Tennis: TC Blau-Weiß Halle peilt den Wiederaufstieg in die Regionalliga an
Zyngas Pause mit Blasen an der Hand und Videos

Halle(WB). Wenn am Sonntag (10 Uhr) der TC BW Halle in der Tennis-Westfalenliga auf eigener Anlage gegen den 1. TC Hiltrup in die Saison startet, ist das für Lennart Zynga der letzte Schritt zurück in die Normalität. Die Nummer zwei der Blau-Weißen hat wegen der Corona-Krise wochenlang nicht trainieren können – weder selber noch als Coach mit dem 15-jährigen Toptalent Marc Majdandzic. Übungseinheiten sind zwar seit Anfang Mai wieder erlaubt. Doch weil noch keine Preisgeld- und Ranglistenturniere ausgetragen werden, kommt das Match am Sonntag auch für Zynga einem Kaltstart gleich. Für den 28-Jährigen kein Grund, sich zu beklagen. Er findet, dass Menschen in anderen Branchen viel mehr unter Corona leiden.

Mittwoch, 10.06.2020, 23:44 Uhr aktualisiert: 10.06.2020, 23:50 Uhr
Lennart Zynga will mit Blau-Weiß Halle in die Regionalliga zurückkehren und Top-Talent Marc Majdandzic nach vorne bringen. Foto: Sören Voss
Lennart Zynga will mit Blau-Weiß Halle in die Regionalliga zurückkehren und Top-Talent Marc Majdandzic nach vorne bringen. Foto: Sören Voss

Die ersten Corona-Tage: „In der ersten Woche habe ich ausgespannt und bin runtergekommen. Ich habe ja sonst selten frei, weil ich mit Marc viel auf Turnierreisen bin. Weil ich das sehr gerne mache, habe ich in der Regel auch wenig Urlaub.“

Die Zeit ohne Tennis: „Ab der zweiten Woche bin ich unruhig geworden. Natürlich habe ich viel für meine Fitness getan, Hanteln gestemmt und Stabi-Übungen gemacht. Doch ich bin ja lieber auf dem Tennisplatz und habe es echt vermisst.“

Corona-Pause genutzt: Ich habe das Thema Videoanalysen vertieft. Dafür bleibt bei Turnieren ja nicht so viel Zeit. Ich habe also intensiv Spiele von Marc analysiert und stand dabei im Austausch mit Jan de Witt. Er ist der Coach von Profispieler Nikoloz Basilashvili und in Sachen Videoanalyse sicherlich weltweit führend.

Neue Erfahrungen: Manchmal habe ich meine Eltern besucht und bei ihnen zum Beispiel beim Terrassen-Neubau geholfen. Das hat Spaß gemacht und war eine ganz neue Erfahrung. In meiner gesamten Tennis-Karriere hatte ich nur eine Blase. Doch nach der Schufterei mit dem Spaten hatte ich fünf Blasen auf einmal.“

Finanzielle Sorgen: „Natürlich hatte ich Sorgen. Da kein Training möglich war, lag der Verdienstausfall bei 100 Prozent. Ich hätte so vielleicht drei Monate durchgehalten. Zum Glück ging es ja schneller wieder los, so dass ich als sparsamer Mensch die Zeit auch finanziell gut überbrücken konnte. Ich finde, da hatten und haben es Menschen in anderen Branchen wie der Gastronomie viel schwerer.“

Sein Schützling Marc Majdandzic: „Natürlich sind für junge Spieler wie Marc Wettkämpfe für die Entwicklung wichtig. Doch ihm hat die Pause auch gut getan. Im Alltag ist es für ihn schon hart, Schule, Training und Turnierreisen unter einen Hut zu bekommen. Und da kommen die Regeneration und auch Freunde manchmal zu kurz. Doch Marc hat die Zeit auch genutzt, um an seiner Fitness zu arbeiten und ist schneller geworden. Mein Motto lautet: Man muss versuchen, auch aus schlechten Zeiten etwas Positives mitzunehmen. Und das hat auch Marc gemacht.“

