: In jedem Moment, in dem wir nicht aufpassen, fliegt uns das Ding um die Ohren“, hadert der DSC-Profi, um sich im nächsten Atemzug selbst zu beantworten, woran das liegen mag: „Das ist wahrscheinlich Bundesliga.“

Dass er in dieser Klasse gelandet ist, „schien lange Zeit unmöglich“, sagt Pieper. „Jetzt bin ich 23 und habe in Bielefeld schon mit 22 Bundesliga gespielt. Dafür bin ich Arminia extrem dankbar.“

Geholt haben die Ostwestfalen den Innenverteidiger im Januar 2019 aus Dortmund. Der BVB ließ Pieper zwar bei den Profis mittrainieren, zum Einsatz kam er aber nur in der Reserve. Dabei war Pieper mit der Borussia zweimal deutscher A-Jugend-Meister geworden. Ob sein Karriereplan vorsehe, eines Tages wieder zum BVB zurückzukehren, beantwortet Pieper so: „Ich bin happy hier. Niemand sagt, dass ich die Ziele, die ich habe, nicht auch mit Arminia Bielefeld erreichen kann.“ Und „nur weil Dortmund mein alter Verein ist, ist es nicht auch mein größter Wunsch, unbedingt noch mal für Dortmund zu spielen – absolut nicht“.

Sollten die Arminen absteigen, dürfte es allerdings schwierig werden, Pieper (Vertrag bis 2022) zu halten. Erst recht wenn das mögliche Angebot die finanziellen Sorgen des DSC lindern würde, die mit der Corona-Krise einzogen.

Norwegische Naturgewalt

Sollte Mainz 05 am Sonntag gegen Augsburg punkten und Bielefeld in Dortmund verlieren, stünde der DSC nach dem 23. Spieltag zum ersten Mal seit langer Zeit wieder auf einem direkten Abstiegsplatz. Pieper ficht das nicht sonderlich an: „ Da wo wir stehen, stehen wir zurecht. Es hätte ein bisschen besser, aber auch bedeutend schlechter sein können. Vor der Saison hätten viele von uns Platz 16 zum jetzigen Zeitpunkt genommen. Ich könnte gar nicht sagen, wie viele Punkte es vor diesem Spieltag nach unten sind oder wie viele nach oben fehlen“, sagt Pieper. „Ich weiß nur, dass es in beide Richtungen ziemlich eng ist.“

Trainer Neuhaus weiß, was er an Pieper hat. „Er hat gezeigt, dass es richtig war, ihn zu holen. Aber ich glaube, dass er noch nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen ist. Er hat das Potenzial, noch bessere Leistungen zu zeigen.“ Dem 61 Jahre alte Coach entgeht beim Studium seiner Spieler wenig. Neuhaus: „Ich kenne ihn so gut, dass ich manchmal die eine oder andere Unsicherheit erkenne, die andere gar nicht bemerken. Das sind Erfahrungen, die er machen muss. Amos wird sich absolut noch steigern.“

Das muss er auch. Jedenfalls dann, wenn er Haaland am Samstag wirklich aufhalten will. Vor seinem Tête-à-Tête mit der drei Jahre jüngeren norwegischen Naturgewalt sagt der Armine, er bereite sich „nicht exorbitant mehr“ auf Haaland vor als auf andere Erstliga-Angreifer. Warum auch, überraschen dürften die Qualitäten des Dortmunders ohnehin niemanden mehr. Oder wie Pieper es ausdrückt: „Jetzt zu prognostizieren, der wird mal ein Großer, wäre ein bisschen spät.“

Sondertrikot zum 600.

Zurück zu den Anfängen: In Dortmund begeht der DSC Arminia am Samstag sein 600. Erstligaspiel und wird aus diesem Anlass in einem Sondertrikot auflaufen. Auch ihre Premiere im Oberhaus feierten die Ostwestfalen beim BVB. Am 15. August 197o unterlagen die Bielefelder im Stadion Rote Erde vor 30.000 Zuschauern mit 0:3. Werner Weist, Manfred Ritschel und Theo Bücker trafen für die Borussia.Arminia hat für die erste Länderspielpause des Jahres ein Testspiel vereinbart. Am Donnerstag, 25. März (14 Uhr, Eilenriedestadion) tritt der DSC beim Zweitligisten Hannover 96 an.

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