Die Steinhagenerin Nina Meseke engagiert sich dafür, dass Sport für Kinder und Jugendliche wieder möglich ist.
Eltern kämpfen im Landtag für Öffnung

Altkreis -

Dienstagabend, NRW-Landtag in Düsseldorf. „Vorstellung der Initiative „Vereinssport für Kinder und Jugendliche wieder zulassen“, steht als erster Punkt auf der Tagesordnung des Sportausschusses, in dem sich Landtagspolitiker, wie beispielsweise die ehemalige Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, mit den Fragen rund um den Sport beschäftigen. Auf Einladung von Rainer Bischoff, dem sportpolitischen Sprecher der SPD, darf eine Elterninitiative ihre Ideen und Forderungen vorstellen

Donnerstag, 21.01.2021, 12:56 Uhr
Die Steinhagenerin Nina Meseke hat am Konzept der Elterninitiative mitgewirkt.
Die Steinhagenerin Nina Meseke hat am Konzept der Elterninitiative mitgewirkt.

. Am Konzept mitgewirkt hat auch Nina Meseke. Die 35-jährige ist Mutter von zwei Kindern (drei Jahre und 16 Monate) und engagiert sich im Netzwerk „Familien in der Krise“.

Frau Meseke, aktuell gibt es viele Initiativen mit teilweise haarsträubenden Ansichten. Weshalb engagieren Sie sich für „Familien in der Krise“?

Nina Meseke: „Zunächst grenzen wir uns ganz klar von den Corona-Leugnern ab, alle nehmen die Pandemie sehr ernst. Wir differenzieren klar und sagen, dass wir als Erwachsene die Einschränkungen mitgehen. Alle Anliegen und Forderungen sind umfangreich belegt. Wir legen viel Wert auf Recherche und valide Quellen, bevor wir an die breite Masse gehen. Wir möchten nicht lockern, weil wir revolutionär agieren wollen. Darum geht es uns nicht. Wir sind davon überzeugt, dass es für das Wohlergehen der Kinder und Jugendlichen entscheidend ist.“

Die Steinhagenerin ist Psychologin und Psychotherapeutin. Als Mitstreiterin hat sie die Bielefelderin Dr. Nicole Reese kennengelernt. Reese, Jura-Professorin, Mutter von vier Kindern, die leistungsorientiert Basketball gespielt hat, darf Dienstag das Konzept den Politikern in einer Videokonferenz vorstellen.

Mit welcher Argumentation plädieren Sie für Lockerungen im Sportbereich?

Meseke: „Sport ist mehr als Bewegung. Er stärkt die körperliche und psychische Gesundheit und kann viel abfangen, wie Frust und Unmut. Ohne Sport sind Kinder noch mehr isoliert als sie es ohnehin schon sind. Es gibt Kinder, deren Lebensalltag aus Zocken besteht. Außer Sachsen hat kein Bundesland solche drastischen Einschränkungen für den Sport wie NRW.“

Wie lauten Ihre Forderungen?

Meseke: Es ist ja schon fragwürdig, dass sich Personen auf einer Wiese treffen dürfen, aber nicht auf der Sportanlage nebenan. Wir fordern deshalb die Öffnung von Sportanlagen für Freizeit- und Amateursport nach allgemeiner Personenbeschränkung. Auf weitläufigen Sportanlagen sollen mehrere Individualsportler gleichzeitig trainieren dürfen, wenn es keine Durchmischung gibt. Außerdem differenzieren wir nach Altersstufen und sagen, dass Kinder bis 14 Jahren auch in Kleingruppen in Vereinen trainieren dürfen. Natürlich unter Einhaltung von Hygienekonzepten. Diese Konzepte sind ja bereits etabliert, die Vereine sind mit der Kontaktnachverfolgung gut aufgestellt.

Wie sind die Reaktionen im Sportausschuss ausgefallen?

Meseke: „Herr Bischoff von der SPD hatte uns ja schon im Vorfeld Zuspruch signalisiert. Sein Eindruck nach unserer Präsentation war, dass die Ausschussmitglieder erkannt haben, dass das Thema Sport vorangetrieben werden muss. Es ist schön, dass wir nicht nur gehört werden, sondern auf der Prioritätenliste nach oben steigen.“

Kritisieren Sie die Politiker, dass diese nicht selbst auf ähnliche Ideen kommen?

Meseke: Ich sehe es eher positiv und finde es gut, dass wir gehört werden. Ich möchte nicht in der Haut eines Politikers stecken. Es ist schwer, zu differenzieren und ich möchte nicht wissen, wie voll die Mailfächer sind. Ich möchte keinem eine böse Absicht unterstellen. Alle agieren nach bestem Wissen und Gewissen, aber man sieht eben nicht alles und vielleicht auch nicht das, was an der Basis relevant sein könnte. Dafür ist es gut, wenn Leute ihre Stimme erheben. Insbesondere für Kinder, die es noch nicht selber können. Umso schöner, wenn wir gehört werden und es mitgetragen wird.

Eine Online-Petition, die die Elterninitiative gestartet hat, hat bisher 1525 Unterstützer, was weit entfernt von einem offiziellen Quorum ist, an dem sich 29.000 Personen beteiligen müssten. Trotzdem erhoffen sich Meseke und Co. in den kommenden Wochen Lockerungen.

Was wäre aus Ihrer Sicht der optimale Verlauf?

Meseke: Die schnelle Öffnung von öffentlichen Sportanlagen für Individualsport und Personaltraining im Rahmen der aktuellen Personenbeschränkungen. In Anbetracht der zuletzt sinkenden Inzidenz sofort. Wenn wir realistisch sind, hoffen wir, dass es mit dem 15. Februar klappt.

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