Kommentar zum Kurswechsel bei Arminia Bielefeld
Der DSC geht voll ins Risiko

Bielefeld -

Arminia steht am Wendepunkt – wieder einmal. Waren Richtungswechsel in der Vergangenheit vor allem Abstiegen geschuldet, verlässt der Fußball-Bundesligist dieses Mal eher aus freien Stücken den Weg, der einen der größten Erfolge der Vereinsgeschichte möglich machte. Begründet wird dies insbesondere mit langfristigen Überlegungen und wirtschaftlichen Zwängen.

Dienstag, 02.03.2021, 18:53 Uhr aktualisiert: 02.03.2021, 18:56 Uhr
Frank Kramer (Dritter von rechts) hat bei Arminia das Kommando übernommen.
Frank Kramer (Dritter von rechts) hat bei Arminia das Kommando übernommen. Foto: Thomas F. Starke

Dass die Kehrtwende ein Beben im Umfeld auslöst, hat neben der Demission von Aufstiegstrainer Uwe Neuhaus einen zweiten Grund: Die Fans traf der Strategiewechsel völlig unvorbereitet. Dabei ist er erklärungsbedürftig. Wie passt der äußerst unglückliche Begriff „Ausbildungsverein“ zusammen mit dem Anspruch, einer der besten 25 Fußballklubs in Deutschland zu sein? Und was bedeutet er für das Gesicht der Mannschaft?

Als Erst- und Zweitligist zählen nur Ergebnisse – und es gilt, einen Absturz in die Drittklassigkeit mit aller Macht zu verhindern. Daher sind die Möglichkeiten, junge Talente einzusetzen, begrenzt und immer auch eine Gratwanderung. Es braucht die richtige Mischung, erfahrene Profis als Korsettstangen. Umso wichtiger wäre es als Signal, Führungsspieler an Bord zu behalten. Eine Schlüsselrolle könnte Fabian Klos als Integrationsfigur spielen. Doch ob sein Vertrag verlängert wird, ist völlig offen.

Der Anspruch muss sein, Talente gezielt zu entwickeln. Das ist – zumindest in Ansätzen – auch unter Neuhaus der Fall gewesen: Amos Pieper und Fabian Kunze machte er in einem erfolgreichen Zweitliga-Team zu Stützen, Roberto Massimo ebnete er den Weg. Im Bundesliga-Überlebenskampf bot sich indes Jomaine Consbruch, Sebastian Müller und Noel Niemann keine Gelegenheit.

Mit der Art und Weise sowie vor allem dem Zeitpunkt des Strategiewechsels geht die Klubführung voll ins Risiko. So steht das Langfristprojekt mit Hoffnungsträger Frank Kramer schon ganz kurzfristig unter Erfolgsdruck.

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