Sa., 03.08.2019

Fußball-Westfalenpokal: Landesliga-Aufsteiger Spvg. Steinhagen wirft im Elfmeterkrimi Oberligist Rhynern raus Pohlmann trifft und pariert

Jubel nach der entscheidenden Elfmeterparade: Keeper Julian Pohlmann hat mit seiner Leistung einen mannschaftlich starken Auftritt der Spvg. Steinhagen gekrönt.

Jubel nach der entscheidenden Elfmeterparade: Keeper Julian Pohlmann hat mit seiner Leistung einen mannschaftlich starken Auftritt der Spvg. Steinhagen gekrönt. Foto: Gunnar Feicht

Steinhagen (WB/guf). Faustdicke Westfalenpokal-Überraschung im Steinhagener Cronsbachstadion: Landesliga-Aufsteiger hat den zwei Klassen höher eingestuften Fußball-Oberligisten Westfalia Rhynern in der ersten Runde mit 5:4 (1:1/1:1) nach Elfmeterschießen ausgeschaltet.

Keeper Julian Pohlmann krönte den mannschaftlich starken Auftritt des gesamten Teams mit den Highlights dieser Partie. In den 90 (plus fünf) Pokal-Spielminuten glänzte er mit hervorragender Strafraumbeherrschung und starkem Stellungsspiel. Als es danach immer noch 1:1 stand, verwandelte er bei der Entscheidung vom Punkt Steinhagens ersten Strafstoß und parierte Rhynerns letzten Versuch. »Seine Leistung war heute überragend«, lobte auch Mario Lüke den Schlussmann.

Der Trainer dehnte die Komplimente aber zu Recht aufs gesamte Team aus: »Wir haben uns taktisch unglaublich gut verhalten, auch in Rhynerns Drangperiode nach der Pause bis auf einen freien Kopfball aus kurzer Distanz fast keine echte Torchance zugelassen. Nach den zwei problematischen Wochen in der Vorbereitung war es heute superwichtig, dass sich die Mannschaft selbst gezeigt hat: Wir haben es drauf.«

Die Verunsicherung nach einigen schwachen Testspiel-Resultaten war der Spvg. zunächst noch anzumerken. Ein krasser Schnitzer im Aufbauspiel eröffnete Rhynern die erste Chance zum unbedrängten Abschluss, der aber keinen Schaden anrichtete. In der Folgezeit erarbeitete sich der Außenseiter mit jedem gewonnen Zweikampf mehr Selbstvertrauen.

Nach Freistoß-Flanke von Ridvan Cinar brachte Thomas Winder die Platzherren per Kopfball 1:0 nach vorne (26.). Obwohl der Tabellenfünfte der vergangenen Oberliga-Saison nur zwei Minuten später ausglich (1:1 Yasin Acar), behielten die Platzherren den Kopf oben. Kurz vor der Pause zog Deniz Aygün nach gelungener Kombination aus gut 20 Metern ab, Gästekeeper Hahnemann rettete im Flug zu Ecke.

Nach dem Wechsel verstärkte Rhynern, das ohne seinen spielenden Co-Trainer Salvatore Gambino (früher Borussia Dortmund) antrat, den Druck. Die sattelfeste Spvg.-Defensive ließ aber kaum zwingende Chancen zu. Bei einem unbedrängten Kopfball von Lennard Kleine (53.) und einem gefährlichen Freistoß von Tarik Baydemir (56.) war Pohlmann auf dem Posten.

In den letzten 20 Minuten starteten die Steinhagener selbst wieder zu mutigen Entlastungsangriffen. René Schäfer schickte Daniel Rajic in die Gasse, der im letzten Moment abgeblockt wurde (72.). Nach starker Aktion von Marvin Gellermann am linken Flügel fehlte im Zentrum der Vollstrecker (79.). Mit Angriffen wie diesen verdienten sich die Spvg. auch offensiv das 1:1 nach 90 Minuten.

Gemäß der neuen Westfalenpokal-Regel, dass es bei Unentschieden nach regulärer Spielzeit sofort Elfmeterschießen statt Verlängerung gibt, fiel dann die Entscheidung vom Punkt. Das Stenogramm aus Spvg.-Sicht: 1:2 Wiese, 2:2 Pohlmann, 2:3 Joswig, 3:3 René Schäfer, Rhynerns Innenverteidiger Neumann übers Tor, 4:3 Yusuf Sahin, 4:4 Müsse, 5:4 Thomas Winder, Pohlmann parierte. Und danach stürmten die Teamkollegen jubelnd auf ihren Keeper zu, während beim geschlagenen Favoriten, der vergangene Saison noch drei Klassen höher als Steinhagen kickte, der Frust spürbar war. Trainer Michael Kaminski blieb ein fairer Verlierer: »Wir haben es nicht geschafft, uns offensiv entscheidend durchzusetzen. Ihr habt verdient gewonnen.«

Gegner in Pokalrunde zwei ist der Sieger der Partie Post TSV Detmold (Bezirksliga) – SuS Neuenkirchen (Westfalenliga), die erst am 14. August angepfiffen wird.

Spvg. Steinhagen: Pohlmann - Hornberg (69. Müller), von Domaros, Deli Oglu, Schäfer - Winder, R. Cinar - Gellermann, Aygün (73. Wolf), Hanna (89. Sahin) - Rajic.

Stimmen zum Spiel

Mario Lüke (Spvg.-Trainer): Moral und Einsatzbereitschaft waren einfach klasse, die Jungs sitzen jetzt am Boden und haben Krämpfe. Stark, wie die Mannschaft das schnelle 1:1 weggesteckt hat und immer wieder selbst torgefährlich geworden ist.

Julian Pohlmann (Spvg.-Torwart): Wir hatten uns viel vorgenommen, wollten auch ein bisschen die Ergebnisse aus der Vorbereitung wettmachen. Nachdem ich letzte Saison gegen Augustdorf verwandelt und auch schon für Clarholz Elfmeter geschossen habe, gab es nur einen kurzen Blickkontakt mit Mario und es war klar, dass ich schieße. Im weiteren Elfmeterschießen kannst du als Torwart eh nur gewinnen.

Sebastian Herrmann (Ex-Spvg.- Goalgetter und Elfmeter-Spezialist als Zuschauer): Kompliment, die Jungs haben sich super präsentiert und die Elfer total sicher reingemacht. Jetzt müssen sie auf dem Teppich bleiben, den Schwung gegen Westernkotten mitnehmen.

 

 

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