Handball: Die Zuschauerzahl ist aktuell streng begrenzt – in einigen Hallen sind Fans sogar ganz verboten
Keine Fans – HSG schaut in die Röhre

Halle (WB). Die meisten heimischen Handball-Mannschaften haben Konzepte erstellt, bei deren Einhaltung eine begrenzte Anzahl von Sitzplätzen genutzt werden dürfen. Doch wie viele Fans die Spiele beim Saisonstart wirklich verfolgen, hängt genauso wie eine mögliche Bewirtung auch von den Gegebenheiten vor Ort ab. Viele Vereine haben daher versucht, kreative Möglichkeiten zu finden. Schließlich geht es auch um dringend benötigte Einnahmen.

Mittwoch, 26.08.2020, 23:46 Uhr aktualisiert: 26.08.2020, 23:50 Uhr
Solche Bilder wird es vorerst nicht geben. Die Zuschauerzahl in den heimischen Hallen ist begrenzt. Es muss Abstand eingehalten werden und auch lautes Anfeuern ist wegen der Verbreitung von Aerosolen tabu. Foto: Sören Voss
Solche Bilder wird es vorerst nicht geben. Die Zuschauerzahl in den heimischen Hallen ist begrenzt. Es muss Abstand eingehalten werden und auch lautes Anfeuern ist wegen der Verbreitung von Aerosolen tabu. Foto: Sören Voss

Knapp mehr als 200 Zuschauer dürfen die Spiele von Oberligist SF Loxten (WB vom 21.8.) vor Ort verfolgen. Die begrenzten Plätze sind allerdings ausschließlich für Dauerkarteninhaber und Sponsoren vorgesehen. Für alle anderen Fans sollen die Partien der Sportfreunde im Internet unter Sportdeutschland.tv zu sehen sein.

Eine ähnliche Möglichkeit zieht man auch bei Verbandsligist TuS Brockhagen in Betracht: „Mit den Beschränkungen dürfen wir 55 Zuschauer reinlassen. Bei ausverkaufter Halle kamen wir sonst auf an die 350 Menschen. Die Einnahmen fehlen uns natürlich, beispielsweise für Jugendtrainer“, erklärt Handball-Obmann Sven Meister. Daher gehen die Überlegungen aktuell dahin, die Begegnungen der ersten Herren- und ersten Damenmannschaft live im Internet zu übertragen. „Wir müssen die Spiele ja eh filmen. Allerdings suchen wir nach einer Lösung, bei der für uns auch noch ein paar Euros herausspringen“, so Meister weiter. Eine Bewirtung soll es nach Möglichkeit auch geben. Dafür müssten die Getränke an der Grillhütte statt wie bisher im Jugendraum verkauft werden. Allerdings ist das „Catering” noch nicht sicher. Fest steht, dass die Fans ihre Tickets online kaufen müssen. Der QR-Code kann dann ausgedruckt oder übers Handy vorgezeigt werden. „Die Organisation ist da relativ unkompliziert, da gibt es einige Anbieter. Und die Daten zur Rückverfolgung sind ja so automatisch auch aufgenommen“, erklärt Meister.

Bei Liga- und Lokalrivale Spvg. Steinhagen will man die Entwicklung der nächsten Wochen erst noch abwarten. „Wir haben natürlich ein Hygienekonzept für die Testspiele. Aber die Situation ist aktuell so dynamisch und die Saison noch so lange hin“, erklärt der Sportliche Leiter André Schnadwinkel. Das Konzept für die Testspiele sieht maximal 50 Zuschauer vor. 10 bis 20 Plätze gehen an die Gästeteams, der Rest steht der Heimmannschaft zur Verfügung. Bislang werden die Daten auf einem Zettel festgehalten, wobei ein QR-Code in Zukunft eine Alternative sein könnte. Außerdem benutzen die Teams einen separaten Eingang. Auch eine Bewirtung ist aktuell nicht möglich. „Auf Dauer ist der Spielbetrieb so nicht zu finanzieren. Aber aktuell muss man eben das große Ganze im Auge haben“, so Schnadwinkel.

