Fr., 27.03.2020

Fitness-Experte Hagen Hessenkämper will zu Trainingseinheiten an der frischen Luft animieren. Wie einst Tarzan im Dschungel

Mit dem nötigen Abstand: WB-Mitarbeiter Jens Horstmann (links) macht die Übungen vor, die sich Fitness-Experte Hagen Hessenkämper ausgedacht hat.

Mit dem nötigen Abstand: WB-Mitarbeiter Jens Horstmann (links) macht die Übungen vor, die sich Fitness-Experte Hagen Hessenkämper ausgedacht hat. Foto: Stephan Arend

Von Stephan Arend

Halle. Die Kinder gehen nicht zur Schule, auch ihr Training im Sportverein fällt aus. Die Frau kann nicht arbeiten. „Wir sind erst seit gut einer Woche zuhause. Doch schon jetzt fällt einem manchmal die Decke auf den Kopf“, sagt Hagen Hessenkämper und schildert den Alltag vieler Menschen. Für den Diplom-Sportwissenschaft­ler aus Halle und seine Familie spielt Fitness ohnehin eine große Rolle. Doch in Zeiten der Corona-Krise, in der viele in den eigenen vier Wänden hocken, bekommt Bewegung an der frischen Luft eine noch größere Bedeutung.

Hessenkämper will dazu animieren, auch außerhalb des geregelten Vereinssports oder von Kursen weiterhin regelmäßig zu trainieren. Zudem sieht er die aktuell schwierigen Wochen und Monate auch als eine Chance, Gewohnheiten zu verändern. „Jeder kennt die guten Vorsätze beim Jahreswechsel, die im Hamsterrad des Alltags ganz schnell wieder vergessen und begraben werden. Doch jetzt gibt es viel weniger Ausreden, auf Sport zu verzichten. Noch nie hatten wir so viel Zeit.“ Dabei geht es nicht um sportliche Höchstleistungen oder darum, „vier Mal schwere Gewichte zu stemmen.“ Weniger ist manchmal mehr. „Zwei bis drei Mal 30 Minuten reichen aus. Und wer ansonsten gar keinen Sport treibt, dem tut schon regelmäßiges Spazierengehen gut“, sagt Hessenkämper. Sein Motto: „Wer aktiv wird und im vernünftigen Rahmen seine Einheiten absolviert, der hat schon gewonnen.“

Manche Übungen unterstützen auch die alltäglichen Dinge des Lebens wie das Einkaufen von Getränken. „Wenn man eine Wasserkiste richtig und schonend hochhebt, dann muss man Kraft in den Beinen aufwenden“, sagt Hessenkämper, dem beim Thema Fitness auch der Präventionsgedanke wichtig ist: „Die meisten werden leider erst aktiv, wenn sie körperliche Probleme haben, wenn zum Beispiel das Knie schmerzt oder sie von einem Bandscheibenvorfall geplagt werden.“ Er selbst versucht, mindestens drei Mal in der Woche aktiv zu sein. Regelmäßige Einheiten können auch Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich verhindern – hervorgerufen durch Fehlhaltungen bei eintönigem Sitzen im Büro. Und für folgende Rechnung muss man kein Mathe-Ass sein: Je mehr die Muskeln arbeiten, desto mehr wird der Körper mit Sauerstoff versorgt. Hessenkämper: „Das gilt auch für das Gehirn. Deshalb ist Sport auch wichtig, um Krankheiten wie Demenz vorzubeugen.“

 

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