Fußball: Verantwortliche haben viel Abstimmungsarbeit vor sich.
Gewohnte Anstoßzeiten sind Geschichte

Halle. (WB). Die Spielpläne der Männer und Frauen sind veröffentlicht. Dabei waren 1.768 Spiele von 106 Männer-Mannschaften auf sechs Fußball-Kreisligen zu verteilen und 90 Partien in der zehn Teams umfassenden Frauen-Kreisliga anzusetzen. Während für den Kreisvorsitzenden Markus Baumann und den Fußballausschussvorsitzenden Patrick Hartmann die Planungsarbeit damit beendet ist, beginnt sie auf Vereinsseite nun erst richtig.

Freitag, 21.08.2020, 23:36 Uhr aktualisiert: 21.08.2020, 23:40 Uhr
Langenheides Cevin Bräuer (links), Werthers Niclas Kleck und alle übrigen Fußballer müssen sich auf neue Anstoßzeiten einstellen. Foto: Gunnar Feicht
Langenheides Cevin Bräuer (links), Werthers Niclas Kleck und alle übrigen Fußballer müssen sich auf neue Anstoßzeiten einstellen. Foto: Gunnar Feicht

Der Fußballkreis hat bis zum geplanten Saisonende am 21. Juni 2021 keine Wochenspieltage vorgesehen. „Wir haben darauf verzichtet, weil einige Vereine in Bielefeld auf Sportplätzen ohne Flutlicht spielen. Zudem wollten wir den Jugendtrainingsbetrieb so wenig wie möglich beeinträchtigen“, sagt Markus Baumann. „Von uns sind die Standard-Anstoßzeiten angesetzt worden. Jetzt müssen die Vereine über Vor- und Nachverlegungen viel miteinander sprechen. Die Hauptsache ist, dass gespielt wird.“ Dass man sich dabei von den gewohnten Anstoßzeiten größtenteils verabschieden muss, hat der Kreisvorsitzende in den vergangenen Wochen wiederholt deutlich gemacht. „Künftig werden Begegnungen auch samstags um 18 Uhr und sonntags um 17 Uhr stattfinden müssen.“

Acht sind ohne Konzept

Die Austragung von Freundschaftsheimspielen ist nur nach Vorlage eines Hygienekonzepts erlaubt. Obwohl bis zum Saisonstart am 6. September nur noch zwei Wochen vergehen, fehlt ein solches Konzept bei acht von 63 Vereinen noch immer. Das betrifft FC Delta, GSV Cosmos, KuS Beli Orlovi Srbija, SC Hicret, SV Brackwede, SV Roj, TuS Hoberge-Ueren-trup und TuS Union 02 Bielefeld. „Ich werde bis Ende nächster Woche warten und dann das Gesundheitsamt informieren. Nur das kann entscheiden, ob die entsprechenden Spielstätten eventuell gesperrt werden“, sagt Baumann. Die Meisterschaftsspiele der betroffenen Vereine zu verbieten und anschließend für sie als verloren zu werten, sei nicht erlaubt. „Der FLVW hat mitgeteilt, dass dafür eine Rechtsgrundlage fehlt.“

Fünf Spiele unmöglich

Vor echten Herausforderungen an ihren Heimspieltagen stehen die Vereine, die mehrere Senioren- und zugleich überkreislich spielende Junioren-Mannschaften haben. Für all’ die ist der Sonntag fest vorgegeben. Somit sind bei Spvg. Steinhagen, TSV Amshausen und BV Werther mitunter Spieltage mit fünf Heimpartien angesetzt.

In Amshausen sollen die Begegnungen am 27. September um 9, 11, 13 und zwei um 15 Uhr beginnen. „Wir werden viele Anstoßzeiten ändern müssen, um die Spieltage zu entzerren“, sagt Marion Baum, Fußball-Abteilungsleiterin beim TSV. Notwendig wird das, um die Hygieneauflagen zu erfüllen. Zum einen soll zwischen den einzelnen Partien eines Tages ein zeitlich ausreichender Abstand eingehalten werden, um so genannten Begegnungsverkehr zu verhindern. Zum anderen müssen die Kabinen zwischendurch desinfiziert werden. „Wir haben vier Kabinen, die nur von zwei Mannschaften gleichzeitig genutzt werden dürfen, um die Mindestabstände zu wahren“, sagt Baum. „An so einem Tag wie den 27. September kann ich mir Anfangszeiten von 9, 12.30, 15.30 und 18 Uhr vorstellen. Dann müssen wir eine Partie aber immer noch vorverlegen, vielleicht auf Samstagabend“, erklärt Baum. „Unter den zeitlichen Bedingungen tun mir jetzt auch schon die Schiedsrichter leid“, so Baum weiter. „Ich werde künftig wohl zehn bis zwölf Stunden am Sonntag auf dem Sportplatz verbringen, statt sechs bis sieben“, sagt Marion Baum.

Ehrenamtsmüdigkeit droht

Den zeitlichen Aspekt will auch Andreas Wessels nicht unterschätzen: „Unter den jetzigen Bedingungen mit Namenslisten ausfüllen, Kabinen säubern und vieles mehr, kann man nicht über Wochen spielen. Sonst tritt eine Ehrenamtsmüdigkeit ein.“

Der Vorsitzende der Spvg. Steinhagen hätte gerne beim Spiel seiner ersten Herrenmannschaft gegen den VfB Fichte am Samstag vor einer Woche zugesehen. Konnte er aber nicht. „Keine Minute habe ich mitbekommen, weil ich mit den Listen beschäftigt war, Desinfektionsmittel aufgefüllt habe oder Türen auf- und zuschließen musste. Zudem ist es echt unangenehm, wenn man 200 Zuschauer maßregeln muss, die Abstände einzuhalten und auf den Wegen Masken zu tragen“, sagt Wessels.

„Wir führen Gespräche mit dem Ordnungsamt, ob das Begegnungsverbot für die Spieltage nicht aufgehoben werden kann. Das würde den zeitlichen Ablauf wesentlich vereinfachen. Wenn es bleibt, werden einige Spiele ausfallen“, befürchtet Wessels.

QR-Code zur Registrierung

Zumindest bei den Namenslisten weiß Gerrit Wehmeyer einen Rat. Der stellvertretende sportliche Leiter des BV Werther hat auf www.corona-presence.de die Möglichkeit gefunden, die Anwesenheit mittels QR-Code zu erfassen. Als zusätzliche Umkleidemöglichkeit hat der BVW zwei Zelte aufgebaut. „Die sind nicht blickdicht. Aber damit sich Kinder und Jugendliche ein Trikot anziehen, reicht es“, sagt Wehmeyer, der sich die Veröffentlichung der Spielpläne früher gewünscht hätte.

„Wir müssen die endgültige Anstoßzeit im DFBnet bis spätestens zehn Tage vor dem geplanten Termin festlegen. Der erste Spieltag ist aber schon in zwei Wochen. So haben wir in den kommenden drei bis vier Tagen viel Arbeit vor uns.“

Jugendpläne am Samstag

Im Jugendbereich werden die Spielpläne von Spielbetriebskoordinator Thorsten Sewing aller Voraussicht nach an diesem Samstag veröffentlicht. Bei Mini-Kickern und F-Junioren sind wegen der Corona-Einschränkungen keine Spielrunden mit mehreren Mannschaften erlaubt. Stattdessen werden wie in den übrigen Altersklassen, Spiele zweier Teams gegeneinander ausgetragen. „Bis Weihnachten ist es so geplant. Dann wird entschieden, ob im neuen Jahr Spielrunden wieder möglich sind“, sagt Markus Baumann.

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