So., 19.05.2019

Fußball-Bezirksliga: Spvg. Steinhagen feiert die Rückkehr in die Landesliga Wolke sieben, Hölle, Himmel

Spvg. Steinhagens Meisterteam mit (hintere Reihe von links): Andreas Wessels, Benedikt Schoebel, Matthias Freyermuth, Sebastian Herrmann, Felix Runde, Thomas Winder, Tom Jungeblodt, Tobias Kreutzer, Oliver Nestmann, Vitali Wolf, Julian Pohlmann, Philipp Schremmer, Louis Dingerdissen, Marvin Gellermann, Evran Cinar, Yusuf Sahin, René Schäfer, (sitzend), Barkin Deli Oglu, Moritz Wieland, Rahim El Baraka, Tim Herden, Marvin Hornberg, Daniel Rajic, Ridvan Cinar, David Jedra. Es fehlen Mario Lüke und Jonas Böhme.

Spvg. Steinhagens Meisterteam mit (hintere Reihe von links): Andreas Wessels, Benedikt Schoebel, Matthias Freyermuth, Sebastian Herrmann, Felix Runde, Thomas Winder, Tom Jungeblodt, Tobias Kreutzer, Oliver Nestmann, Vitali Wolf, Julian Pohlmann, Philipp Schremmer, Louis Dingerdissen, Marvin Gellermann, Evran Cinar, Yusuf Sahin, René Schäfer, (sitzend), Barkin Deli Oglu, Moritz Wieland, Rahim El Baraka, Tim Herden, Marvin Hornberg, Daniel Rajic, Ridvan Cinar, David Jedra. Es fehlen Mario Lüke und Jonas Böhme. Foto: Sören Voss

Von Stephan Arend

Steinhagen  (WB). Nach einem wechselvollen Jahr mit dem Abstieg im Juni 2018 und dem Trainerwechsel im Januar feiert Fußball-Bezirksligist Spvg. Steinhagen vorzeitig die Rückkehr in die Landesliga. Das 2:2 (1:1) bei SC Bielefeld reicht zur Meisterschaft und ist die Krönung einer turbulenten Saison.

»Von Wolke sieben direkt in die Hölle und von dort in den Himmel«, beschreibt Torjäger Sebastian Herrmann die total verrückte sportliche Achterbahnfahrt am vorletzten Spieltag. Die Spvg., die bei vier Punkten Vorsprung mit einem Dreier alles klar machen kann und will, erwischt beim zuletzt so heimstarken Gegner einen perfekten Start. Nach Zuspiel von Daniel Rajic bringt Marvin Hornberg seine Mannschaft bereits nach neun Minuten mit 1:0 in Führung. Steinhagen macht zunächst einen souveränen Eindruck, lässt sich aber nach 25 Minuten zu weit zurückdrängen und kassiert Sekunden vor der Halbzeit das 1:1 durch Andreas Janzen.

Nach dem Wechsel übt der Spitzenreiter zwar Druck aus, hat aber lange nur eine große Chance, als Tim Herden frei vor SCB-Keeper Grywatz scheitert (63.). Der Schiedsrichter hat bereits die Nachspielzeit angezeigt, als Sebastian Herrmann im Strafraum gefoult wird und den fälligen Elfmeter gewohnt sicher zum 2:1 verwandelt. Dem ausgelassenen Jubel und der Erlösung in der 91. Minute folgt 180 Sekunden später der Schock. Bei einem letzten langen Ball in den Gästestrafraum behindern sich Torwart Julian Pohlmann und Innenverteidiger Moritz Wieland gegenseitig. Den zu kurz abgewehrten Ball lupft Lars Hausfeld per Direktabnahme zum 2:2 ins Netz. Steinhagens Spieler sinken enttäuscht zu Boden, nun droht am letzten Spieltag ein Nervenspiel gegen Augustdorf.

Jonas Böhme ist schon auf der Heimfahrt, als plötzlich die Ergebnisse der Konkurrenz in der Spvg.-Kabine ankommen. Weil beide Verfolger Holte und der Gütersloher TV patzen, ist Steinhagen der Aufstieg nicht mehr zu nehmen. Und so feiern die Spieler statt in Fußballschuhen in Badelatschen die Rückkehr in die Landesliga. Vorbereitet sind sie. In Aufstiegsshirts und eingehüllt in rot-weiße Nebelschwaden verewigen sie sich auf dem Meisterfoto, das Jonas Böhme knapp verpasst.

