Sa., 13.04.2019

Fußball: Ingo Engelstädter tritt nach zwei Tagen als Kreis-Schiedsrichterchef zurück – Team um Philip Dräger übernimmt wieder Alles auf Anfang

Ingo Engelstädter (hier in der Mitte als Schiedsrichter vor einem Finalspiel beim Haller Sparkassencup) ist am Donnerstagabend zurückgetreten.

Ingo Engelstädter (hier in der Mitte als Schiedsrichter vor einem Finalspiel beim Haller Sparkassencup) ist am Donnerstagabend zurückgetreten. Foto: Gunnar Feicht

Von Gunnar Feicht

Halle (WB). Viel Lärm um Nichts könnte man sagen, aber das Gewitter um die überraschende Wahl von Ingo Engelstädter zum Kreis-Schiedsrichterchef wird Narben hinterlassen. Jedenfalls hat der 53-Jährige vom SC Halle nach kaum zweitägiger Amtszeit am Donnerstagabend gegenüber dem Fußball-Kreisvorsitzenden Markus Baumann seinen Rücktritt erklärt.

»Der Anlass hierfür sind gesundheitliche Gründe, die mich eher zum Verlierer werden lassen als zum Gewinner«, teilt Engelstädter mit, offenbar gezeichnet von heftigen Reaktionen und Spekulationen um die Hintergründe seines Abstimmungssieges gegen Vorgänger Philip Dräger. Der ist seit Freitag auch wieder sein Nachfolger, denn der Kreisvorstand hat Dräger als kommissarischen Vorsitzenden des Kreis-Schiedsrichterausschusses (KSA) für die Wahlperiode 2019 bis ‘22 eingesetzt. »Das ist laut Verbandssatzung möglich, es muss kein außerordentlicher Kreistag für eine erneute Wahl einberufen werden«, erläutert Kreis-Vorsitzender Markus Baumann.

Aus- und Weiterbildung gesichert

Er ist froh, dass das Tagesgeschäft mit Ansetzungen für den Spielbetrieb sowie Aus- und Weiterbildung damit gesichert ist. Klaus Münstermann (stv. KSA-Vorsitzender und Öffentlichkeitsarbeit), Kilian Krämer (Lehrwart), Stefan Lang (noch bis zum Sommer Lehrwart), Dennis Kandziora (Ansetzer Seniorenbereich), Karl-Heinz Schröder (Ansetzer Junioren) sowie die KSA-Neulinge Niklas Pankoke und Luca Maurer können wie zuvor geplant ihre Arbeit in Angriff nehmen.

Ingo Engelstädter hatte wie berichtet kein Team für die Übernahme des Tagesgeschäfts präsentieren können. Er nennt dies als Beleg für seine Darstellung, von der Wahl völlig überrascht worden zu sein: »Auch wenn der Eindruck entstanden sein sollte, dass es sich um eine Intrige gegen den Vorsitzenden des KSA gehandelt haben sollte, ist dieses an den Haaren herbeigezogen.« Dagegen spricht Philip Dräger in einem Rundschreiben an die Schiedsrichter im Fußballkreis von einem »vorsätzlich geplanten Komplott«. Dräger weiter: »Dass es laut Mitteilung eines Vertreters des SC Halle gewisse Unstimmigkeiten unter den Vereinen geben soll, konnten wir nicht erahnen, schließlich liegt dem KSA bis dato keine Beschwerde über unsere Arbeit vor.« Der KSA-Vorsitzende fordert dazu auf, Kritik und Vorwürfe an die Adresses des Gremiums offen anzusprechen und bittet ausdrücklich die älteren Referees, die angeblich ihre Interessen nicht ausreichend vertreten sehen, das Gespräch zu suchen.

Kommentar

War es nun ein Komplott gegen den bisherigen KSA? Oder der missglückte Versuch, einigen Schiedsrichtern, mit deren Entscheidungen und Auftreten man nicht immer einverstanden ist, einen Denkzettel zu verpassen? Man kann es so oder so sehen. Fest steht, dass die Posse um die Wahl eines neuen Schiedsrichterchefs dem Fußballkreis und allen beteiligten Personen Schaden zugefügt hat. Gerade zu einer Zeit, in der es ungemein schwer fällt, kompetente Mitarbeiter für das Ehrenamt zu begeistern, ist so ein Spiel mit dem Feuer unverantwortlich.

Die Arbeit einer wirtschaftlich gesunden und mit weitgehend stabilen Mannschaftszahlen ausgestatteten Basisorganisation wird in Misskredit gebracht, ja sogar lächerlich gemacht. Und es wird Energie verschwendet, die sich auf andere, drängende Probleme richten sollte: zum Beispiel die Tatsache, dass nicht nur beim Ränkespiel um Posten, sondern vor allem auf den Plätzen viel zu oft die einfachsten Grundsätze sportlichen Miteinanders mit Füßen getreten werden. Gunnar Feicht

 

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