Fußball-Landesliga: Spvg. Steinhagens neu formiertes Team setzt sich mit Mentalität gegen individuelle Klasse durch
3:1 ist mehr wert als drei Punkte

Steinhagen/Versmold (WB). Das waren auch für Mario Lüke frustrierende Wochen, als Spvg. Steinhagen in der Vorbereitung auf die Fußball-Landesligasaison vor allem gegen Bezirksligisten eine Niederlage nach der anderen kassierte. Den schwachen Auftritten im Juli hat der Neuling einen nahezu perfekten Saisonstart mit einer Pokal-Sensation gegen Oberligist Rhynern und zwei Heimsiegen in der Liga folgen lassen. Kein Wunder, dass der Trainer so richtig Spaß an seinem neu formierten Team hat.

Dienstag, 27.08.2019, 03:00 Uhr
Steinhagens Youngster Vitali Wolf hat gegen Eidinghausen-Werste seine ersten beiden Landesliga-Tore erzielt. Foto: Uwe Caspar
Steinhagens Youngster Vitali Wolf hat gegen Eidinghausen-Werste seine ersten beiden Landesliga-Tore erzielt. Foto: Uwe Caspar

»Das Pokalspiel hat für Selbstvertrauen gesorgt. Außerdem haben wir unsere konditionellen Defizite aufgeholt«, sagt Lüke, für den der jüngste 3:1-Heimsieg gegen die bis dato ungeschlagenen Gäste aus Eidinghausen-Werste mehr als drei Zähler bedeutet: »Es ist generell Wahnsinn, wie viel Geld andere Vereine in dieser Liga in die Hand nehmen. Umso schöner ist es zu sehen, wenn sich unsere Mentalität und Moral gegen individuelle Klasse durchsetzt.«

Auch SVEW-Coach Christian Scheidies spricht von einem verdienten Steinhagener Erfolg und geht mit seiner Mannschaft hart ins Gericht: »Die erste Halbzeit war miserabel. Wir haben viel zu viele Fehler gemacht, ein gebrauchter Tag.«

Finn Reda begeistert

Ganz anders die Stimmungslage bei Mario Lüke. Nach den Abgängen von langjährigen Leistungsträgern spricht der Trainer von einer »neuen Ära«, in der nun andere Spieler mehr Verantwortung übernehmen. Bestes Beispiel ist Thomas Winder, der bei allen drei Heimsiegen an den entscheidenden Szenen beteiligt gewesen ist und seine guten Leistungen jeweils mit einem wichtigen Treffer gekrönt hat. Zudem haben Neuzugänge wie Außenspieler Pascal Hanna sowie Deniz Aygün (Lüke: »Er hilft uns als Freigeist auf der Zehner-Position am meisten«) auf Anhieb ihren Platz im Team gefunden.

Und nicht zuletzt die vielen jungen Spieler wie Vitali Wolf (erzielte Sonntag seine ersten beiden Landesliga-Tore), Daniel Rajic, Jonas Böhme und Finn Reda sorgen für eine viel versprechende Perspektive. Reda, der zuletzt für Steinhagens A-Jugend in der Kreisliga kickte und gegen Eidinghausen-Werste seine ersten Landesliga-Minuten absolvierte, ist die große Überraschung der Vorbereitung. »Finn hat mich absolut begeistert. Er ist ein In­stinkt­fußballer, ist für überraschende Aktionen gut und gewinnt defensiv viele Zweikämpfe«, lobt Lüke seinen Youngster. Dieser hat seine Chance unaufgeregt und mit dem nötigen Selbstvertrauen genutzt. »Der wird eingewechselt und gibt sofort Kommandos«, lobt auch Mitspieler Thomas Winder seinen jungen Teamkollegen.

Top-Favorit patzt erneut

Während im Cronsbachstadion 150 Zuschauer den heißen Temperaturen zum Trotz für einen überdurchschnittlichen Besuch sorgten, sahen nur 50 Anhänger die Partie ihres SC Peckeloh gegen Brakel. Wer wegen des Stadtfestes oder des A-Liga-Derbys der Reserve in Versmold nicht gekommen war, verpasste unter anderem das Tor des Monats von Alban Shabani per Fallrückzieher.

Peckeloh bleibt nach dem 2:2 ungeschlagen. Dagegen kassierte Top-Favorit Preußen Espelkamp be­reits die zweite Niederlage bei Aufsteigern. Trainer Tim Daseking sprach nach dem 0:1 in Nieheim von einer feindlichen Stimmung, die seinem hochgehandelten Team entgegenschlug: »Wir mussten uns auch von außen wieder viel anhören. Das lässt vor allem die jüngeren Spieler nicht unbeeindruckt. Wir müssen aber einen Weg finden, damit umzugehen.« Espelkamp blieb trotz 60-minütiger Überzahl (Rot) ohne Torerfolg und kassierte in Überzahl den Treffer des Tages (83.).

Dagegen unterstrich Spitzenreiter VfL Holsen mit dem souveränen 4:0 gegen Bad Westernkotten seine Ambitionen. Der nach seinem Urlaub eingewechselte Ex-Steinhagener Tim Herden erzielte beim dritten Sieg seines neuen Teams den zweiten Saison-Treffer.

Kommentar

Natürlich ist es nach drei Spieltagen viel zu früh, euphorisch zu sein. Und sechs Zähler sowie ein Paukenschlag im Westfalenpokal-Wettbewerb sind noch längst keine Garantie für eine sorgenfreie Saison. Zumal es sicher auch Rückschläge geben wird. Doch anders als das punktlose Trio am Tabellenende hat Spvg. Steinhagen bereits seine Landesliga-Tauglichkeit unter Beweis gestellt. Außerdem hat die Mannschaft von Mario Lüke jene Kritiker verstummen lassen, die den Aufsteiger nach dem Umbruch, nach schwachen Auftritten und einer Niederlagen-Serie in der Vorbereitung bereits als Abstiegskandidaten Nummer eins eingestuft hatten.

Stephan Arend

 

 

 

 

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