Der Mittelfeldspieler kehrt auf dem Heimweg um und wird von seinen Teamkollegen mit einer Bierdusche begrüßt. Auch Vereinsvorsitzender Andreas Wessels, der parallel als Fußballobmann eingesprungen ist, ist pitschnass, fertig – aber glücklich: »Ich bin extrem erleichtert, dass wir den Abstieg 2018 vergessen gemacht haben. Es war mir ein großes Bedürfnis, die Dinge in die richtigen Bahnen zu lenken. Doch so ein Spiel wie heute, das dürfen die Jungs nicht noch einmal mit mir machen.«

Spvg. Steinhagen: Pohlmann; Hornberg (53. El Baraka), Wieland, Freyermuth, Schäfer, R. Cinar (78. Kreutzer), Winder, Gellermann, Herrmann, Herden, Rajic (83. Wolf).

Tore: 0:1 (9.) Marvin Hornberg, 1:1 (45.) Janzen, 1:2 (91./Foulelfmeter) Sebastian Herrmann, 2:2 (94.) Hausfeld.

Trainer Mario Lüke fiebert in New York mit

So mancher Passant wird sich gewundert haben, warum dieser Typ im roten T-Shirt vor der Skyline in New York jubelt. Während seine Mannschaft im nervenzerrenden Aufstiegsfinale das Happy End feiert, zittert Trainer Mario Lüke im 6000 Kilometer entfernten New York mit. Dort feiert er den 30. Geburtstag seiner Freundin Kristin. Die Reise ist weit vor seiner Zusage in Steinhagen gebucht worden. Während die 90 Minuten am Meierteich in Bielefeld laufen, ist Lüke auf Shopping-Tour in einem Outlet-Center. Soweit der Plan. Per Whatsapp wird er von Andreas Wessels und Philipp Schremmer über die Ereignisse in der Heimat informiert. Und wer kann sich bei dieser Dramatik auf Klamotten konzentrieren? »Ich habe noch nicht einmal ein T-Shirt gekauft«, sagt Lüke, als ihn das WESTFALEN-BLATT kurz nach dem Abpfiff erreicht. Per Videobotschaft übermittelt der Aufstiegscoach die Meistergrüße an seine Mannschaft: »Männer, wie ihr mich fertig macht. Habe fest daran geglaubt, habe das Meister-Shirt schon den ganzen Tag an. Überragend, dass ihr es im fernen Deutschland gepackt habt. Ich bin so glücklich und ihr habt es so verdient.« Lüke ist sich sicher, dass in Steinhagen auch nach seiner Rückkehr noch gefeiert wird: »Ich komme wieder und dann gibt es mal so richtig einen.«

Viele neue Gesichter Deniz Aygün kommt von VfB Fichte

In der kommenden Saison wird sich das Gesicht der Steinhagener Mannschaft verändern. Den Verein verlassen werden Sebastian Herrmann, Benny Schoebel (beide TuS Quelle), Tim Herden, Tobias Kreutzer (beide VfL Holsen), Moritz Wieland (SC Peckeloh), Matthias Freyermuth (GW Pödinghausen), David Jedra (SW Marienfeld) und Rahim El Baraka (VfL Ummeln). Fest stehen schon seit einiger Zeit folgende Neuzugänge: Pascal Hanna (24/Mittelfeld außen/FC Kaunitz), Dennis Kroos (33/Innenverteidiger/SC Herford), Marcel Müller (Abwehrspieler/Victoria Clarholz II), Marcel von Domaros (27/Innenverteidiger/TuS Dornberg), Yanar Celik (linkes Mittelfeld/FC Herford), David Cinar (24/Mittelfeld/RW Mastholte) und Vitali Wolf (eigener Nachwuchs/Angriff). Florian Hartschwager möchte als spielender Co-Trainer ebenfalls angreifen. Niklas Schimmel, Finn Reda und Leon Schäfer aus dem eigenen Nachwuchs wollen sich zudem in der Vorbereitung empfehlen. Nach dem feststehenden Aufstieg gab der Sportliche Leiter Evran Cinar gestern die Verpflichtung von Deniz Aygün (21/VfB Fichte) bekannt. Ein Spieler für die Offensive, in der vor allem Sebastian Herrmann (er führt mit 24 Treffern die Bezirksliga-Torschützenliste an) ersetzt werden muss.

 

 

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