U-21-EM: Deutschland nach 0:0 Gruppenzweiter – Pieper und Maier zurück in Bielefeld
Arminia-Duo erreicht das Viertelfinale

Budapest -

In der Freude über das erreichte EM-Viertelfinale schaute Stefan Kuntz gerne auf spannende Monate voraus. „Ich bin froh, dass wir zumindest mal noch einen Auftritt auf der großen Bühne haben“, sagte der Nationaltrainer der deutschen U21-Fußballer nach dem erreichten Minimalziel.

Mittwoch, 31.03.2021, 19:13 Uhr aktualisiert: 31.03.2021, 20:04 Uhr
Die Arminen Arne Maier (rechts) und Amos Pieper (Dritter von rechts) stehen mit der deutschen U21 im EM-Viertelfinale.
Die Arminen Arne Maier (rechts) und Amos Pieper (Dritter von rechts) stehen mit der deutschen U21 im EM-Viertelfinale. Foto: dpa

Wie seine Jung-Nationalspieler wirkte Kuntz, der nach dem 0:0 gegen Rumänien in Budapest einmal mehr zu seinen Bundestrainer-Ambitionen befragt wurde, extrem erschöpft – und erleichtert.

Ende Mai kann sich seine Auswahl nun in der K.o.-Phase im Duell mit anderen Topteams messen, Halbfinale und Endspiel sollen bis zum 6. Juni folgen. „Das tut den jungen Spielern in ihrer Entwicklung gut, und es tut diesem Jahrgang gut, um zu zeigen, ob noch mehr in ihm steckt“, sagte Kuntz, dessen als schwächer eingestufte EM-Garde absolute Turnier-Tauglichkeit bewies. Zur Party-Mucke „Bierkapitän“ wurde in der Kabine und im Flieger verdientermaßen gefeiert.

Die große Feier soll im Idealfall nach der K.o.-Runde des wegen der Pandemie zweigeteilten Turniers folgen, eine der nächsten Herausforderungen in diesem ungewöhnlichen Jahr für Kuntz. Der 58-Jährige bleibt im Kandidatenkreis für die Nachfolge von Joachim Löw. „Wenn jemand beim DFB denkt, wir reden mal mit dem Stefan, dann werden die mich anrufen, und dann gehe ich auch dran“, sagte der lachende Kuntz. Sein Erfolg mit der U21-Generation, die über deutlich weniger Erfahrung und Talente verfügt als ihre Vorgänger, könnte durchaus als Bewerbungsschreiben interpretiert werden. „Aber über mehr habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.“

Zwei Monate Zeit hat Kuntz bis zur K.o.-Phase der EM, das Viertelfinale steigt am 31. Mai in Szekesfehervar. Der Coach darf im Mai einen neuen Kader nominieren, auf gesetzte Spieler oder Wackelkandidaten wollte er sich am Dienstagabend nicht festlegen. Nur gut sechs Wochen nach dem EM-Finale wartet dann die nächste Herausforderung: Olympia in Tokio.

Begleitet wird die Planung des turbulenten Jahres für Kuntz durch die Unsicherheiten der Corona-Pandemie. „Im Moment sind so viele Sachen ungewöhnlich, dass man schauen muss, wo liegt da die Chance für mich und wie mache ich das Beste daraus“, sagte der 58-Jährige. Immerhin: Auf die K.o.-Phase der EM kann Kuntz sein Team wohl mit einem Trainingslager vorbereiten, was vor der Gruppenphase nicht möglich war. „Dann haben wir die Chance, uns weiterzuentwickeln“, sagte der Coach, der vor allem mit seiner Defensive schon zufrieden war.

Der Bielefelder Amos Pieper, Nico Schlotterbeck, Josha Vagnoman und David Raum etablierten sich in den drei Partien in Ungarn als stabile Viererkette, davor überzeugten der ebenfalls für Arminia Bielefeld spielende Kapitän Arne Maier und Niklas Dorsch im defensiven Mittelfeld. „Es war eine Stabilität in der Defensive, die so nicht zu erwarten war“, lobte Kuntz. Das einzige Gegentor in den drei Vorrunden-Partien resultierte aus dem Patzer von Keeper Finn Dahmen.

Offensiv dagegen hat Kuntz noch Einiges an Arbeit, wie der Coach zugab: „Da gibt es viele Sachen zu verbessern. Aber das dauert am längsten, das mit einer Mannschaft zu erarbeiten“, sagte der Ex-Stürmer. Vier Tore erzielte seine Auswahl in drei Spielen, doch vor allem gegen Rumänien wäre mehr drin gewesen. Lukas Nmecha setzte einen Handelfmeter an den Pfosten (72. Minute), Pieper scheiterte an der Latte. Auch deshalb musste die U21 zittern.

Beide Arminia-Profis, Pieper und Maier, sind am Mittwoch nach Bielefeld zurückgekehrt. Maier steht damit auch für die Bundesligapartie des DSC am Samstag beim FSV Mainz 05 zur Verfügung. Pieper wird das Kellerduell wegen einer Gelbsperre verpassen.

Deutschland: Dahmen (FSV Mainz 05) - Vagnoman (Hamburger SV), Pieper (Arminia Bielefeld), N. Schlotterbeck (1. FC Union Berlin), Raum (SpVgg Greuther Fürth) - Maier (Arminia Bielefeld), Dorsch (KAA Gent) - R. Baku (VfL Wolfsburg - 82. Jakobs (1. FC Köln)), Klimowicz (VfB Stuttgart - 63. Burkardt (FSV Mainz 05)), Berisha (RB Salzburg - 90.+1 Stach (SpVgg Greuther Fürth)) - Nmecha (RSC Anderlecht)

Rumänien: Vlad - Vladoiu, Pascanu (63. Dragusin), Ciobotariu, Harut - Itu (46. Ciobanu), Dulca (57. Morutan), Oaida, Matan - Olaru, Petre (76. Popescu)

Schiedsrichter: Guillermo Cuadra Fernández (Spanien)

Gelbe Karten: Raum (1), Dorsch (2), Pieper (1) / Oaida (1), Itu (1), Matan (1), Olaru (1), Petre (1), Ciobotariu (1)

Besondere Vorkommnisse: Nmecha (Deutschland) verschießt Handelfmeter (72.)

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