Fußball-Landesliga: Gesprächsbedarf bei Schlusslicht Spvg. Steinhagen
»Alles muss auf den Tisch«

Steinhagen. Nein, nach diesem Spiel kann man im Lager des Fußball-Landesligisten Spvg. Steinhagen nicht zur Tagungsordnung übergehen. Das 0:6 im Kellerduell beim bisherigen Schlusslicht TuS Bruchmühlen (und der Absturz auf den letzten Platz) wirft schließlich grundsätzliche Fragen auf.

Montag, 18.11.2019, 23:59 Uhr aktualisiert: 19.11.2019, 05:03 Uhr
So kann es nicht weitergehen: Nach der 0:6-Pleite in Bruchmühlen hat Steinhagens Trainer Mario Lüke reichlich Redebedarf. Foto: Stephan Arend
So kann es nicht weitergehen: Nach der 0:6-Pleite in Bruchmühlen hat Steinhagens Trainer Mario Lüke reichlich Redebedarf. Foto: Stephan Arend
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Nach der Hinrunde steht Steinhagen da, wo so mancher Kenner der Szene den Neuling vor der Saison gesehen hat: auf dem letzten Platz. Sieben Niederlagen in Folge und die jüngste 0:6-Pleite in Bruchmühlen sprechen eine deutliche Sprache. So hat die Spvg. keine Chance, den erneuten Abstieg zu vermeiden.

Um ernsthaft um den Klassenerhalt zu kämpfen, müssen in der Winterpause neue Spieler her. Und ein neuer Stürmer allein reicht nicht aus, um die Probleme zu lösen. Der Kader muss auch in der Breite verstärkt werden, damit der eine oder andere Ausfall zu verkraften ist und Stammspieler auch mal eine Pause bekommen können, wenn sie durchhängen. So plausibel und einfach das klingen mag – so schwierig und kompliziert ist es, mit einem überschaubaren Etat sportlich aufzurüsten.

Ansporn der Verantwortlichen, es dennoch zu versuchen, sollte ein Blick auf die Tabelle sein. Ja, Steinhagen ist Letzter. Doch Platz zehn ist nur vier Punkte entfernt – und ein einziger Sieg kann momentan schon reichen, um auf einen Nichtabstiegsplatz zu klettern.

Stephan Arend

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Ist Mario Lüke noch der richtige Trainer?

Aus Sicht von Vereins-Boss Andreas Wessels gibt es daran nicht den leisesten Zweifel. »Ich halte grundsätzlich nicht viel von Trainer-Entlassungen. Und im aktuellen Fall ist das überhaupt kein Thema. Mario macht eine super Arbeit.« Der Coach selbst will sich einerseits nicht aus der Verantwortung stehlen und ist sich andererseits auch sicher, dass die Mannschaft hinter ihm steht: »Es würde Signale geben und ich würde es spüren, wenn das nicht der Fall wäre.« Sollte sich aber der desaströse Auftritt von Bruchmühlen in den letzten beiden Partien des Jahres in Bad Westernkotten und gegen Kaunitz wiederholen, ist ein Rücktritt allerdings nicht ausgeschlossen.

Welchen Vorwurf muss sich die Mannschaft gefallen lassen?

Es war nach den Eindrücken der Vorbereitung schon vor dem ersten Saisonspiel klar, dass alles passen muss, um erfolgreich zu sein. Und lange Zeit spielte die Spvg. tatsächlich am Limit. Das ist am Anfang der Saison sicherlich leichter. Mittlerweile scheint einigen Spielern die Frische zu fehlen. Wegen Verletzungen oder Sperren und mangels Alternativen müssen auch solche Akteure auflaufen, die angeschlagen sind oder eine Pause bräuchten. Das erklärt zwar, warum Steinhagen in vielen Zweikämpfen einen Schritt zu spät kommt, nicht aber den Auftritt in Bruchmühlen. Dort schien zumindest nach der Pause auch die Bereitschaft zu fehlen, den inneren Schweinehund zu überwinden.

Mario Lüke kündigt an, dass in den nächsten Tagen Klartext gesprochen wird: »Alles muss auf den Tisch. Jeder soll erklären, was er persönlich machen kann, damit sich die Situation ändert.« Lüke hat sich lange vor die Mannschaft gestellt. Dass einige seiner Schützlinge in Bruchmühlen auch die nötige Mentalität vermissen ließen, das hat den Trainer getroffen: »Jeder Spieler muss nach dem Schlusspfiff mit der Gewissheit in den Spiegel schauen können, alles im Rahmen seiner Möglichkeiten getan zu haben, die bestmögliche Leistung abzurufen.«

 

Kommen in der Winterpause Verstärkungen?

»Wir geben die Landesliga nicht auf«, sagte der Vereinsvorsitzende Andreas Wessels nach dem Debakel in Bruchmühlen. Wessels bestätigte, dass der Verein auf der Suche nach Verstärkungen ist, und auch schon das ein oder andere Gespräch stattgefunden hat: »Ein 0:6 beim Tabellenletzten macht es für uns aber natürlich nicht leichter, in solchen Gesprächen Überzeugungsarbeit zu leisten.« Ein Erfolgserlebnis am 1. Dezember beim ebenfalls schwächelnden SuS Bad Westernkotten wäre also nicht nur für die Tabelle und das Selbstvertrauen wichtig.

 

 

 

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