Neuhaus führte den DSC in die Bundesliga – Rejek: Trennung ein Zeichen des beidseitigen Scheiterns
Für immer der Aufstiegs-Trainer

Bielefeld -

Seinen Platz in den Geschichtsbüchern des 1905 gegründeten DSC Arminia Bielefeld hat Uwe Neuhaus sicher.

Dienstag, 02.03.2021, 03:00 Uhr aktualisiert: 02.03.2021, 11:08 Uhr
Sein größter Erfolg: Uwe Neuhaus am 28. Juni 2020 mit der Meisterschale der 2. Liga, Radkappe genannt.
Sein größter Erfolg: Uwe Neuhaus am 28. Juni 2020 mit der Meisterschale der 2. Liga, Radkappe genannt. Foto: Thomas F. Starke

 Nach elf Jahren Abstinenz war Arminia im Sommer 2020 wieder Erstligist – und Neuhaus ist der Trainer, der dafür verantwortlich ist. Arminias kaufmännischer Geschäftsführer Markus Rejek sagte am Montagabend: „Dieser Aufstieg und diese Meisterschaft wird immer auch mit Uwe Neuhaus verbunden sein. Eine großartige Leistung. Aber wir müssen nachhaltig für die Zukunft des Vereins denken.“ Deshalb ist die Ära Neuhaus in Bielefeld vorbei.

Sportgeschäftsführer Samir Arabi verriet, der 61-Jährige habe die Nachricht der Trennung professionell aufgenommen, glücklich sei er aber natürlich nicht gewesen: „Uwe hat sich mit der Sache identifiziert, darum ist es logisch, dass bei den Protagonisten eine gewisse Enttäuschung vorherrscht.“

Am 10. Dezember 2018 hatte der gebürtige Hattinger in Bielefeld angefangen und als Nachfolger des überaus beliebten Jeff Saibene keinen ganz leichten Stand. Doch Siege sind die beste Art, sich die Anerkennung der Fans zu verdienen. Aus der Abstiegsregion führte Neuhaus den DSC nach 34 Spieltagen auf Tabellenplatz sieben.

„Wir machen keine Polonäse“

Und dann, mit Beginn der Saison 2019/20, ging es richtig los. Der Ballbesitzfußball wurde weiter verfeinert, Bielefeld gewann in der 2. Liga Spiel um Spiel. Vom 15. Spieltag an war Arminia durchgehend Tabellenführer, mit sieben Auswärtssiegen am Stück wurde ein Vereinsrekord aufgestellt. Am Saisonende wurde mit 68 Punkten die souveräne Meisterschaft gefeiert.

Vor dem Beginn der aktuellen Saison war man sich bewusst, dass der DSC mit dem kleinsten Etat aller Teams als „Abstiegskandidat Nummer eins“ startet. Trotzdem sollte der Klassenerhalt das Ziel sein. Der Beginn gelang mit vier Punkten aus zwei Spielen, doch dann folgte eine Serie von sieben Pleiten am Stück. 13 Punkte aus den folgenden acht Spielen sorgten – zumindest nach außen – für Ruhe. Doch nachdem die ersten fünf Rückrundenspiele nur einen Punkt brachten (bei 5:17 Tore), ist Neuhaus DSC-Geschichte.

Sein letztes Spiel auf der Bielefelder Bank war am Samstag das 0:3 in Dortmund. „So eine Trennung zu vollziehen, macht keinen Spaß. Und es ist ja auch immer ein Zeugnis, dass es auf beiden Seiten ein Scheitern gibt. Das ist wie in einer Beziehung“, äußerte Rejek Bedauern. Der Blick gehe jetzt nach vorn. „Aber wir machen natürlich keine Polonäse.“

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