Männer-Westfalenliga

Den Abstieg aus der Regionalliga im Vorjahr will Lennart Zynga mit seiner Haller Mannschaft vergessen machen und als Westfalenliga-Meister den Wiederaufstieg feiern: „Klar ist das das Ziel, zumal wir in dieser Saison stärker besetzt sind als im Vorjahr.“ Der junge Holländer Amadatus Admiraal hat schon Weltranglistenpunkte verbucht. Jens Vorkefeld (Minden) hat früher College-Tennis gespielt und gilt als kampfstarker Teamplayer, der Nico Schinke (musste seine Karriere beenden) ersetzen soll. „Anders als im Vorjahr stehen alle acht Spieler unseres Teams regelmäßig zur Verfügung“, nennt Mannschaftsführer Christopher Koderisch ein großes Plus. Als größten Konkurrenten im Aufstiegsrennen machen die Haller den Nachbarn TC Herford mit Neuzugang Philipp Scholz und vielen gemeldeten Ausländern aus. So könnte das direkte Duell am 21. Juni schon vorentscheidend sein. Koderisch: „Herford will aufsteigen. Aber auch Teams wie Ickern und Wanne-Eickel können in guter Besetzung gefährlich werden.“ Ärgerlich findet Toto, dass nach dem Rückzug von Sennelager II und Brackwede der Spielplan nicht angepasst wurde. Somit haben die Blau-Weißen nur zum Auftakt am Sonntag Heimrecht. Zuschauer sind willkommen, müssen sich allerdings in eine Liste eintragen. Mehr als die erlaubten 100 Tennisfans werden aber ohnehin nicht erwartet.

Aufgebot Justin Eleveld, Lennart Zynga, Amadatus Admiraal, Christopher Koderisch, Jens Vorkefeld, Tom Clavel, Maximilian Friese, Johannes Kolowrat.

Gegner: 14. Juni 1. TC Hiltrup (H), 21. Juni TC Herford (A), 16. August TuS Ickern (A), 23. August TC Parkhaus Wanne-Eickel (A).

Frauen-Westfalenliga

TC Blau-Weiß Halle hat 2018 und 2019 zweimal auf den Zweitliga-Aufstieg verzichtet und tritt nach der sportlichen und finanziellen Neuorientierung stattdessen nun zwei Klassen tiefer an. Dennoch sind einige Leistungsträgerinnen wie Derya Turhan, Anna-Lena Linden oder Luisa Meyer auf der Heide geblieben. Und zwei Mal soll auch in der Westfalenliga die holländische Spitzenspielerin Jaimy-Gayle Van de Wal aufschlagen. „Wir sind stark genug besetzt, um oben mitzuspielen“, sagt Teamchef Thorsten Liebich, der allerdings nicht mit der Zielsetzung Aufstieg in die Saison geht. Schließlich gibt es einige personelle Fragezeichen (zum Beispiel hinter Anna-Lena Linden wegen Prüfungen und hinter Rieke Gillar wegen eines möglichen Auslandsaufenthalts). Und dann ist da ja noch Auftaktgegner Tennispark Versmold II, der vom starken, großen und ausgeglichenen Kader des Regionalliga-Teams profitieren könnte. Liebich: „Wenn Versmold seine Möglichkeiten ausschöpft, dann ist das eine Übermannschaft.“

Aufgebot: Jaimy-Gayle Van de Wal, Anna-Lena Linden, Derya Turhan, Tanja Klee, Rieke Gillar, Luisa Meyer auf der Heide, Indira Schmerling, Maurien Rikkert, Lisa Halfmann.

Gegner: 14. Juni Versmold II (A), 21. Juni GW Herne (A), 28. Juni Parkhaus Wanne-Eickel (H), 23. August Union Münster II (A), 30. August Tennispark Bielefeld (H), 6. September TuS Ickern (H).

Frauen-Verbandsliga

Auch Halles zweite Mannschaft orientiert sich nach dem Abstieg aus der Westfalenliga neu. In einer Übergangssaison ohne Absteiger geht die Reserve der Blau-Weißen durchaus ambitioniert an den Start. So soll immer eine der vier gemeldeten Holländerinnen aufschlagen. „Wir haben eine gute Truppe, aber keine Aufstiegsambitionen. Vor allem geht es darum. Spielpraxis auf diesem Niveau zu sammeln“, sagt Thorsten Liebich. Zum Auftakt am Sonntag gegen TC Herford könnte es zu einem Wiedersehen mit Halles langjähriger Spielerin Jainy Scheepens kommen.

Aufgebot: Maurien Rikkert, Lisa Halfmann, Sarah van Ernst, Isis Louise van den Broek, Demi Huisman, Lisa Staubach, Lea von Kozierowski, Dora Nobbe, Sophie Sobolewski, Victoria Henseler, Sayona Kolkmeyer, Julia Rabiej, Paloma Petrie, Lisa Ernst.

 

 

 

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