Mo., 16.03.2020

Corona-Gefahr und der Sport vor Ort: Drei Städte sperren Sportstätten, Klubs handeln selbst Kein Trainingsbetrieb in den Vereinen

Verwaiste Sportplätze allenthalben: Auch der organisierte Trainingsbetrieb ruht nahezu überall.

Verwaiste Sportplätze allenthalben: Auch der organisierte Trainingsbetrieb ruht nahezu überall. Foto: Alexander Grohmann

Halle (WB/guf). Nachdem die Verbände den Spielbetrieb in allen Sportarten ausgesetzt haben, diskutierten Sportler und Vereinsverantwortliche am Freitag und Samstag darüber, ob der Trainingsbetrieb fortgesetzt werden soll. In Halle, Werther und Versmold haben die Stadtverwaltungen Vereinen die Entscheidung jetzt abgenommen: Sie schließen von diesem Montag bis zum 19. April alle Sporthallen und Sportplätze – weitere Maßnahme, um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen.

In den anderen Kommunen reagieren weitere Sportvereine auf den Ausnahmezustand. Auf dem Gebiet der Gemeinde Steinhagen stellt der TSV Amshausen den Spiel- und Trainingsbetrieb bis zum 30. April ein und verschiebt die Jahreshauptversammlung um unbestimmte Zeit. Das gilt „bis auf Weiteres“ auch für alle Abteilungen der Spvg. Steinhagen und des TuS Brockhagen.

In der Stadt Borgholzhausen verschiebt der TuS Solbad Ravensberg seine für den 20. März geplante Jahreshautversammlung und lässt den gesamten Trainingsbetrieb zunächst bis Ende April ruhen. Die für den 30. Mai geplanten Feierlichkeiten zum 60-jährigen Vereinsbestehen werden verlegt. Das sportliche Programm für diesen Tag (Stadtmeisterschaft der Vereine, Kindergarten-Cup) ist derzeit noch nicht abgesagt. Bei den Handballern des TuS Borgholzhausen ruht der Trainingsbetrieb im Jugendbereich, den Erwachsenen ist es (Stand Sonntag) noch freigestellt, ob wie trainieren. Dagegen hat der LC Solbad Ravensberg alle offiziellen Gruppen-Trainingsangebote bis mindestens zum 19. April eingestellt. Die für den 28. März geplante Kinder-Leichtathletikveranstaltung wird zu einem noch nicht näher bestimmten Termin nachgeholt.

In Werther hat der TVW 04 (gut 2000 Mitglieder) schon vor der Entscheidung der Stadt gehandelt. Auf der Homepage des Vereins hieß es am Sonntag: „Auch wenn bislang kein Fall von Ansteckung im Turnverein bekannt ist, fallen aufgrund der aktuellen Situation als Vorsichtsmaßnahme in Verbindung mit dem Corona-Virus alle Trainingsgruppen und der Spielbetrieb vorerst bis zu den Osterferien aus.“ Auch die Fußballer des BV Werther („bis auf Weiteres“) und des SV Häger (bis zum 19. April) stellen den kompletten Trainingsbetrieb vorerst ein. Ob die Jahreshauptversammlung des kleinen HSV wie geplant am 27. März stattfindet, wird im Lauf dieser Woche entschieden.

Ideen sind gefragt: Trainingskontrolle via Runtastic

Mit Blick auf die vielen verletzten Spieler war für Handball-Oberligist SF Loxten ohnehin klar: Die erste Woche der Zwangspause im Spielbetrieb dient der Genesung – kein Training für die Frösche. Doch die Entscheidung der Stadt Versmold zur Sperrung der Sporthallen bis zum 19. April (Bericht oben) stellt Dirk Schmidtmeier und viele andere Trainer vor das Problem, wie die Sportler für die (ungewisse) Fortsetzung der Saison fitgehalten werden sollen.

Schmidtmeier wurde erst am Sonntag vom WB mit der neuen Situation konfrontiert und steht vor einer weiteren von vielen unbeantworteten Fragen: „Mit einem Programm zum Laufen und individuellen Aufgaben kann man die Spieler auf einem ordentlichen Fitness-Level halten. Aber wenn sich in den Hinterköpfen festsetzt: Warum mache ich das eigentlich noch? Dann ist das psychologisch wahrscheinlich ein größeres Problem.“ Zu Fragen, wie die Saison fortgesetzt und schließlich gewertet wird, will sich der Coach des Aufstiegsanwärters vorerst nicht äußern: „Da gibt es so viele Meinungen und derzeit ist alles Spekulation. Je höher die Liga, umso mehr steht auf dem Spiel, und wenn sich Vereine benachteiligt fühlen, muss man sogar mit Rechtsstreitigkeiten rechnen.“

Kreativität ist jedenfalls gefragt – auch in der Fußball-Kreisliga B. TuS Langenheides Coach Göksu Keles hat jedenfalls schon gehandelt: Jeder Spieler beim TuS bekam die Aufgabe, bis zum 31. März insgesamt 30 Kilometer zu laufen. Über die Aufzeichnungen der App „Runtastic“ kann Trainer Keles dies sogar überprüfen. „Wir wollen, wenn es wieder losgehen sollte, nicht bei Null anfangen. Diese Methode haben wir auch für die Wintervorbereitung genutzt“, sagt Keles. Auch beim TuS wird wie bei vielen anderen Klubs, vorerst nicht in der Gruppe trainiert.

 

 

 

 

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