Der Versmolder Tim Mannek (19) spielt für den SC Paderborn und hofft Samstag auf ein »Heimspiel« vor Freunden
Debüt vor 16.000: Adrenalin und Großchance

Versmold (WB). Für den Versmolder Tim Mannek ist ein Traum in Erfüllung gegangen: Nach drei Jahre im Jugendinternat des SC Paderborn ist der 19-Jährige im Sommer in den Kader der ersten Mannschaft befördert worden.

Donnerstag, 01.09.2016, 09:00 Uhr aktualisiert: 01.09.2016, 11:51 Uhr
Tim Mannek stand bei Drittliga-Spielen vier Mal im Kader des SC Paderborn und wurde zwei Mal eingewechselt. Foto: Besim Mazhiqi
Tim Mannek stand bei Drittliga-Spielen vier Mal im Kader des SC Paderborn und wurde zwei Mal eingewechselt. Foto: Besim Mazhiqi

Samstag tritt der SCP nun in der ersten Runde des Westfalen-Pokal-Wettbewerbs im Altkreis beim Landesligisten Spvg. Steinhagen an. Für Mannek eine tolle Möglichkeit, vor Freunden und Bekannten im SCP-Trikot aufzulaufen. Mit WB-Mitarbeiter JensHorstmannspricht TimManneküber seine ersten Profi-Erfahrungen, den »Fluch« eines Torjägers und natürlich auch über das Spiel am Samstag.

Zunächst einmal »Herzlichen Glückwunsch« zum ersten Profivertrag. Wie fühlt man sich denn als Fußballprofi?

Tim Mannek: Vielen Dank. Es ist ein sehr schönes Gefühl. Welcher kleine Junge träumt nicht davon, einmal Fußballprofi zu werden?!

 

Ab wann war klar, dass Sie es geschafft haben?

Mannek: Die Situation im vergangenen Frühjahr war beim SC Paderborn sehr schwierig, weil die erste Mannschaft gegen den Abstieg aus der zweiten Liga gespielt hat. Und da zunächst niemand mit mir gesprochen hat, war ich auch ziemlich angespannt. Schließlich hatte ich 26 Tore in der A-Jugend-Regionalliga geschossen und wollte unbedingt den Sprung in den Profifußball schaffen. Dann kamen die ersten Anfragen von anderen Dritt- und Oberligisten, ehe Ende April Paderborn auf mich zukam. Für mich war ein Wechsel dann keine Option mehr, weil ich sehr gerne hierbleiben wollte.

 

Wie sieht jetzt Ihr Alltag aus, was hat sich als Profi im Vergleich zum Nachwuchsspieler geändert?

Mannek: Alles dreht sich nur noch um Fußball. Letztes Jahr ging ich ja noch zur Schule. Da hat man dann neben dem Platz auch mal Sorgen wie Hausaufgaben oder Klausuren. Jetzt konzentriert man sich total auf den Fußball. Der ganze Tag ist auf das Leben als Profi abgestimmt. Das Spiel ist außerdem viel schneller, man muss immer und in jeder Szene hundertprozentig konzentriert sein.

 

Wie sind Sie im Profi-Team aufgenommen worden?

Mannek: Ich kannte ja Cheftrainer René Müller schon ganz gut. Außerdem gab es viele neue Spieler, und die Mannschaft musste sich erst finden. Dadurch kam ich nicht in eine geschlossene Gruppe, was ich persönlich als angenehm empfunden habe.

 

Und dann waren Sie am ersten Spieltag gegen den MSV Duisburg direkt im Kader. Hatten Sie damit vorher gerechnet?

Mannek: Eher nicht, nein. Grundsätzlich sind vier Spieler nicht im Kader, und bei uns gibt es vier Nachwuchsspieler aus U19 und U23. Da geht man davon aus, dass die erst mal nicht dabei sind. Nach dem Abschlusstraining am Donnerstag kam dann die Nachricht, dass ich tatsächlich dabei bin. Da aber kurz nach dem Training schon der Mannschaftsbus nach Duisburg abfuhr, musste ich schnell noch mal nach Hause. Ich hatte mit der Nominierung schließlich nicht gerechnet und dementsprechend überhaupt keine Klamotten dabei.

 

Dann die Einwechselung kurz vor Ende des Spiels: Was war das für ein Gefühl?

Mannek: Beim Tor zum 0:1 habe ich mich schon warm gemacht, und die Duisburg-Fans sind direkt hinter uns natürlich durchgedreht. Aber da ich der einzige echte Stürmer war, habe ich mir da schon gedacht, dass es gleich so weit sein kann. Trotzdem musste ich vor der Einwechslung zweimal gerufen werden, weil ich es beim ersten Mal noch nicht ganz realisiert hatte. Als ich dann an der Seitenlinie stand, habe ich die 16.000 Zuschauer gar nicht mehr wahrgenommen und war voll fokussiert.

 

Sie hatten dann die Riesenchance zum Ausgleich. Wie oft spielt man eine solche Situation hinterher noch durch?

Mannek: Ich war natürlich noch voll mit Adrenalin und habe die ganze Nacht gegrübelt, was ich hätte anders oder besser machen können. Nach dem Spiel hatte ich deswegen auch schon direkt mit meinem Vater telefoniert. Der hatte das Spiel im Fernsehen geschaut. Und auch Trainer René Müller hat mir Mut zugesprochen. Aber das ist eben als Stürmer so. Man muss es einfach abhaken und weitermachen.

 

Sind Sie Samstag dabei?

Mannek: Das entscheidet natürlich der Trainer. Vielleicht spiele ich auch in der U23. Aber natürlich wäre ich gerne dabei. Auch Freunde von mir wollen beim Spiel vorbeischauen.

 

Wir oft schaffen Sie es noch nach Hause in Versmold?

Mannek: Wir haben einmal in der Woche frei, und wenn Papa dann kein Training hat, fahre ich nach Versmold. Ich verfolge auch den Altkreisfußball weiter, schaue immer wie Peckeloh, Steinhagen oder Oesterweg gespielt haben. Ansonsten telefoniere ich fast täglich mit Papa.

 

Dann wagen wir doch noch einen Ausblick. Wie geht es beim SCP weiter?

Mannek: Es läuft momentan noch nicht ganz so rund, weil sich die Mannschaft eben erst finden muss. Das wird sicher noch etwas dauern. Aber wir haben genug Qualität, um jeden zu schlagen, und werden uns auf Dauer immer mehr stabilisieren.

 

Und mit Ihnen persönlich?

Mannek: Ich war jetzt bei vier von sechs Spielen im Kader, und bin zweimal zum Einsatz gekommen. Zu glauben, am Ende der Saison schon Stammspieler zu sein, wäre total vermessen. Ich werde versuchen, jede Chance zu nutzen und Leistung zu bringen, egal wo. Auch die Einsätze in der U23 bringen mich ja weiter.

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