Die Steinhagenerin Luisa Meyer auf der Heide (18) bastelt fleißig an ihrer Karriere
Auf dem Sprung zum Tennisprofi

H alle (WB). Sie verfolgt ihren Traum vom Tennisprofi beharrlich und in kleinen Schritten: die Steinhagenerin Luisa Meyer auf der Heide. Die 18-Jährige, die für TC Blau Weiss Halle in der Westfalenliga aufschlägt, hat in der abgelaufenen Woche am ersten von fünf Turnieren der neu eingeführten „International Premier League“ in Halle teilgenommen.

Samstag, 01.08.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 02.08.2020, 05:00 Uhr
Traumberuf Tennisprofi: Luisa Meyer auf der Heide (18) trainiert dafür seit einem Jahr in Mönchengladbach. Foto: Klaus Münstermann
Traumberuf Tennisprofi: Luisa Meyer auf der Heide (18) trainiert dafür seit einem Jahr in Mönchengladbach. Foto: Klaus Münstermann

Die Jüngste im 18 Spielerinnen umfassenden Teilnehmerfeld in Halle

Als jüngste der 18 Teilnehmerinnen gelang ihr dort zwar in den fünf Spielen ihrer Sechsergruppe kein Sieg, aber das entmutigt „Lulu“, wie sie von allen genannt wird, überhaupt nicht. „Ich sehe das locker. Es geht ja nicht um Punkte. Wichtig ist für mich Match-Luft zu schnuppern und in einen Rhythmus für wichtige Turniere zu kommen.“

Solche wie das der Internationalen Tennis Federation (ITF) in der Türkei im März. Dort stand sie im Einzel-Viertelfinale und im Doppelendspiel als Corona zum Turnierabbruch führte. Mit etwas Glück hätte sie dort sonst die wenigen noch fehlenden Punkte geholt, um den Sprung in die Weltrangliste zu schaffen. „Jetzt muss ich abwarten, wo sich eine neue Chance ergibt. Denn im August werden momentan nur zwei ITF-Turniere angeboten. Da wollen alle spielen und dementsprechend schwer ist es, ins Teilnehmerfeld zu gelangen“, sagt „Lulu“.

Mit 17 Jahren nach dem Einser-Abitur zuhause ausgezogen

Nach ihrem Abitur am Gymnasium in Steinhagen mit einer Durchschnittsnote von 1,3 ist Luisa Meyer auf der Heide im Sommer 2019 mit 17 Jahren bei ihren Eltern ausgezogen. Ihr neues Zuhause ist in Mönchengladbach. Dort trainiert sie seitdem in der Yellowblood-Tennisschule unter der Regie von Daniel Puttkammer. Der international erfahrene Coach hat schon Spieler bei allen vier Grand-Slam-Turnieren betreut und mit bekannten Profis wie Dustin Brown zusammen gearbeitet.

„Ich will mich immer weiter verbessern, zunächst den Sprung in die Weltrangliste schaffen und mich dann Schritt für Schritt nach oben arbeiten“, sagt Meyer auf der Heide (DTB 141) und zeigte am Freitag, wie das aussehen kann. Zuvor hatte sie alle vier Spiele glatt in zwei Sätzen verloren. Doch gegen Yana Morderger (DTB 29) gelang ihr der erste Satzgewinn der Woche und beim 4:6, 6:2, 5:7 wäre sogar mehr drin gewesen.

Wenige Zuschauer bei der International Premier League

Zum bislang eher geringen Zuschauerinteresse in Halle sagt Luisa Meyer auf der Heide: „Das ist wirklich schade, dass nicht mehr kommen. Angesichts des großen Aufwandes, der hier betrieben wird.“ Ihre 3:6, 0:6-Niederlage gegen Anna Klasen (DTB 32) erlebten bei bestem Tenniswetter am Donnerstagvormittag neben ihren Eltern und ihrem Freund zum Ende des ersten Satzes nur zwei weitere Zuschauer. Erlaubt sind insgesamt 300. „Morgens ist kein hoher Andrang. Nachmittags sind bei bestimmten Matches schon 50 bis 60 Zuschauer dabei. Mehr ist vielleicht nach Corona auch nicht zu erwarten“, sagt Anna Klasen.

Als Philipp Kohlschreiber am Donnerstag seine Partie um 16.30 Uhr beendete, hatten die Veranstalter nur 52 Gäste über den gesamten Tag auf der Vereinsanlage gezählt. Dennoch sagt Klasen: „Es ist super, dass wir hier spielen können. Man kann Dinge im Match üben, die man im Training einstudiert hat. Deshalb bin ich auch in der zweiten Woche dabei.“

Ergebnisse und Wertung der ersten Turnierwoche

Nach Abschluss der drei Sechsergruppen bei Männern und Frauen wird aus den je 18 Teilnehmern eine Tabelle nach Matches, Sätzen und Spielen ermittelt. Bei den Männern haben Mischa Zverev und Alexey Vatutin ihre fünf Matches beide mit einer 10:1-Satzbilanz gewonnen. Yannick Maden gab bei seinen fünf Siegen zwei Sätze (10:3) mehr ab und wurde somit Dritter. Alexey Vatutin hat das Turnier und 5.000 Euro gewonnen, weil seine 64:34-Spielebilanz besser als die von Mischa Zverev (67:39) war. Vierter wurde Philipp Kohlschreiber (4 Siege, 8:2), vor Marvin Netuschil (4, 9:4) und Tobias Kamke (4, 8:4).

Die Frauenkonkurrenz entschied Fanny Stollar für sich. Sie gewann als einzige der 18 Spielerinnen alle fünf Partien und kassierte dafür 3.000 Euro Preisgeld. Auf den folgenden vier Plätzen landeten Romy Kölzer (4, 9:2), Anna Klasen (4, 9:3), Maryna Zanevska (4, 8:3) und Miriam Bulgaru (4, 8:4).

Zweites Turnier startet am Montag

Am Montag, 3. August, beginnt in Halle das zweite von fünf Turnieren der IPL-Serie. Letzter Spieltag ist am Freitag, 7. August. Teilnehmerfelder, Tagesspielpläne und Ergebnisse gibt es unter www.ipl-tennis.de. Dort sind auch Eintrittskarten erhältlich. Zudem kann man auf www.sofascore.com alle Spiele im Liveticker verfolgen.

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