So., 12.05.2019

Handball-Landesliga: 31:19-Sieg gegen SC Münster 08 vor 400 Zuschauern beseitigt alle Zweifel an der Meisterschaft Brockhagen lässt die Korken knallen

Zurück in der Verbandsliga – Meister TuS Brockhagen lässt die Korken knallen mit (hintere Reihe von links) Olaf Deppe, Lars Deppe, Christoph Motzkau, Nico Stöckmann, Yannick Sonntag, Fabian Raudies, Felix Kröger, Dennis Freilich, Jonas Koslik, Sebastian Wörmann, Kai Soetebier, (vorne) Daniel Wienke, Robin Meise, Marian Clysters, Christian Kalms, Lokman Direk, Fabian Redecker, Paul-Moritz Hundeloh.

Zurück in der Verbandsliga – Meister TuS Brockhagen lässt die Korken knallen mit (hintere Reihe von links) Olaf Deppe, Lars Deppe, Christoph Motzkau, Nico Stöckmann, Yannick Sonntag, Fabian Raudies, Felix Kröger, Dennis Freilich, Jonas Koslik, Sebastian Wörmann, Kai Soetebier, (vorne) Daniel Wienke, Robin Meise, Marian Clysters, Christian Kalms, Lokman Direk, Fabian Redecker, Paul-Moritz Hundeloh. Foto: Sören Voss

Von Sören Voss

Steinhagen-Brockhagen (WB). Die Handball-Saison begann für den TuS Brockhagen mit einem ernüchternden 22:29 gegen Ladbergen sowie der Trennung von Trainer Michael Kopahs – und hat am Samstag trotzdem ein grandioses Ende gefunden: Mit dem 31:19 (17:9) gegen SC Münster 08 hat der TuS die Meisterschaft und die Rückkehr in die Verbandsliga perfekt gemacht.

Für einen Brockhagener ist der Titel ein ganz besonderer: In seinen sechs Jahren als Trainer der ersten Herrenmannschaft ist Lokman Direk zweimal hauchdünn gescheitert und wollte jetzt unbedingt seine Meister-Premiere mit dem Team feiern. Der Interimstrainer, der an Timo Schäfer übergibt, lebt auch am letzten Spieltag seine Leidenschaft an der Seitenline vor, feiert jeden Treffer, als wäre er der entscheidende. »Wir hatten über viele Monate Druck, waren immer der Gejagte. Aber die Jungs haben zusammengehalten«, lobt »Lokki« später.

 Die 400 Zuschauer in der ausverkauften Halle spüren von der ersten Sekunde an, dass der Coach es geschafft hat, die eigene Motivation auf seine Schützlinge zu übertragen. Die Hallenuhr streikt mal wieder, zu Beginn geht Münster sogar kurz 2:1 in Führung (2.) – aber ebenso geschlossen, wie der TuS einige Stolpersteine im Saisonverlauf aus dem Weg geräumt hat, so souverän löst er auch diese Probleme. Der Spielstand ist schnell gedreht, weil der Spitzenreiter seine Restnervosität fix ablegt und sich besonders auf seinen Rückraum verlassen kann. Nach dem 5:5 (9.) ist Brockhagen – wie man in der aktuellen Spielergeneration sagt – im »Flow«. Münster geht im Schlagwurf-Hagel von Fabian Raudies, Yannick Sonntag und Christian Kalms unter, aber auch Kai Soetebier von Rechtsaußen und Keeper Marian Clysters präsentieren sich bereits titelreif.

 Beim 14:6 (24.) sind früh alle Zweifel am Heimsieg beseitigt und als in der zweiten Halbzeit dann über den Beamer auch Spielstand und Zeitanzeige zu sehen sind, werden die letzten Minuten der Saison für die TuS-Fans zum Triumphmarsch. In der letzten Auszeit fünf Minuten vor Schluss hat Lokman Direk mehr als nur eine Träne in den Augen: »Ich bin stolz auf euch. Danke, dass ich euer Trainer sein durfte!« Die kleine Halle will förmlich explodieren, als Robin Meise nach einer Parade Christoph Motzkau per 30-Meter-Pass auf die Reise schickt, den der Linksaußen zum 30:18 versenkt.

 Mit dem Abpfiff um 20.28 Uhr ist Brockhagen nach sechs Jahren dann auch offiziell zurück in der Verbandsliga. Robin Meises Schlagader scheint aus dem Hals springen zu wollen, als der Torwart die Jubel-Gesänge anstimmt, Meistermacher Direk wird von Nico Stöckmann auf den Schultern durch die Halle getragen. Party ist angesagt. »Wir haben nichts geplant und lassen uns überraschen«, verkündet der von zahllosen Bierduschen pitschnasse »Lokki«. Aber natürlich haben die Brockhagener Handballer auch für dieses Problem eine schnelle Lösung parat. Der Trainer: »Ich bin guter Dinge, dass es im Dorf genug Bier geben wird.«

TuS Brockhagen: Clysters (bis 44.), Meise (ab 44.); Motzkau (3), Koslik (1), Sonntag (5), Kalms (3), Raudies (7/2), Redecker (1), Stöckmann (1), Wienke, Freilich, Soetebier (5), Kröger (6), Wörmann.

Stimmen zum Brockhagen Aufstieg

Fabian Raudies: »Vor dem Spiel war ich schon nervös. Aber als wir dann schnell zwei, drei Tore vorne waren, wusste ich, dass wir das Ding rocken. Großes Lob an Lokki Direk, der seine Mentalität auf die Mannschaft übertragen hat. Wir sind eine echte Einheit und haben allen Kritikern gezeigt, dass wir nicht nur Egomanen sind. In der Verbandsliga traue ich uns einen Platz unter den ersten fünf Mannschaften zu.«

Felix Kröger: »Wir waren voll konzentriert und haben von Beginn an alles reingeschmissen. Das Spiel in Ladbergen war schwieriger. Wir werden auch in der Verbandsliga eine gute Rolle spielen, weil wir einen engagierten Trainer bekommen, der einiges vorhat. Vorbereitung und Trainingslager werden hart.«

Lokman Direk: »Ich hatte heute überhaupt keine Angst. Sowas gibt man nicht mehr aus der Hand, denn für solche Spiele und Momente spielst du doch Handball. Geplant haben wir nichts, aber ich bin guter Dinge, dass es im Dorf genug Bier gibt. Wie es für mich genau weitergeht, weiß ich gar nicht, ich lasse alles auf mich zukommen.«

Lars Deppe (Co-Trainer): »Vor vier Jahren war ich noch als Spieler dabei, da haben wir punktgleich als Zweiter hinter Hörste den Kürzeren gezogen – irgendwann gleicht es sich eben doch immer aus. Wir haben es uns verdient, weil wir zuletzt in den drei schweren Auswärtsspielen auf der Reihe nach Rückständen die Partien noch gedreht haben. Heute war es ziemlich souverän.«

 

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