Mo., 30.03.2020

Profi-Vertrag: Adrian Wanner (19) aus Halle setzt die Familien-Tradition fort Das Beste kommt zum Schluss

Adrian Wanner hat nach seinem Wechsel zum SV Rödinghausen große (Leistungs-) Sprünge gemacht. Dafür ist der 19-jährige Haller nun mit einem Profivertrag belohnt worden.

Adrian Wanner hat nach seinem Wechsel zum SV Rödinghausen große (Leistungs-) Sprünge gemacht. Dafür ist der 19-jährige Haller nun mit einem Profivertrag belohnt worden. Foto: Johannes Doerfert

Von Jens Horstmann

Halle. (WB). Die Tage im März 2020 werden Adrian Wanner wohl immer im Gedächtnis bleiben. Das liegt zum einen natürlich an der Corona-Krise. Aber für den 19-jährigen Haller ist auch ein Traum in Erfüllung gegangen. Er hat einen Vertrag bei Fußball-Regionalligist SV Rödinghausen bis 2022 unterschrieben.

Aktuell spielt der Mittelfeld-Akteur seine erste Saison im Seniorenbereich. Doch im Westfalenligakader der SVR-Zweitvertretung gehört der Youngster schon jetzt zu den gesetzten Akteuren. 18 von 19 Spielen bestritt der „Sechser“ für den aktuellen Tabellenzweiten. Viele Jahre spielte Wanner für die Jugend von Arminia, ehe es ihn nach dem Abstieg der DSC A-Jugend aus der Bundesliga zum SV Rödinghausen zog. Und damit sollte Wanner ein gutes Näschen beweisen: „Der Abstieg von Arminia und der zeitgleiche Aufstieg von Rödinghausen waren aber nicht der Grund für meinen Wechsel. Vielmehr habe ich bei meinem neuen Verein eine viel bessere Perspektive gesehen.“ Damit spielt Wanner vor allem auf die Auflösung der zweiten Mannschaft beim DSC an, ohne die es kein Netz für junge Spieler gibt, die es nicht in den Profikader schaffen.

Rödinghausens A-Jugend Trainer Daniel Lichtsinn – im Altkreis als langjähriger Spieler und Nachwuchscoach des TSV Amshausen bestens bekannt – hatte schon früh den Kontakt hergestellt. Und der Jugendtrainer sieht sich in der Verpflichtung von Wanner voll bestätigt: „Adrian hat bei Arminia im ersten Jahr nur unregelmäßig gespielt. Bei uns hat er sich dann aber schnell zum Leistungsträger gemausert. Die Luftveränderung und die viele Spielzeit auf hohem Niveau haben ihm und seiner Entwicklung gut getan.“

Schub nach dem Wechsel

Zwar stieg die A-Jugend des SVR sofort wieder aus der Bundesliga ab, doch schon während seiner Zeit in der U19 durfte Wanner im Regionalligateam mittrainieren. „Das Tempo ist schon viel höher, und auch das körperliche Level ist ein ganz anderes. Man muss viel schneller Entscheidungen treffen, was natürlich am Anfang besonders schwer ist“, berichtet der Youngster von seinen ersten Erfahrungen. Doch er hat sich nicht abschrecken lassen und auch in dieser Saison regelmäßig in der ersten Mannschaft mittrainiert, obwohl er in Halle gerade an seinem Fach-Abi feilt. „Das ist zeitlich für ihn natürlich eine Herausforderung, aber auf Adrian kann man sicher immer total verlassen“, lobt Lichtsinn. Auch die Qualitäten auf dem Feld hebt der Coach hervor: „Er schließt schnell und gut Räume. Fußballerisch wird er auch immer besser.“ Für Wanner ist der Vertrag der Lohn für harte Arbeit: „Es ist schon ein kleiner Traum der da in Erfüllung geht. Aber ich sehe das auch als Belohnung, weil viel investiert habe. So wie es jetzt gelaufen ist, war es das bestmögliche Szenario.“

Im Sommer will Wanner nun zunächst das Fach-Abi erfolgreich abschließen, ehe er sich ein Jahr lang voll auf den Fußball konzentrieren kann. Auf diese Zeit arbeitet er nun auch während der Zwangspause akribisch hin: „Ich versuche, mich so gut es geht fit zu halten. Ich gehe Laufen, mache regelmäßig Stabi- und Koordinationsübungen im Garten.“

Volle Unterstützung erhält er dabei von Papa Harald Wanner jr. Kein Wunder, setzt Adrian doch nun schon bereits in der dritten Generation die Fußball-Tradition in der Familie fort. Großvater Harald Wanner Senior war einst im Altkreis ein gefürchteter Stürmer beim SV SG Hesseln, der zu seinen Ehren heute noch jährlich den Harald-Wanner-Gedächtniscup ausspielt. Papa Harald junior war jahrelang als Verteidiger beim SC Halle am Ball – und später auch Adrians erster Trainer beim SC. „Er unterstützt mich immer. Egal, wo wir mit Arminia gespielt haben, er war immer dabei. Aber das hat mich nie unter Druck gesetzt, sondern eher motiviert“, sagt Adrian Wanner. Und natürlich freut sich auch der Vater über den Erfolg seines Sohnes. „Der ist natürlich auch ziemlich stolz“, weiß der erfolgreichste Kicker der Familie Wanner.

Der Vater motiviert

Wann es auf dem Platz nun tatsächlich weitergeht, vermag niemand abzuschätzen. Aber Adrian Wanner brennt jetzt schon auf die Rückkehr in den (Fußball)Alltag. „Man muss jetzt mal schauen. Aber ich hoffe, man kann so schnell wie möglich wieder weitermachen.“ Und der Youngster möchte sich weiter verbessern: „Ich muss technisch noch sauberer werden“, gibt er selbstkritisch zu. Ex-Trainer Lichtsinn ist da optimistisch: „Adrian ist jetzt schon sehr konstant in seinen Leistungen. Und er hat nun die Chancen, unter sehr guten, professionellen Bedingungen ein noch besserer Spieler zu werden.“

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