Fußball-Kreisliga A: TSV Amshausen führt die Tabelle vor dem Derby-Kracher an
Schon zehn Tore: Volltreffer Felsch

Steinhagen-Amshausen. (WB). Das Gelbe vom Ei waren die Testspiele des TSV Amshausen nicht. Doch dass sich Coach Meik Tischler in der Vorbereitung manchmal aufregte, das ließ die Mannschaft völlig kalt – ein Team, ein Versprechen: „Trainer, keine Sorge: Wenn es um Punkte geht, werden wir liefern.“ Und bisher hat der TSV wirklich geliefert, führt nach vier Siegen und nur einer Niederlage die Tabelle der Fußball-Kreisliga A an.

Dienstag, 13.10.2020, 23:32 Uhr aktualisiert: 13.10.2020, 23:40 Uhr
Der zum Mittelstürmer umfunktionierte Christian Felsch ist für TSV Amshausen auch dann wertvoll, wenn er mal nicht trifft. Foto: Gunnar Feicht
Der zum Mittelstürmer umfunktionierte Christian Felsch ist für TSV Amshausen auch dann wertvoll, wenn er mal nicht trifft. Foto: Gunnar Feicht

„Das sind halt alles clevere Burschen, auf die ich mich verlassen kann“, sagt Tischler. Für Amshausen spricht, dass die Mannschaft so eingespielt ist, wie vermutlich keine andere im gesamten Fußballkreis. Seit Jahren kaum Abgänge, Zugänge fast ausschließlich aus der eigenen Jugend – der Großteil des Teams kickt schon im fünften Jahr unter Tischler. Und der traut seinen Schützlingen in einer ausgeglichenen Liga ohne Übermannschaften einiges zu und merkt mit einem Augenzwinkern an: „Wir hätten eigentlich schon letzte Saison weiter oben mitspielen müssen. Wenn das mit diesen Jungs auf Dauer nicht klappt, dann muss der Trainer schlecht sein.“

Auf jeden Fall kann der Coach für sich in Anspruch nehmen, bei einer Entscheidung das richtige Näschen gehabt zu haben. Christian Felsch hat beim TSV auf der Sechser-Position angefangen. Mangels Alternativen hat Tischler den 26-Jährigen – einer der wenigen Spieler, die nicht aus der eigenen Jugend stammen – zum Angreifer umfunktioniert. Ein Volltreffer: Felsch, der zuletzt in der A-Jugend des SV Gadderbaum gestürmt hat, hat in fünf Partien bereits zehn Mal geknipst – und sogar die bekannten Ballermänner der Liga wie Oesterwegs Philipp Witte und Quelles Sebastian Herrmann (je sechs Treffer) erst einmal abgehängt. „Er kann das Spiel lesen, hat sich in seine neue Position hereingefuchst. Selbst wenn er nicht trifft, ist Christian wichtig für die Mannschaft. Er ackert unheimlich und kann auch Härte vertragen“, nennt Tischler die Vorzüge seines neuen Torjägers.

Beim jüngsten 2:0-Erfolg des TSV gegen BV Werther feierte ein weiterer Stürmer sein Debüt. Freddi Harz geht eigentlich noch in der A-Jugend auf Torjagd und ist (wie seine Brüder Maxi und Dominik) ein weiteres Beispiel für den Amshausener Weg, fast ausschließlich auf Talente aus den eigenen Reihen zu setzen. So kam es Sonntag zu einer ungewöhnlichen Konstellation: Kapitän Marcel Gehle, der mittlerweile auch die A-Jugend trainiert, spielte gemeinsam mit seinem Schützling für die Erste.

Nun fiebert man beim TSV dem Derby kommenden Sonntag in Oesterweg entgegen. Die SG wurde schon vor der Saison hoch gehandelt. Für Meik Tischler ist das Duell einerseits reizvoll, auf der anderen Seite aber eine Partie wie so viele in dieser Spielzeit: „Es gibt auch für uns in der Hinrunde bestimmt zehn 50:50-Spiele.“ Der Coach, der Stand jetzt im Winter die Option für seine sechste Saison in Amshausen ziehen wird, hat viele Mannschaften auf der Rechnung, am Ende der Serie ganz oben zu stehen. Und seine Jungs gehören dazu.

 

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7630791?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2352973%2F4029442%2F
Arminia: Mittwoch erster Corona-Test seit dem Bayern-Spiel
Bayern-Profi Serge Gnabry beim Spiel am Samstag in Bielefeld Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker