Fußball: Spvg. Steinhagen gewinnt nach 24 Jahren den Kreispokal
»Wir hatten so richtig Bock drauf«

Steinhagen (WB). Doch was diesen Triumph so wertvoll macht, sind nicht die sieben Tore gegen einen defensiv überforderten Bezirksligisten. Pitschnass von den Wasser- und Bierduschen blickt Daniel Keller zu den feiernden Anhängern. Der Trainer fasst in drei Worten die Hochstimmung zusammen: »Dieser Verein lebt.«

Freitag, 27.05.2016, 19:51 Uhr aktualisiert: 27.05.2016, 20:00 Uhr

Etwa die Hälfte der 400 Zuschauer kommt aus Steinhagen, viele von ihnen haben sich schon 90 Minuten vor dem Anpfiff per Fahrrad auf dem Weg nach Ummeln gemacht »Wir radeln zum Pott«, lautet ihr Motto. Im Stadion am Trüggelbach unterstützen die Anhänger – viele spielen in der B-Jugend der Spvg. – ihre Mannschaft per Megafon mit Sprechchören. Sie tragen Spvg.-Trikots und Mützen, zünden Bengalos. »Unglaublich, was die Leute heute auf die Beine gestellt haben. Und die Mannschaft hat es zurückgegeben. Wir haben eine erfolgreiche Saison mit etwas Vorzeigbarem abgerundet«, ist Keller rundum zufrieden. Auch bei seinem fünften Verein hat der Coach seine erste Spielzeit mit einem Titel gekrönt.

Dass Kellers stolze Serie hält, deutet sich schon in der Anfangsphase an. Nach Großchancen von Sebastian Herrmann (Pfosten) und Jochen Pape (vorbei) bringt Daniel Schröder das Cronsbachteam im dritten Versuch in Führung. Es folgt die einzige Phase der ansonsten einseitigen Partie, in der der Bielefelder Bezirksligist die Defensive der klassenhöheren Spvg. mit einigen gefährlichen Angriffen zum Wackeln bringt. »Philipp Schremmer hat uns da die Führung gerettet«, lobt Keller seinen Schlussmann: » Ich wusste aber auch, dass wir über unser Umschaltspiel immer wieder zu Chancen kommen werden – und dass wir Tore schießen.«

Der Trainer behält Recht. Das 2:0 von Jochen Pape kurz vor der Halbzeit ist bereits die Vorentscheidung. Als nach der Pause Türk Sports Altan Arslan im letzten Moment geblockt wird und auf der Gegenseite Dennis Kipp per Kopf nach Eckball auf 3:0 erhöht, ist die Partie entschieden.

»Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin«, skandieren die Fans im Übermut. Dazu wird es nicht kommen, doch die Qualifikation für den Westfalenpokal-Wettbewerb ist im Sack.

Der Gegner spielt weiter nach vorne, ist aber hinten offen wie ein Scheunentor und kassiert noch vier weitere Buden. Der verdiente Ehrentreffer des Bezirksligisten zum zwischenzeitlichen 1:6 bleibt eine Randnotiz. Zu diesem Zeitpunkt hat »Ede« Spilker längst die Pokalsieger-Shirts aus der Kabine geholt – mit der passenden Aufschrift: » Zurecht.« »Die letzten zwei Endspiele gegen Dornberg und Theesen sind in die Hose gegangen. Diese Saison hatten wir so richtig Bock, den Pott zu gewinnen«, sagt Kapitän Andreas Kretschmann. Derweil freut sich der Sportliche Leiter Carsten Lochmüller, 1992 als Spieler am letzten Pokalsieg der Spvg. beteiligt, über die Unterstützung und den Zusammenhalt: »Ich weiß schon jetzt, was unsere Spieler machen, wenn die B-Jugend demnächst um den Bezirksliga-Aufstieg spielt: Die Jungs anfeuern, so wie die es heute getan haben.«

 

Spvg. Steinhagen: P. Schremmer; Pörtner, Winder, Wieland, Schoebel – Kipp, Kraft (73. Agostini) – Kretschmann (75. Kreutzer), Pape (66. Bresser), Schröder – Herrmann. Außerdem dabei: Sanker, Fritz, M. Schremmer, Eyrice, M. und Y. Sahin.

Tore: 1:0 ( 12.) Daniel Schröder, 2:0 (43.) Jochen Pape, 3:0 (51.) Dennis Kipp, 4:0/5:0 (63./65.) Sebastian Herrmann, 6:0 (76.) Daniel Schröder, 6:1 (82.) Cavit Zorlu, 7:1 (88.) Dennis Bresser.

 

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