SC Steinhagen-Amshausen hat ein Konzept zum Betrieb von Schwimmbädern unter den Corona-Bedingungen erstellt
„Schwimmsport ist Teil der Lösung“

Steinhagen. -

Regelmäßig machen die Sportler des Schwimmclubs Steinhagen-Amshausen im Wasser mit schnellen Zeiten auf sich aufmerksam, aber jetzt waren sie auch außerhalb des Schwimmbeckens und abseits des Trainings fleißig. Sie haben ein Konzept zum Betrieb von Schwimmbädern unter den Bedingungen der Corona-Pandemie erstellt und es Verbänden bis zur allerhöchsten politischen Ebene zukommen lassen.

Mittwoch, 09.12.2020, 19:02 Uhr
Sehnsucht nach dem Wasser: Der SC Steinhagen-Amshausen hat ein Konzept zum Betrieb von Schwimmbädern unter den Bedingungen der Corona-Pandemie erstellt.
Sehnsucht nach dem Wasser: Der SC Steinhagen-Amshausen hat ein Konzept zum Betrieb von Schwimmbädern unter den Bedingungen der Corona-Pandemie erstellt.

Axel Brinkmann ist sicher: „Schwimmsport ist Teil der Lösung.“ Der 48-jährige Steinhagener erlebt bei seinen beiden Söhnen aktuell hautnah mit, was passiert, wenn Jugendlichen der Ausgleich durch den Sport fehlt. „Die körperliche Betätigung ist das eine. Aber es geht auch die Tagesstruktur verloren und den Jugendlichen ist langweilig. Trotz Verbot treffen sie sich heimlich und es kommt möglicherweise zu Infektionen, die nicht nachzuvollziehen sind.“

Deswegen plädiert Brinkmann für die Zulassung von Sport in einem geregelten Rahmen, der zugleich die Aufsicht sicherstellt: „Vereinssport kann nicht als Treiber der Pandemie gesehen werden. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Hygienekonzepte dort greifen. Außerdem sind die Kontakte nachverfolgbar.“

Doch das ist nicht die einzige Argumentation, die der Schwimmclub in seinem Konzept vertritt, das Vorstandsmitglied Brinkmann im Verein gemeinsam mit Nicola Winkler, Natalie Finken (alle drei sind Diplomsportlehrer) und dem erfahrenen Trainer Klaus Völcker erarbeitet hat. Sie verweisen auf wissenschaftliche Erkenntnisse, nach denen eine Virusübertragung während des Schwimmens praktisch ausgeschlossen ist, da die feuchte Luft im Bad die Aerosole auf den Boden absinken lässt, wo sie durch das gechlorte Wasser gebunden und deaktiviert werden. „Hinzu kommt, dass Schwimmen eine Lebensrettungsfunktion hat“, fügt Brinkmann hinzu. Er sieht es im gesamtgesellschaftlichen Interesse, wenn viele Menschen schwimmen lernen, „und wir konnten jetzt seit einem halben Jahr praktisch keinen Schwimmunterricht anbieten. Auf die Grundschulen wird ein großes Problem zukommen.“

Neben ihrem Plädoyer für die Öffnung der Schwimmbäder haben sich Brinkmann und Team zusätzlich auch Gedanken zu einem transparenten Öffnungskonzept gemacht, das abhängig von Inzidenzwerten Schul-, Vereins- oder sogar Freizeitschwimmen zulässt. Ab einem Wert von mehr als 200 könnte etwa nur noch der Schulsport erlaubt sein, ab Werten unter 100 dann auch wieder der Freizeitsport. Brinkmann ergänzt: „Je nach den Bedingungen vor Ort bei Umkleiden- und Beckengröße gäbe es eine Limitierung der Personenzahl. Aber diese Organisationskonzepte liegen aus dem Sommer vor und müssten nur angepasst werden.“

Die Steinhagener sind sich sicher: „So kann Schwimmsport sicher und längerfristig seinen vielseitigen und anerkannten Beitrag zum Gesundheitsschutz leisten und aktiv dem Infektionsgeschehen unter Kindern und Jugendlichen entgegen wirken.“

Der SCSA hat sein Konzept bereits großflächig verbreitet und als „Weihnachtspost“ nach Frankfurt an den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), namentlich an den Präsidenten Alfons Hörmann, den Landessportbund NRW, den Deutschen Schwimmverband (DSV) sowie die Schwimmverbände NRW und OWL geschickt. Aber auch Dagmar Freitag, die Vorsitzende des Sportausschusses des Bundestags sowie die Landtagspolitik sind angeschrieben worden.

„Vielleicht können wir Facetten aufzeigen, die der Politik bisher nicht bewusst sind“, hofft Axel Brinkmann. „Es soll eine auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Diskussionsbasis zum längerfristigen Umgang mit der Pandemie sein. Eine Grundidee, die man anpassen kann, um sie mehrheitsfähig zu machen.“

Die Post aus Steinhagen ist raus und die ersten wertschätzenden Antworten sind bereits zurückgekommen: So wollen die Schwimmverbände OWL (durch den Vorsitzenden Bernd Schröder) und NRW (durch Generalsekretär Frank Rabe) das SCSA-Konzept gerne übernehmen, um ebenfalls gegenüber der Politik Werbung für einen verantwortungsvollen Schwimmsport zu machen.

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