Leichtathletik: LC Solbad Ravensberg will zwei Laufveranstaltungen realisieren
Einen Klassiker aufleben lassen

Borgholzhausen (WB). „Wir haben sehr viele Anfragen. Die Leute wollen endlich wieder irgendwo starten.“ Sabine Lünstroth, die Geschäftsführerin des LC Solbad Ravensberg, weiß aus zahlreichen Gesprächen, dass die Ausdauersportler ungeduldig mit den Laufschuhen scharren. Nach der coronabedingten Absage vieler Traditionsveranstaltungen will der heimische Leichtathletikverein mit speziell zugeschnittenen Konzepten in diesem Jahr doch noch zwei Laufevents realisieren. Die entsprechenden Unterlagen hat der LC beim Gesundheitsamt des Kreises eingereicht und hofft trotz der steigenden Infektionszahlen auf eine baldige Genehmigung.

Donnerstag, 15.10.2020, 23:58 Uhr aktualisiert: 16.10.2020, 00:00 Uhr
Bis 2009 richtete der LC Solbad den Berg-Einzelzeitlauf aus. Nun soll Deutschlands wohl nördlichster Berglauf hinauf zum Luisenturm sein Comeback feiern. Foto: Gunnar Feicht
Bis 2009 richtete der LC Solbad den Berg-Einzelzeitlauf aus. Nun soll Deutschlands wohl nördlichster Berglauf hinauf zum Luisenturm sein Comeback feiern. Foto: Gunnar Feicht

Berg-Einzelzeitlauf

Samstag, 21. November: Ein geschichtsträchtiges Datum: Exakt 50 Jahre zuvor ging der erste 10-km-Testlauf der neu gegründeten Leichtathletik-Abteilung des TuS Solbad auf die Strecke ging. Damals war‘s ein flacher Straßenkurs, jetzt will der LC einen Klassiker wieder aufleben lassen, der auf 5,1 bergigen Kilometern hohe Anforderungen an die Kletterfähigkeiten stellt. Denn das Ziel befindet sich am Luisenturm, 276 Meter über dem Meeresspiegel. Bis 2009 war Deutschlands mutmaßlich nördlichster Berglauf fester Bestandteil des Solbad-Jahreskalenders und zog zu Spitzenzeiten mehr als 400 Teilnehmer an. Als der Trend immer mehr zum Wellness-Laufen ging, ließ die Resonanz stark nach, das Angebot wurde eingestellt.

Aber die Corona-Zwangspause hat in der Volksläufer-Szene wieder die Abenteuerlust geweckt. Und das Reglement passt in Zeiten der Pandemie exakt zu dem Credo, Massenveranstaltungen zu entzerren und große Teilnehmerpulks zu vermeiden. „Die Aktiven werden per Einzelstart auf die Strecke geschickt, jeweils im 30-Sekunden-Abstand. Die gestoppte Zeit entscheidet über die Platzierung. Die Teilnehmerzahl ist auf 300 begrenzt“, erläutert Sabine Lünstroth. Wie bis 2009 gewohnt, befindet sich der Start am Borgholzhausener Stadtrand (Ecke Sundernstraße/Hengebergweg). Über Hengebergweg, Wellingholzhauser Straße, Peter-Eggermont-Straße (mit Wendepunkt vor dem Windrad Hollandskopf) geht es nahezu immer bergauf, der Endspurt führt über den Wanderparkplatz zum Ziel am Luisenturm.

Damit der Lauf unter Corona-Bedingungen genehmigt werden kann, verzichtet der Ausrichter auf ein Wettkampfzentrum. Vor Ort gibt es keine Nachmeldungen, Startunterlagen sollen nach Voranmeldung (bis 11. November) per Post verschickt werden. Nach einem Becher Tee am Ziel werden die Teilnehmer über eine eigens ausgeschilderte Rückweg-Laufstrecke ohne Begegnungsverkehr wieder ins Tal geschickt. Duschen und Umkleiden am Stadion und in den Sporthallen bleiben geschlossen, die Sportler sollen in Laufkleidung anreisen. „Damit wird bestmöglich gewährleistet, dass Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden“, sagen die Solbader. Und hoffen zuversichtlich, dass ihr Konzept so bald wie möglich genehmigt wird. „Die Nachfrage nach dem begrenzten Platzkontingent wird groß sein“, ist Sabine Lünstroth sicher.

Weihnachtscrosslauf

20. Dezember: Der Plan für die 48. Auflage des Klassikers am vierten Advents-Sonntag sieht eine Halbierung der sonst üblichen Teilnehmerzahl von 1000 auf höchstens 499 vor. Auf die klassische 16-km-Distanz (zwei Runden über den Barenberg) wird verzichtet, nur Läufe über 5 km (ohne langen Anstieg) und 10 km (eine Barenberg-Runde) sind im Programm. Ein ausgeklügelter Plan regelt die Starts im Ravensberger Stadion: „Um die Mindestabstände einhalten zu können, werden Starterfelder (Sektoren) gebildet, maximal 30 Läufer pro Feld (drei Läufer nebeneinander, jeder hat eine Laufbahn, 20 Meter nach hinten). Zuerst erfolgt der Start zum 5-km-Lauf, die Teilnehmer des 10-km-Laufes warten bis zum Start in kleinen Gruppen auf dem Parkplatz“, heißt es zu diesem Thema im Hygienekonzept, das sämtliche Abläufe im Start-Ziel-Bereich minutiös regelt.

Selbst die Ausgabe des Tees im Zielbereich ist genau beschrieben – in Bio-Einwegbechern an langen Tischen, aufgereiht in einem Durchgangs-Zelt mit Einbahn-Regelung. Die Ablaufplanung stellt sicher, „dass sich zu keinem Zeitpunkt mehr als 30 Personen unter Einhaltung der Mindestabstände gleichzeitig in den ausgewiesenen Sektoren aufhalten“. Sabine Lünstroth weiß: „Dafür werden wir viele Ordner und Helfer benötigen. Ich hoffe, dass sich genug Mitglieder dazu bereit finden.“ Sportveranstaltungen zu Corona-Zeiten erfordern eben einen immensen Aufwand.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7633834?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2352973%2F4029440%2F
Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann ist tot
Thomas Oppermann im März vergangenen Jahres im Bundestag.
Nachrichten-Ticker