Der Mann aus Winsen an der Aller schlägt den Weltranglistenersten Nadal 6:4, 6:1
Brown gelingt die Sensation

Halle (WB). So ganz richtig verstand Rafael Nadal nicht, wie ihm geschah. Nach nur 59 Spielminuten waren für ihn die Gerry Weber Open vorbei.

Freitag, 13.06.2014, 11:15 Uhr aktualisiert: 13.06.2014, 14:36 Uhr
Der Mann aus Winsen an der Aller schlägt den Weltranglistenersten Nadal 6:4, 6:1 : Brown gelingt die Sensation
Dem deutschen Tennisprofi Dustin Brown gelang gegen den Weltranglisten Ersten Rafael Nadel ein Überraschungssieg. Foto: dpa

Die Nummer eins der Tennisweltrangliste scheiterte am Donnerstag an Dustin Brown aus Winsen an der Aller mit 4:6, 1:6. Im gesamten Spiel erarbeitete sich der Mann, der 14 Grand-Slam-Turniere gewonnen hat, nur einen Breakball. Verständlich berauscht zeigte sich der deutsche Rasta-Mann. Brown: »Meine Alles-oder-Nichts-Taktik war gewagt, aber was hatte ich zu verlieren. Selbst wenn es zu null ausgegangen wäre – ich habe ja gegen Rafael Nadal gespielt.« Der war einfach nur »traurig«. Denn der schlimmste Fall ist eingetreten – »wie ich es befürchtet hatte«.

Niederlage verdauen

Brown räumte aber auch ein, dass er vor der Partie nervös und es ein Tag gewesen sei, an dem für ihn »sehr, sehr viele Sachen gepasst haben«. Besonders viel passte nach dem 4:4 im ersten Satz. Denn Brown gewann die sieben folgenden Spiele. »Man braucht einfach eine gewisse Zeit, um das Spiel des anderen zu lesen. Welche Ecke bevorzugt er und so weiter.« Brauchte die Nummer 85 der Welt im ersten Durchgang noch fünf Breakbälle, um dem favorisierten Spanier den Aufschlag abzunehmen, gelang Brown das im zweiten Durchgang gleich mit dem ersten. Die Folge: Satz eins war für Nadal nach nur 37 Minuten weg, der zweite sogar schon nach 22.

Neben der Niederlage musste der Mallorquiner auch verdauen, dass er aus der Partie nicht wirklich Folgerungen für Wimbledon ziehen kann. »Es kam kein echtes Spiel zustande. Ich habe nur mit mir gehadert, mein Aufschlag war nicht gut, ich habe keinen Rhythmus gefunden.« Nadal wird jetzt zurück nach Mallorca fliegen, dort »zwei, drei Tage kein Tennis spielen und mich dann auf Wimbledon vorbereiten«. Nach London fliegt er dann am kommenden Mittwoch. Dass ein Erfolg gegen Brown sein 700. Sieg auf der ATP-Tour gewesen wäre, damit beschäftige er sich am Donnerstag erst gar nicht.

»Es ist das erste Mal, dass ich eine Nummer eins geschlagen habe.«

Dustin Brown

Brown wird noch lange an dieses Match denken. »Es ist das erste Mal, dass ich überhaupt gegen eine Nummer eins gespielt habe, das erste Mal gegen ihn, und das erste Mal, dass ich eine Nummer eins geschlagen habe.« Dass seine Alles-oder-Nichts-Taktik zunächst viele Fehler produzierte hatte, war ihm egal. »Das war mit dem Trainer so abgesprochen. Und dann war zunächst noch der Respekt da. Aber Rasen ist mein Lieblingsbelag. Der in Halle ist recht zügig, das kommt meinem Spiel noch mehr entgegen. So habe ich immer weitergemacht.« Und wenn dann der zweite Aufschlag noch mit über 220 Stundenkilometer über das Netz geprügelt wird, sieht eben auch mal ein Weltranglistenerster ziemlich blass aus.

Selbst seine Routinen haben Nadal nicht gerettet. Die Trinkflaschen in einer bestimmten Anordnung, vor den Spielen wurde zunächst das rechte, dann das linke Handtuch abgelegt, bei den Pausen das Ganze in der umgekehrten Reihenfolge. Aber auch das rettete den »King of clay« nicht. Der Rasen in Halle und der Pariser Dominator – eine große Liebe wird es wohl nicht mehr werden.

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