Läufer-Meeting des LC Solbad zum 50-jährigen Jubiläum: Bjarne Heidner überragt
Sternstunde der Altkreis-Leichtathletik

Borgholzhausen . Eine Sternstunde der heimische Leichtathletik – ohne Übertreibung passt dieses Prädikat zum Jubiläumssportfest des LC Solbad Ravensberg. 137 Läuferinnen und Läufer konnten dank der Vorarbeit einer 40-köpfigen Helferschar ihre Leidenschaft endlich wieder im Wettkampfmodus ausüben – allen Corona-Hemmschuhen zum Trotz. Und ein Ausnahmetalent aus den Reihen des Ausrichters hat den Geburtstag „50 Jahre Leichtathletik in Borgholzhausen“ mit einer bundesweiten Spitzenleistung gekrönt: Bjarne Heidner stürmte wie bereits kurz berichtet über 3000 m auf Platz eins der aktuellen deutschen Bestenliste seiner Altersklasse M15.

Montag, 24.08.2020, 23:04 Uhr aktualisiert: 25.08.2020, 00:10 Uhr
Im Ziel am Ende seiner Kräfte, die Freude über die deutsche Jahresbestzeit kommt später: Bjarne Heidner und sein Rivale Fynn Landwehrjohann ringen nach einem furiosen 3000-m-Rennen nach Luft ( Foto: Gunnar Feicht
Im Ziel am Ende seiner Kräfte, die Freude über die deutsche Jahresbestzeit kommt später: Bjarne Heidner und sein Rivale Fynn Landwehrjohann ringen nach einem furiosen 3000-m-Rennen nach Luft ( Foto: Gunnar Feicht

Der Gymnasiast aus Halle verbesserte die bisherige Spitzenleistung der Rangliste um gut fünf Sekunden auf 9:19,18 Min. und knackte ganz nebenbei den 17 Jahre alten Kreisrekord von Hendrik Pohle (SV Brackwede). Der spätere Böckstiegellauf-Sieger (2017) war 2003 als 15-Jähriger 9:19:58 gelaufen. Bjarne Heidner riskierte nach zwei überzeugenden 800-m-Starts (zuletzt Kreisrekord mit 2:01,62) im dritten Rennen der kurzen Bahnsaison erstmals den Ausflug auf die Langstrecke: „Ich hatte mir 9:30 zum Ziel gesetzt. Die beiden Oelder haben ein gutes Tempo gemacht“, sagte Heidner, der mit Fynn Landwehrjohann und dessen Schrittmacher Nils Wickern bis 2000 m eine Dreier-Spitze bildete.

3:10 Min. betrug nach fünf Runden der Kilometer-Schnitt, dann zog das verbliebene Spitzenduo noch mal an und die letzten 800 m schaffte Heidner in erstaunlichen 2:21 Min. Dabei hängte er mit einer furiosen 64-Sekunden-Schlussrunde auch den ein Jahr älteren Landwehrjohann noch um fast fünf Sekunden ab. „Das Tempotraining und die 800-m-Rennen haben viel gebracht. Aber ab 2000 m war es richtig hart“, beschrieb Heidner das begeisternde Duell. Gemeinsam mit seinem Rivalen lag er im Ziel minutenlang ausgepumpt am Boden. Jetzt steht noch ein freundschaftliches, aber sportlich ebenso hartes Duell zweier OWL-Spitzentalente auf dem Plan: Am kommenden Freitag in Melle wollen Heidner und Robert Rutz (SC Herford/derzeit Deutschlands Nummer eins im 800-m-Lauf) über die zwei Stadionrunde die zwei Minuten angreifen.

Auch Elias Sansars im Alleingang herausgelaufene Gesamt-Siegerzeit von 15:00:83 Min. über 5000 m hat überregionale Strahlkraft. Der zwölffache Hermannslauf-Sieger musste im vorletzten und damit nur „zweitschnellsten“ von fünf Zeitläufen über die zwölfeinhalb Stadionrunden starten. Denn wegen seiner verspäteten Meldung konnte er nur ins Rennen gehen, weil eine andere Hermannslauf-Erste (Michelle Rannacher/DJK Gütersloh) am Wettkampftag auf ihren Platz verzichtet hatte. Mehr als zwölf Aktive pro Lauf waren coronabedingt nicht zugelassen. Sansars erster Wettkampf in diesem Sommer zeigte eindrucksvoll, was der Detmolder in seinem ersten M40-Jahr bei Straßenläufen hätte leisten können: „Ich habe die ganze Zeit durchtrainiert und hatte mir schon eine ähnliche Zeit zugetraut“, kommentierte Sansar sein einsames Rennen.

