Der Handballverband Westfalen lässt die Vereine abstimmen, wie der Spielbetrieb aussehen soll
Viele Spiele oder ein Modus wie bei der EM

Halle (WB). In einer Videokonferenz informierte der HVW nun die Vereine über mögliche Varianten des Spielbetriebs. Die Vereine haben nun bis Sonntag Zeit abzustimmen. „Wir wollten nicht aus einem Elfenbeinturm einfach entscheiden, sondern unseren Weg in der Corona-Krise, die Vereine in der Lösungsfindung mit einzubinden, fortsetzen“, erklärt Andreas Tiemann, im HVW für die Spieltechnik zuständig. Deshalb wurden für jede Ligenebene zwei Varianten zur Auswahl gestellt. Darüber hinaus sind weitere Ideen möglich und sogar gewünscht, wie Tiemann betont: „Wenn jemand einen interessanten Vorschlag hat, der auf positive Resonanz trifft, dann drehen wir eine weitere Schleife und lassen nochmal abstimmen. Wir wollen nicht über die Köpfe der Verein hinweg entscheiden.“ Sollten alle Überlegungen aufgrund einer deutlichen Verschiebung des Starts (beispielsweise in den Januar 2021) hinfällig sein, wird der Verband neuer Vorschläge erarbeiten und erneut abstimmen lassen.

Donnerstag, 18.06.2020, 23:28 Uhr aktualisiert: 19.06.2020, 05:02 Uhr
Nach dem Aufstieg der TV Werther (im Bild Marius Kruse) auch in der Verbandsliga jubeln. In welchem Modus gespielt wird, darüber stimmen die Vereine ab. Foto: Sören Voss
Nach dem Aufstieg der TV Werther (im Bild Marius Kruse) auch in der Verbandsliga jubeln. In welchem Modus gespielt wird, darüber stimmen die Vereine ab. Foto: Sören Voss

Oberliga

Variante 1: Eine 16er Liga mit Hin- und Rückserie. Die 30 Spieltage müssten dann bis zum 30. Juni gespielt werden. Tiemann: „Das wäre ein straffer Zeitplan. Wenn wir hypothetisch doch erst am Anfang November starten könnten, müssten Spiele eben unter der Woche gespielt werden. Das müssen die Vereine berücksichtigen und akzeptieren.“

Variante 2: Es gibt zwei Staffeln mit je acht Teams. Nach Hin- und Rückserie würden jeweils die ersten vier Teams eine Meisterrunde ausspielen und die Ergebnisse gegen die ebenfalls qualifizierten Teams aus der eigenen Gruppe mitnehmen (ähnlich wie bei einer EM). Die übrigen Teams spielen nach dem gleichen Prinzip eine Abstiegsrunde. Insgesamt kämen die Mannschaften dann nur auf 22 Spiele.

Michael Boy (Trainer SF Loxten): „Auf den ersten Blick finde ich die Lösung mit einer großen Staffel besser. Aber es ist jetzt noch zu früh, sich festzulegen. Wir haben ja noch etwas Bedenkzeit, die wir auch nutzen wollen.“

Verbandsliga

Variante 1: Es gibt drei Staffeln (zweimal elf Teams, einmal zwölf Teams). Auf- und Absteiger würden nach Hin- und Rückserie aufgrund der Ligatabellen bestimmt.

Variante 2: Vier Staffeln, mit anschließender zusätzlicher Meister- und Abstiegsrunde wie bei Variante 2 in der Oberliga.

Christian Blankert (Spvg. Steinhagen): „Erstmal finde ich es sehr positiv, dass der Verband uns mitentscheiden lässt und uns nicht vor Tatsachen stellt. Vom ersten Bauchgefühl her würde ich zu der reinen Ligenvariante tendieren. Die Play-off Variante wäre eine große Unbekannte. Aber beide Varianten sind durchdacht und fair. Daher könnte ich letztlich mit beiden Möglichkeiten leben.“

Jörg Diestelkamp (TuS Brockhagen): „Wir haben heute Abend Training und werden das dann mit der Mannschaft besprechen. Schließlich müssen die Jungs ja auch damit klarkommen.“

Carsten Gahlmann (TV Werther): „Man merkt, dass sich da jemand wirklich viele Gedanken gemacht hat. Ich persönlich kenne die Variante mit den Play-offs und Play-downs aus meiner aktiven Zeit in der Regionalliga und fand das immer recht reizvoll. Aber das entscheide ich ja nicht alleine, sondern wir werden das mit der Mannschaft besprechen.“

Landesliga

Variante 1: Hier würde sich nichts ändern. Es gäbe fünf Staffeln mit jeweils 14 Teams, Auf- und Abstieg laufen wie gewohnt.

Variante 2: Sechs statt fünf Staffeln, dafür mit weniger Teams und entsprechend weniger Spieltagen. Das würde auch einen späteren Saisonstart nach den Herbstferien bedeuten. Auf- und Abstieg würde nach der regulären Saison anhand der Tabelle bestimmt.

Thomas Wöstmann (TG Hörste): „Ich finde, der Verband hat einen sehr guten Job gemacht. Ich persönlich halte für uns die Variante mit weniger Teams für sinnvoller. So würde man sich mehr Spielraum für eventuelle Spielausfälle oder Quarantäne-Fälle lassen.“

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