Interview: Arminias neuer Trainer Frank Kramer über AC/DC, zerbrochene Vasen und warum er sich wie ein Boxer im Ring fühlt
„Es entspannt mich, wenn es mal richtig scheppert“

Bielefeld -

Dass Frank Kramer der neue Trainer des Fußball-Bundesligisten Arminia Bielefeld ist, wissen viele. Was viele nicht wissen ist, wie der 48-Jährige aufgewachsen ist, was er von seinen Eltern über das Vereinsleben lernen konnte, wie viel Geld er als Jugendspieler verdient hat, wie er über seine Zeit als Lehrer denkt, was er seinen Spielern vorlebt und warum er sich bei Arminia gut aufgehoben fühlt – all das verrät Kramer im Interview. Von Jens Brinkmeier, Dirk Schuster
Samstag, 27.03.2021, 02:59 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 27.03.2021, 02:59 Uhr
„Wir wollen die Jungs begeistern und mitnehmen. Und das geht nur, wenn man selbst positiv ist“, sagt Frank Kramer (48, Vertrag bis 2023).
„Wir wollen die Jungs begeistern und mitnehmen. Und das geht nur, wenn man selbst positiv ist“, sagt Frank Kramer (48, Vertrag bis 2023). Foto: Thomas F. Starke
Der Einstieg war nicht einfach. Frank Kramer ahnte: Es wird Überzeugungsarbeit nötig sein, um als neuer Trainer des DSC Arminia akzeptiert und respektiert zu werden. Am 2. März trat der 48 Jahre alte gebürtige Memminger die Nachfolge des tags zuvor entlassenen Uwe Neuhaus an. Nach seinen ersten (fast) vier Wochen, vier Spielen und vier Punkten als Bielefelder Coach präsentiert sich Kramer in seinem ersten ausführlichen Interview als DSC-Coach aufgeschlossen und voller Tatendrang.   Wie können Sie die Länderspielpause gewinnbringend nutzen, Herr Kramer? Frank Kramer: Die Unterbrechung ist eine willkommene Gelegenheit, um Dinge zu vertiefen und die Spieler noch besser kennenzulernen. Man hat jetzt mehr Zeit, um nicht nur über Vorwärtsverteidigung und Nachrücken zu sprechen, sondern auch um zu fragen: Wie sieht es bei dir daheim aus? Wer kümmert sich darum, dass deine Wäsche gewaschen wird? Wer ist fürs Essen zuständig? Bist du alleine oder in einer Partnerschaft? Hast du einen Hund oder ein anderes Tier zu versorgen? Wenn die Spieler etwas über mich wissen wollen, bekommen sie selbstverständlich auch eine Antwort. Manchmal lässt sich aus den Gesprächen ableiten, warum der Status quo im sportlichen Bereich so ist, wie er ist. Und wir nutzen die Tage auch, um Einzelanalysen zu machen. Speziell auch mit den Jungs, die nicht so viel gespielt haben. Wir legen großen Wert darauf, alle mitzunehmen. Sie haben Sport und Englisch auf Lehramt studiert, am Gymnasium unterrichtet und auch als Uni-Dozent gearbeitet. Wie sehr nützen Ihnen bei den Gesprächen mit den Spielern Ihre Erfahrungen als Pädagoge? Kramer: Es ist ein anderes Umfeld, das kann man nicht direkt übertragen. Ich nenne es immer Lebenspädagogik, das ist für mich das Entscheidende im Fußball. Mit irgendwelchen Theorien und Formeln oder vorgefertigten Strategien wird man den Spielern nicht gerecht. Es ist Leistungssport, die Profis sind gläsern, die Egos sind stärker ausgeprägt. Das ist schon anders als das, was ich an der Uni gelernt habe. Auf die Anwendung kommt es an. Und da habe ich mir in der Praxis sicher etwas abgeschaut und gelernt. Sie haben sich dann gegen die Lehrerlaufbahn und den Beamtenstatus und für den Schleudersitz Profifußball entschieden. Kramer: Ich habe es bisher keine Sekunde bereut.
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