Di., 14.01.2020

Eistanzen: Katharina Müller hat mit ihrem Partner Tim Dieck den DM-Titel geholt Endlich am Ziel – da kullern die Tränen

Katharina Müller und ihr Partner Tim Dieck sind nach vier zweiten Plätzen in Oberstdorf endlich Deutsche Meister im Eistanz geworden.

Katharina Müller und ihr Partner Tim Dieck sind nach vier zweiten Plätzen in Oberstdorf endlich Deutsche Meister im Eistanz geworden. Foto: dpa

Von Markus Voss

Halle. Als es endlich geschafft war, als das große Ziel, die Deutsche Meisterschaft, unter Dach und Fach war – da kullerten einfach nur noch die Tränen. Während der Siegerehrung bei der Nationalhymne war das. Nach vier zweiten Plätzen in Folge seit 2016 hat sich die Gütersloherin Katharina Müller ihren großen Traum erfüllt und gemeinsam mit Partner Tim Dieck aus Dortmund bei den 121. Deutschen Eiskunstlauf-Meisterschaften in Oberstdorf den Titel im Eistanz gewonnen.

„Das war alles sehr emotional. Fünf Jahre waren wir diesem Ziel hinterher gerannt, jetzt haben wir es endlich, endlich erreicht“, sagt die 24-Jährige erleichtert. So richtig realisiert hat Katharina Müller den großen Triumph auch Tage später noch nicht. Was auch daran liegt, dass sie nach einer kurzen Stippvisite bei ihrer Familie in Gütersloh gemeinsam mit Tim Dieck (23) schon wieder nach Moskau geflogen ist, um sich dort auf die Europameisterschaften in Graz (23. bis 26. Januar) vorzubereiten.

Als nach der Kür der zweite Platz auf der Anzeigentafel aufleuchtete, war dem Eistanz-Paar zuerst nicht klar, ob es sich hierbei um das aus Kurztanz und Kür zusammengesetzte Gesamtergebnis handelt oder nicht. „Ich dachte schon: Mist, wieder Zweiter“, erinnert sich Müller. Doch erst nach diesem Kür-Ergebnis leuchtete die Endplatzierung mit einer Eins vor ihrem Namen auf – und die ersehnte Meisterschaft war perfekt. Gerne gibt die 24-Jährige zu: „Früher standen wir uns auch immer wieder selbst im Weg, weil wir diesen Titel unbedingt wollten. Doch jetzt konnten wir endlich beweisen, was wir wirklich können.

Seit April 2019 hatte Katharina Müller mit ihrem Partner und Trainerin Angelika Krylova, in ihrer aktiven Zeit zweifache Weltmeisterin und Olympia-Zweite, in Moskau („Wir trainieren dort, weil es in Deutschland nicht genug gute Trainer gibt“) an der Kür gearbeitet. In ihr geht es um Coco Chanel und Karl Lagerfeld. „Wir haben praktisch eine Zeitreise mit Musik unternommen“, erzählt Müller. Jeden Tag außer sonntags wurde an Technik und Tanz gefeilt. Den Preisrichtern gefiel es offenbar. Das galt auch für den Kurztanz am Tag zuvor. Hier gab der Welteislaufverband ISU ein Thema vor. Müller: „Das hieß dieses Jahr ’Musical’. Wir haben uns für ’Burlesque’ mit Christina Aguilera entschieden. Das hat gut geklappt.“ Und so wurde Platz eins im Kurztanz der Türöffner für den späteren Gesamtsieg. Den im übrigen die extra aus Gütersloh angereisten Eltern Galina und Alexander live vor Ort miterlebten. Auch für sie war die gesamte Veranstaltung sehr emotional. „Die beiden haben fünf Jahre lang mitbekommen, wie wir gekämpft haben“, berichtet die Tochter, die mit ihrer Familie 1999 aus Russland nach Deutschland kam, zunächst in Halle lebte und dort das Kreisgymnasium besuchte. Seit 2015 wohnen die Müllers in Gütersloh, wo Tochter Katharina daheim übernachtet, wenn sie im Landesleistungszentrum Dortmund trainiert. Nach ihrem Triumph schaute die frischgebackene Deutsche Meisterin auch kurz bei der stolzen Oma in Künsebeck vorbei: „Das ist mir wichtig, weil ich meine Familie ja kaum sehe.“

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