Seit dieser Saison spielt auch HSG Werther/Borgholzhausen in der Verbandsliga. Zuschauen darf jedoch aktuell niemand. Denn sowohl die Halle in Borgholzhausen als auch in Werther sind derzeit nicht für Zuschauer freigegeben. „Beides sind kreiseigene Sporthallen. Und der Kreis erlaubt aktuell keine Zuschauer“, erklärt Werthers Michael Huxohl die Situation. Für den Trainings- und Testspielbetrieb sind die Hallen aber zumindest nutzbar. Und bei Jugendspielen dürfen maximal fünf Eltern auf einer Bank dabei sein. „Wir haben da bisher auch keinen Druck, da bis zum Saisonstart ja noch etwas Zeit vergeht. Aber es wäre natürlich super, wenn wir Anfang Oktober zumindest wieder vor ein paar Zuschauern spielen könnten“, so Huxohls Hoffnung.

Anders sieht es bei Landesligist Spvg. Hesselteich aus. Denn in der weitläufigen Sparkassen-Arena (Fassungsvermögen 800 Zuschauer) dürfen etwas mehr als 200 Zuschauer die Spiele verfolgen. „Wir hatten einen Ortstermin mit dem Ordnungsamt und haben einen guten Kompromiss gefunden“, erklärt Hesselteichs Andreas Wehmöller. Damit sich Spieler und Zuschauer aber auch nach der Partie nicht begegnen, gibt es einen separaten Eingang für die Aktiven. Auch eine Bewirtung ist im Moment noch nicht vorgesehen. „Eventuell wird es einen Bratwurststand geben. Aktuell haben wir das aber nicht geplant“, so Wehmöller. Das gilt auch für die Jugendspiele in der Halle der Sekundarschule. Dort dürfen maximal 50 Zuschauer Platz nehmen und eine Bewirtung gibt es nicht. Die erste Nagelprobe für das Konzept in der Arena steht am kommenden Samstag an. Dann spielt die männliche A-Jugend der JSG Hesselteich/Loxten ihr erstes Heimspiel in der Bundesliga-Qualifikation gegen Ahlen.

Auch bei Landesligist TG Hörste steht das Konzept, wie Thomas Wöstmann berichtet: „Auch wenn es nur 135 Zuschauer sein dürfen, sind wir froh, dass überhaupt wer kommen kann. Denn wir finanzieren uns im Wesentlichen über die Zuschauereinnahmen.“ Außerdem soll es eine eingeschränkte Bewirtung geben. Untersagt ist dagegen lautes Anfeuern von der Tribüne: „Dadurch verbreiten sich die Aerosole einfach deutlich mehr“, erklärt Wöstmann, der die „sehr gute Zusammenarbeit“ mit der Stadt Halle betont.

Bezirksliga-Aufsteiger Spvg. Versmold hat sein Konzept nachbessern müssen. 60 Zuschauer dürfen nun in der Dreifach-Sporthalle Platz nehmen. Die Formulare für eine mögliche Nachverfolgung kann man sich vor den Spielen online herunterladen, Eintrittskarten gibt es aber nur vor Ort. „Wenn es wirklich mal mehr als 60 Zuschauer werden sollten, dann dürfen wir die nicht hereinlassen“, bedauert Claudia Strangmann. Auch eine Bewirtung ist aktuell nicht vorgesehen. Eine letzte Herausforderung stellen die Fußballer dar, die teilweise zeitgleich auf dem benachbarten Kunstrasen spielen und ebenfalls Kabinen und Toilettenzugang benötigen. „Wenn wir Handballer uns in der benachbarten kleinen Halle umziehen können, könnten wir das Problem der Kabinenbelegung aber wohl lösen“, ist Claudia Strangmann optimistisch.

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