Do., 13.06.2019

Handball-Verbandsliga: Spvg. Steinhagen will nach einem Jahr am Abgrund eine weitere Zitterpartie vermeiden Aus Seuchensaison die Lehren ziehen

Die eigene Mannschaft hat dem Trainergespann zuweilen Rätsel aufgegeben: Michael Bohnemeier (links) und Torben Gottsleben.

Die eigene Mannschaft hat dem Trainergespann zuweilen Rätsel aufgegeben: Michael Bohnemeier (links) und Torben Gottsleben. Foto: Sören Voss

Von Gunnar Feicht

Steinhagen (WB). »Das große Zittern« oder »Kollektiver Blackout: So spielt ein Absteiger«: Die Verbandsliga-Handballer der Spvg. Steinhagen haben in der abgelaufenen Spielzeit bittere Schlagzeilen produziert. Bis es dann im Saisonendspurt doch noch hieß: »Kampf gleicht viele Fehler aus«, »Ahlener Punktabzug: Steinhagen ist gerettet« und »Stimmungsvoller Abschluss einer trostlosen Saison«.

Die letzte Überschrift beschrieb den abschließenden 32:22-Sieg gegen TV Emsdetten II. Der sorgte dafür, dass es – auch ohne die drei Niederlagen für Konkurrent Ahlener SG II am grünen Tisch – zur Versetzung ins nächste Verbandsliga-Jahr gereicht hätte. Spvg.-Trainer Michael Bohnemeier: »Es war wichtig zu bestätigen, dass wir es aus eigener Kraft schaffen – gegen die zweiten Mannschaften, die sich im Abstiegskampf, noch von oben verstärken konnten, und eine Mannschaft wie Senden, die im Winter Torjäger Hendrik Kuhlmann reaktiviert hat.«

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»In der neuen Saison wird es nicht einfacher, das muss jetzt jedem klar sein.«

Torben Gottsleben

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Das Steinhagener Trainergespann hatte vor der Saison gewarnt: Nachdem Simon Schulz, Sebastian Brüggemeyer und Christoph Lewanzik nicht mehr dabei waren und Klasse-Torwart Christopher Weber als Verstärkung kurzfristig absprang, hieß das Ziel von Bohnemeier und Torben Gottsleben allein »Klassenerhalt«. »Wie realistisch das war, ist bei einigen der Jungs und im Umfeld der Mannschaft erst im Lauf der Saison richtig angekommen«, sagt Gottsleben im Rückblick.

Deshalb nimmt das Trainerduo neben der kämpferischen Steigerung im Saisonendspurt vor allem den Lerneffekt als positiven Aspekt für die Mannschaft mit: »In der neuen Saison wird es nicht einfacher – das muss jetzt jedem klar sein«, sagt Gottsleben. Und Bohnemeier ergänzt: »Die Mentalität, immer als Team aufzutreten wie in Hüllhorst, die muss uns auch bei jedem Heimspiel auszeichnen. Nur so werden wir dafür sorgen können, dass wir zuhause von einer roten Wand unterstützt werden und sich alle im Verein mit der Mannschaft identifizieren.«

In der Endphase erkämpfte sich die angeschlagene Spvg.-Crew mit dem Sieg in Porta und den Auswärtspunkten in Hüllhorst und Isselhorst selbst den Silberstreif am Horizont. Als Ahlens Reserve nach dem regelwidrigen Einsatz eines Drittliga-Spielers dann drei Siege aberkannt wurden, war der Blick auf die Verbandsliga-Zukunft endlich frei. Bis dahin hatten viele Mosaiksteinchen zum Fazit »Seuchensaison« beigetragen: n Fabian Karnath und Robin Kasper waren für den Rückraum fest eingeplant – der eine machte kein Spiel, der andere hatte voll belastbar ganze vier Einsätze. Zugang Leonhard Janzen, neben Kasper der einzige Shooter aus der zweiten Reihe, fiel gleich zu Saisonbeginn mehrere Wochen verletzt aus und brauchte in neuer Umgebung dadurch eine lange Anlaufzeit. nIn den ersten zwei Auswärtsspielen gegen Hahlen (nach 15:9-Pausenführung) und Nettelstedt II (nach Drei-Tore-Führung kurz vor Schluss) gab es anstelle zweier Siege nur 2:2 Punkte. Danach geriet die Mannschaft aufgrund ihrer Auswärtsschwäche und einiger deprimierender Resultate gegen clevere Spitzenteams in die Abwärtsspirale. n Die geplante »Pool«-Lösung mit einigen Pendlern zwischen erster und zweiter Mannschaft erwies sich als Schlag ins Wasser. »Die Spieler, die bei uns mitgefahren sind, standen nur punktuell beim Training zur Verfügung. So kann man sich auf Verbandsligaspiele einfach nicht richtig vorbereiten«, sagt Michael Bohnemeier. Als die vorentscheidenden Partien anstanden, fiel dann auch noch Führungsspieler Jan Phillip Lindemann wochenlang aus – zunächst für zwei Spiele im Urlaub, dann wegen einer Verletzung.

Die Perspektive

Lindemann, der beruflich bedingt aufhört, steht nicht mehr zur Verfügung. Die Neuzugänge kommen aus unteren Spielklassen, wobei Kreisliga-Goalgetter Friedrich-Wilhelm Westerbeck (HSG Bockhorst/Dissen) mit 28 Jahren künftig der Senior im Kader sein wird. Neben dem Rückraumspieler, der bei der Spvg. auch für die Mitte-Position vorgesehen ist, kommen wie berichtet Torwart Marcel Finkeldei vom Bezirksligisten Senne und Kreisläufer Jendrik Lakebrink (Harsewinkel II), der 2017/18 schon Verbandsliga-Erfahrung gesammelt hat. Die zweite Torwartposition soll Philip Joswig besetzen, wenn er im Juli aus Kanada zurückkehrt. Die Nachwuchsleute Mika Retzlaff und Timo Linkert, die schon mitgewirkt haben, wollen sich in der Vorbereitung für Kaderplätze empfehlen. Wenn sie Fortschritte machen und Joshua Wagner seine in einigen Partien gezeigte Entwicklung fortsetzt, dann kann das Spvg.-Modell Erfolg haben. »Sie haben alle Chancen«, verspricht Torben Gottsleben den Youngstern volle Unterstützung.

 

 

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