Mit einem 19-köpfigen Kader will sich TuS Brockhagen in der Spitze etablieren
Alle PS auf die Straße bringen

S teinhagen-Brockhagen (WB). Der Sound von mehr als 500 PS aus dem Motor des Sportwagens ist unüberhörbar, mit einem tiefschwarzen Audi R8 lässt sich Rückraumspieler Benny Doherty von einem Kumpel zum Training kutschieren. In der Verbandsliga will der TuS Brockhagen seine Pferdestärken jetzt auch auf dem Handball-Feld noch häufiger komplett abrufen.

Sonntag, 09.08.2020, 08:00 Uhr
Trainer Timo Schäfer (Mitte) begrüßt beim Verbandsligisten TuS Brockhagen die Zugänge Patrick Schmidt (links) und Cedric Schröder. Foto: Voss
Trainer Timo Schäfer (Mitte) begrüßt beim Verbandsligisten TuS Brockhagen die Zugänge Patrick Schmidt (links) und Cedric Schröder. Foto: Voss

Die abgebrochene Saison beendete der TuS als Siebter – kein schlechtes Resultat für einen Aufsteiger. Doch gemessen an den personellen Möglichkeiten und den eigenen Ambitionen können die Brockhagener damit nicht wirklich zufrieden sein.

Ziel ist ein Platz zwischen zwei und fünf

Anstatt die eigenen Qualitäten regelmäßig aufblitzen zu lassen, verwickelte sich das Team von Trainer Timo Schäfer zu häufig in Scharmützel mit Schiedsrichtern oder Gegnern. „Es ist dringend erforderlich, dass wir uns auf unsere eigene Leistung konzentrieren und alle Nebenkriegsschauplätze weglassen“, fordert daher der Chef. „Wenn das klappt, peilen wir wie schon letzte Saison einen Platz zwischen zwei und fünf an“, sagt Schäfer, der in Pole-Position den Nachbarn aus Isselhorst sowie Altenbeken sieht. In seiner zweiten Saison als verantwortlicher Coach geht es ihm zunächst darum, das alte Level wieder zu erreichen. „Unsere offensive 3:2:1-Abwehr sah schon oft so aus, wie ich sie mir vorstelle. Aber auf dieses Leistungsniveau müssen wir nach der langen Wettkampfpause erst mal kommen.“

Der Abgang von Christian Kalms ist nicht zu unterschätzen

Auf dem Weg zu den alten Abläufen kommt den Brockhagenern entgegen, dass es im 19-köpfigen Aufgebot nur wenige Veränderungen gibt. Routinier Christian Kalms ist einziger Abgang. „Chrissis Verlust“, findet Timo Schäfer, „ist aber nicht zu unterschätzen. Dass die Rückennummer acht erstmal nicht vergeben wird, sagt alles. Er hatte viel Verantwortung, die jetzt andere übernehmen müssen.“ Der Coach hat für die Führungsrollen Kapitän Paul Blankert, Fabian Raudies, Yannick Sonntag und Nico Stöckmann im Visier. Auch Felix Kröger will trotz Hamburg-Studium einmal pro Woche trainieren und an den Spieltagen zur Verfügung stehen, während Jannik Wortmann nach seiner Schulterverletzung wieder angreift.

Dank guter Trainingsleistungen rückt Cedric Schröder, der schon zuletzt sporadisch aushalf, aus der Reserve zur „Ersten“ hoch. Der Kreisläufer aus Kölkebeck ist nach seinem Studium in München wieder in der Heimat und hofft, nach einer Operation auch seine Probleme mit der zuvor mehr ausgekugelten Schulter überwunden zu haben.

Patrick Schmidt will weiter so hoch wie möglich spielen

Einziger externer Zugang ist Torwart Patrick Schmidt, der beim TV Verl aussortiert worden war. „Natürlich war es kein leichter Schritt, den TV nach 20 Jahren im Verein zu verlassen, aber ich wollte weiter so hoch wie möglich spielen“, sagt Schmidt, der in Kürze seine Ausbildung als Erzieher abschließt. Beim TuS hofft der 25-Jährige auf einen fairen Dreikampf mit Philipp Süllwold und Robin Meise um den Pfosten-Posten: „Dass ich dazukomme, war mit beiden besprochen. Ich will mich nicht ins gemachte Nest setzen oder irgendwie für Ärger sorgen.“

Ein Ärgernis droht für die Brockhagener derweil die verzögerte Renovierung des Hallendachs zu werden. Ein Training ist dort momentan nicht möglich. „Es stehen noch überall Gerüste und ich kann mir nicht vorstellen, dass wir, wie eigentlich geplant, nächste Woche reinkönnen“, fürchtet Timo Schäfer. Einige gemeinsame Einheiten mit dem Oberliga-Nachbarn aus Harsewinkel könnten zumindest etwas Abhilfe schaffen. So einfach wollen sich Doherty und Co. also nicht ausbremsen lassen.

Namen und Fakten

Abgang: Christian Kalms (Laufbahn in der Ersten beendet).

Zugänge: Schröder (eigene Zweite), Schmidt (TV Verl)

Kader - Tor: Robin Meise, Patrick Schmidt, Philipp Süllwold, Außen: Marian Clysters; Christoph Motzkau, Jannik Wortmann, Kai Soetebier, Paul Hundeloh; Kreis: Dennis Freilich, Sebastian Wörmann, Nico Stöckmann, Cedric Schröder; Rückraum: Jonas Koslik, Yannick Sonntag, Benjamin Doherty, Paul Blankert, Fabian Raudies, Felix Kröger, Moritz Kröger.

Trainer: Timo Schäfer (im zweiten Jahr).

Saisonziel: Platz zwei bis fünf.

Favoriten: Isselhorst, Altenbeken.

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