Er überrundete in seinem Zeitlauf alle elf Konkurrenten – sogar Nils Pöhlker (TSVE Bielefeld), den Weihnachtscross-Sieger von 2019, mit einer Endzeit von 16:45,14 Min. Den ebenfalls hervorragend besetzten letzten Zeitlauf (Meldezeiten von 15:25 bis 16:40) gewann Jens Hiermayr (wie Sansar vom TuS Eintracht Bielefeld) in 15:47,36 Min. vor dem lange führenden Adam Janicki (SV Brackwede/15:53,09). Jan Geisemeier vom LC Solbad wurde mit persönlicher Bestzeit (16:33,55) in diesem Rennen mit hoher Leistungsdichte Achter.

Nicht weit dahinter Stephanie Strate (SV Brackwede) als schnellste Frau des Abends: In 16:46,39 Min. verbesserte sie sich nach dem Hitzerennen bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig noch einmal deutlich und bestätigte ihren Platz unter den Top 15 in Deutschland. „Großes Kompliment an den LC Solbad, ihr habt hier unter schwierigen Bedingungen eine tolle Veranstaltung auf die Beine gestellt“, bedankte sich die DM-Elfte über 5000 m gemeinsam mit Trainer Thomas Heidbreder und der Leistungsgruppe der SV Brackwede beim Ausrichter.

Dickes Lob von allen Seiten für die Organisation

Ein genehmigungsfähiges Hygienekonzept ausarbeiten und umsetzen. Allen Sportlern, Begleitern und Zuschauern den vorgeschriebenen Kontaktverfolgungs-Bogen abverlangen. Die Zahl der im Stadion zugelassenen Personen überwachen. Nach dem Melde-Ansturm auf die 800-m- und 5000-m-Läufe den Zeitplan ändern und die leistungsgerechte Einteilung der Zeitläufe mit strenger Teilnehmer-Obergrenze mehrfach anpassen. Das waren nur einige der Vielzahl spezieller Herausforderungen, die das Sportfest unter Corona-Bedingungen dem Ausrichter abverlangte.

Abteilungsvorsitzende Antje Strothmann und ihr engagiertes Helferteam haben sie gemeistert – von mehreren hundert E-Mails mit Detailinformationen für die Teilnehmer bis zum Laminieren und Aufhängen diverser Warn- und Info-Schilder. Euphorische Stimmung und Dankesworte von Aktiven und Trainern entschädigten die Ehrenamtlichen für ihren Einsatz. Stellvertretend für viele sagte Laufsport-Nestor und Hermannslauf-Begründer Peter Gehrmann: „Eine richtig starke Leistung aller Beteiligten. Die Teilnehmer haben sich hier wohlgefühlt. Das zeigen auch die erzielten Zeiten meiner Trainingsgruppe.“

Trotz Maskenpflicht am Streckenrand kam Stimmung auf. Dazu leisteten Andreas und Raimund Dopheide mit wettkampfgerechter Musik-Beschallung und Antje Strothmann als fachkundige Stadionsprecherin ihren Beitrag. Sie freuten sich nicht nur über die Ausnahmekönner Elias Sansar und Bjarne Heidner, sondern auch über gute Solbad-Leistungen, wobei etliche U14- und U16-Talente über 800 m erstmals unter drei Minuten blieben und sich Julia Speckmann (Jahrgang 2006) um neun Sekunden auf 2:34,57 Min. verbesserte. Der Stabhochsprung-Wettkampf musste wegen eines Schadens an der Anlage ausfallen. Dafür entschädigte sich M12-Westfalenrekordler Till Heienbrok mit Bestzeit über 800 m (2:40,79). Auch die Ü50-Oldies überzeugten: Arnd Bruhns (M50) mit persönlicher Bestleistung über 3000 m in 10:00,12 Min., über 5000 m Dirk Strothmann (M50) in 17:46,34 Min. und Dario Anselmetti (M55) in 20:03,67 Min. Katharina Kloppe verfehlte als schnellste 5000-m-Läuferin des LC in 19:23,25 Min. ihre Bahnbestzeit nur knapp.

Die vollständigen Resultate gibt es unter www.lcsolbad.de.

 

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