Fußball-Landesliga: Steinhagens Neuzugang Marcel von Domaros freut sich auf das erste Punktspiel
»200 Prozent auf links gedreht«

Steinhagen/Versmold (WB). In der Jugend des SC Halle und des FC Gütersloh ist er groß geworden, dann 2012 mit dem SC Peckeloh in die Landesliga aufgestiegen. Er hat von 2013 bis ‘16 für Victoria Clarholz in der Westfalenliga gekickt und danach (zuletzt als Kapitän) am Neuaufbau des TuS Dornberg in der Bezirksliga mitgewirkt. Marcel von Domaros kennt mit 27 schon viele Facetten des Fußballer-Daseins – »aber so eine Vorbereitung habe ich persönlich noch nie erlebt«, bekennt der Innenverteidiger vor dem Saisonstart seines neuen Klubs Spvg. Steinhagen.

Samstag, 10.08.2019, 03:29 Uhr
Nach seiner Zeit als Kapitän in Dornberg will Marcel von Domaros (links) auch im roten Spvg.-Dress Verantwortung übernehmen. Foto: Peter Unger
Nach seiner Zeit als Kapitän in Dornberg will Marcel von Domaros (links) auch im roten Spvg.-Dress Verantwortung übernehmen. Foto: Peter Unger

Die fünfeinhalb Wochen bis zum bevorstehenden Heimspiel gegen Westernkotten erschienen wie eine Achterbahnfahrt: Dem aus seiner Sicht guten Ansatz mit individuellen Vorgaben vor dem ersten Mannschaftstraining folgten zunächst vielversprechende Auftritte in Werther (5:1) und bei Westfalenligist Rödinghausen II (2:3). Danach der Einbruch: vier Niederlagen gegen Bezirksligisten, dazu das 1:7 gegen Theesen. »Aber wir haben die Probleme offen angesprochen und in den letzten zwei Wochen zu 200 Prozent alles auf links gedreht.« Von Domaros ist beeindruckt, welch ein Ruck durch die Mannschaft ging: »Wir haben konditionell und taktisch einen Riesenschritt nach vorne gemacht. Die Einheiten haben teilweise weh getan, aber hinterher war es ein richtig gutes Gefühl.«

»Die Einheiten haben richtig weh getan, aber hinterher war es ein gutes Gefühl.«

Marcel von Domaros

Deshalb war die Westfalenpokal-Überraschung vom vergangenen Samstag gegen Oberligist Rhynern für den 27-Jährigen auch keine Sensation: »Ich hatte schon vorher ein sehr gutes Gefühl, nach dem Motto: ›Wenn etwas gegen so einen Gegner geht, dann heute.‹ Wir waren sehr gut eingestellt und hatten einen klaren Plan.«

Marcel von Domaros ist zuversichtlich, dass die Mannschaft jetzt auf dem Teppich bleibt und den Schub vom Samstag zuvor gegen Bad Westernkotten in positive Energie umsetzt: »Der Trainer hat uns in den letzten zwei Wochen in jeder Hinsicht deutlich gemacht, in welcher Liga wir spielen und welche Ansprüche da zu erfüllen sind. Wenn wir jetzt noch die Absprachen und die Abstimmung zwischen den Positionen weiter verbessern, erwischen wir hoffentlich einen guten Start.«

Den hatte von Domaros ganz persönlich in Steinhagen eigentlich vom ersten Tag an. »Mario Lüke hat die richtige Ansprache, geht in Einzelgesprächen auch viel auf die jungen Spieler ein. Evran Cinar ist auch bei fast jedem Training und der gesamte Vorstand kümmert sich um die Mannschaft.« Dass es familiär zugeht und gleichzeitig in einer attraktiven Landesliga Leistung verlangt wird, hat mit zum Wechsel nach Steinhagen beigetragen: »Ich kenne viele aus dem Kader als frühere Mit- oder Gegenspieler, teilweise schon aus Jugendzeiten. Und meine Verlobte Sarah Pankoke spielt in der Spvg.-Frauenmannschaft Fußball.« Zum Jahreswechsel will das junge Paar aus Quelle in von Domaros’ Heimatstadt Halle umziehen: »Da passt es einfach.«

Diese persönliche Zufriedenheit will der frühere Peckeloher jetzt in sportliche Erfolge mit der Mannschaft umsetzen. »Wir haben gegen Rhynern gute Ansätze gezeigt, die Abstimmung passte. Auch spielerisch sehe ich uns in dieser Klasse gut aufgestellt.« Dass die Leistung bei der Pokal-Kür keine Eintagsfliege war, wollen Marcel von Domaros und seine Teamkollegen gegen Westernkotten in der Meisterschaft mit dem ersten Dreier untermauern.

Die Aufgaben am ersten Spieltag

Zweimal Heimvorteil: Spvg. Steinhagen will dieses Plus in der Fußball-Landesliga gegen eine der Enttäuschungen der vergangenen Saison nutzen, während SC Peckeloh den FC Kaunitz erwartet.

Böhme wieder dabei

Spvg. Steinhagen - SuS Bad Westernkotten. »Der erste Spieltag steht für jede Mannschaft unter besonderen Vorzeichen. Aber klar: Westernkotten ist trotz Westfalenliga-Vergangenheit keiner der Topfavoriten. Ein Dreier auf eigenem Platz wäre wünschenswert.« Ohne den Gegner gering zu schätzen ist Spvg.- Trainer Mario Lüke nach dem Pokalsieg gegen Rhynern und aufgrund der jüngsten Trainingswoche zuversichtlich, dass seine Elf gegen den Vorjahreszwölften punktet. Westernkotten hat vergangene Saison nach Platz sechs bei Halbzeit in der Rückserie nur neun Punkte geholt. Die Steinhagener rechnen aber mit einem Gast, der sich in der Vorbereitung wieder stabilisiert hat und den Plan verfolgt, das schwache Frühjahr auszumerzen.

Die Spvg. muss auf Neuzugang Dennis Kroos (Physiotherapie wegen starker Rückenprobleme) noch längerfristig verzichten. Tom Jungeblodt ist zwar läuferisch und konditionell »dran«, wird aber nach seiner Kreuzband-OP im Dezember ‘18 erst nach Rücksprache mit dem Arzt das »Vollkontakt«-Training aufnehmen. Jonas Böhme (Urlaub beendet) steht wieder zur Verfügung, sodass Lüke einige Spieler an die Zweite abgeben wird.

Spaß auf hohem Niveau

SC Peckeloh - FC Kaunitz. Zuhause 0:3, auswärts 1:4. »Letzte Saison sind wir zweimal ziemlich verprügelt worden«, erinnert sich Markus Kleine-Tebbe ungern an die Duelle mit dem Vorjahresfünften. Der Trainer schwört seine Mannschaft auf eine einfache Formel ein, damit sie es diesmal besser macht: »Wenn die Jungs Spaß an ihrer Aufgabe haben und so nah wie möglich an ihr oberes Leistungslevel kommen, haben wir eine Chance.« Deswegen klagt der Coach auch nicht darüber, dass (wie berichtet) das Quartett Weißen, Wieland, Weinreich und Sander definitiv ausfällt. Nein, Kleine-Tebbe freut sich über die intensive Arbeit in dieser Woche: »Dienstag hatten wir 20 Feldspieler beim Training, Donnerstag 18. Wenn alle an ihr Limit gehen, können wir Kaunitz mit seinen vielen regionalliga-erfahrenen Spielern Probleme bereiten.«

 

 

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