Eine Wertung ist auch dann möglich, wenn einzelne Fußball-Teams nicht auf die Hälfte ihrer Spiele kommen
Auch Fußballer gehen in die Winterpause

Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) schickt seine Vereine vorzeitig in die Winterpause. Nachdem die spielleitenden Stellen den Spielbetrieb bereits für den November absetzen mussten, wird der Ball in Westfalen auch im Dezember nicht mehr rollen. Das hat der Verbands-Fußball-Ausschuss (VFA) am Dienstagabend in einer gemeinsamen Videokonferenz mit Vertretern des Verbands-Jugend-Ausschusses (VJA) und den Vorsitzenden der 29 FLVW-Kreise beschlossen. Die Vereinbarung gilt für alle Amateur- und Jugendspielklassen sowie Freundschaftsspiele auf Verbands- und Kreisebene.

Mittwoch, 18.11.2020, 18:28 Uhr
Corona hat auch den Amateurfußball weiter im Griff. In diesen Jahr finden keine Spiele mehr statt.
Corona hat auch den Amateurfußball weiter im Griff. In diesen Jahr finden keine Spiele mehr statt. Foto: Klaus Münstermann

Altkreis.

„Nach den jüngsten Einschätzungen der Bundes- und Landesregierung ist nicht realistisch zu erwarten, dass der Spielbetrieb im Amateur- und Jugendbereich noch in diesem Jahr wieder zugelassen wird. Wir haben uns deshalb entschlossen, im Dezember keine Spiele anzusetzen“, betonen der VFA-Vorsitzende Reinhold Spohn und der für den Jugendfußball verantwortliche Vizepräsident Holger Bellinghoff. Wann die Saison fortgesetzt wird, hängt maßgeblich vom Infektionsgeschehen und den politischen Entscheidungen ab. Manfred Schnieders: „Denkbar ist eine verkürzte Winterpause und ein früherer Re-Start im Januar.“ Der FLVW-Vizepräsident Amateurfußball, der VFA und die Verantwortlichen im Jugendbereich beschäftigen sich bereits mit Anpassungen des Rahmenterminkalenders. Unverändert gilt, dass man den Vereinen eine mindestens zweiwöchige Vorbereitungszeit einräumen wird.

Präsident Gundolf Walaschewski begrüßt die gemeinsam getroffene Entscheidung: „Es ist dringend geboten, einerseits den Vereinen Planungssicherheit zu geben und andererseits der Gesellschaft zu signalisieren, dass wir den Vorgaben der Politik unbedingt folgen werden und nicht ständig um privilegierte Regelungen für den Fußball nachsuchen.“

Dagegen hatten sich noch vor wenigen Tagen die Präsidenten der Landesverbände und DFB-Präsident Fritz Keller gemeinsam dafür ausgesprochen, bundesweit den Trainingsbetrieb unter freiem Himmel wieder zuzulassen. Der an die Politik gerichtete Appell bezog sich in erster Linie auf Kinder und Jugendliche, schloss allerdings auch andere Sportarten mit ein. Der FLVW hat nun zum Trainingsbetrieb keine Vorgaben gemacht. Sollte also die Politik Übungseinheiten im Dezember wieder zulassen, müssten die Vereine entscheiden, ob sie ein Training anbieten wollen.

 

Hinrunde das Ziel

Markus Baumann war schon vor dem Start Anfang September skeptisch, die komplette Saison über die Bühne bringen zu können. Der Vorsitzende des Fußballkreises Bielefeld/Halle darf sich nun bestätigt fühlen – seine persönliche Meinung: „Ich glaube nicht, dass vor Mitte Februar wieder gespielt werden kann und wir mehr als 20 bis 25 Spieltage austragen können.“ Das würde bedeuten, dass allein in kleinen Staffeln wie der Frauen-Kreisliga oder vereinzelt im Jugendbereich alle Partien stattfinden.

In diesem Zusammenhang weist Baumann darauf hin, dass die Saison gewertet wird, wenn mindestens 50 Prozent der Spiele in einer Staffel stattfinden. Das wäre also selbst dann der Fall, wenn einzelne Mannschaften weniger als die Hälfte ihrer Partien bestreiten können. „Der Idealfall ist, dass eine Mannschaft auch unter der Woche immer spielen kann. Doch das sieht in der Realität anders aus. Nicht alle Vereine haben zum Beispiel einen Kunstrasenplatz.“ Baumann nennt als Beispiel die beiden Altkreis-B-Ligisten TG Hörste und SV SG Hesseln. Umso wichtiger sei es, dass jedes Team mindestens eine komplette Hinrunde absolviert. In diesem Zusammenhang wäre es sinnvoll, dass vor dem Restart der Spielplan verändert wird und zunächst alle ausgefallenen Spieltage angesetzt werden. „Das ist noch nicht so entschieden worden, aber die Tendenz geht dahin“, berichtet Baumann.

Der Kreisvorsitzende hält die Zwangspause für alternativlos: „Das Problem ist die Situation in den Kabinen. Jetzt im Winter, wenn es noch kälter wird und regnet, kann man auch nach dem Training nicht einfach so verschwitzt nach Hause fahren.“ Baumann ist in den vergangenen Wochen nur selten von Vereinsvertretern angesprochen worden: „Das war vor der Saison ganz anders. Doch wahrscheinlich hat man sich nun damit abgefunden, dass nicht gespielt werden und es momentan keine verbindlichen Termine für die Fortsetzung der Saison geben kann.“

 

Problem Kabine

Die Entscheidung des FLVW im Frühjahr, die Saison abzubrechen, mit Aufsteigern und ohne Absteiger zu werten, hält Markus Baumann auch nach den jüngsten Entwicklungen für richtig. Der Fußballverband in Bayern war dagegen einen Sonderweg gegangen, hatte die Saison lediglich unterbrochen und im Sommer fortgesetzt, so dass für eine komplette Serie zwei Jahre Zeit bleibt – mit regulärer Auf-und Abstiegsregelung und ohne überfüllte Ligen. „Unsere Argumente haben sich im sehr großen Maße als vollständig richtig erwiesen. Wir wollten auf gar keinen Fall, dass zwei Spielzeiten hintereinander nicht regulär ausgetragen werden können. Deshalb haben wir unseren Vereinen unsere Befürchtungen einer zweiten Welle sehr klar dargelegt und uns gewappnet“, sagt der bayerische Verbandspräsident Rainer Koch. Baumann hält dagegen einen klaren Schnitt wie in Westfalen für besser, während in Bayern nun zum Teil personell ganz andere Mannschaften als zu Saisonbeginn 2019 auflaufen..

 

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