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Mo., 27.03.2017

Handball-Oberliga: Loxten zeigt Moral - Siegerjubel verstummt jedoch Nach 7:15 noch 30:30

Nils Patzelt hat soeben das 30:29 erzielt und dreht jubelnd ab. Doch Loxten kassiert nach einer furiosen Aufholjagd Sekunden vor Schluss noch den Ausgleich.

Nils Patzelt hat soeben das 30:29 erzielt und dreht jubelnd ab. Doch Loxten kassiert nach einer furiosen Aufholjagd Sekunden vor Schluss noch den Ausgleich. Foto: Sören Voss

Von Sören Voss

Versmold-Loxten (WB). Die Personaldecke kann noch so dünn sein – aber die Moral der Sportfreunde Loxten stimmt weiterhin: Nach 7:15-Rückstand haben die Frösche gegen LIT Tribe Germania in der Handball-Oberliga einen 30:30 (11:17)-Teilerfolg ergattert.

Der Start verlief vor knapp 400 Zuschauern überhaupt nicht nach dem Geschmack der Gastgeber. Der Plan, mit vielen Verlagerungen Lücken in LITs Abwehr zu reißen, ging nicht auf. Stattdessen tappten die Loxtener, wie Paul Blankert, gleich mehrfach in die Schussfallen der glänzend eingestellten Gäste.

Außerdem zahlte sich das riskante Torwartspiel von Kevin Körtner aus, der während der Angriffe seiner Farben weit vor seinem Tor lauerte und in der ersten Halbzeit so vier Loxtener Gegenstoßpässe abfing. »LIT, LIT, Hurra« – dieser offizielle Schlachtruf des Teams aus der Gemeinde Hille hatte bereits beim 33:20 im Hinspiel gegolten und schien sich nach der 9:1-Toreserie der Gäste zum 15:7 (24.) erneut zu bestätigen.

Verletzte Rückraum-Asse

Dass die ohne ihre verletzten Rückraum-Asse Hölmer, Steinkühler und Stockmann angetretenen Loxtener trotzdem noch an sich glaubten, hatte einen speziellen Grund. »Wir wussten, dass LIT in dieser Saison schon mehrere deutliche Vorsprünge verspielt hat«, verriet SFL-Trainer Thomas Lay später. Und tatsächlich: Wie schon vor Wochenfrist gegen Gladbeck, als ein Neun-Tore-Polster nicht für Zählbares ausreichte, konnte LIT das angeschlagene Tempo auch in Versmold nicht halten.

Loxten stabilisierte sich in der Abwehr und spielte seine Angriffe im Abschluss zwar noch lange nicht perfekt, aber immerhin besser aus. Außerdem deckten die Gastgeber jetzt die Schattenseiten im risikoreichen Spiel der Germanen auf. Es sprach für den jungen, 31-jährigen LIT-Trainer Daniel Gerling, dass er auch mit einer Führung im Rücken weiterhin mutig angreifen ließ und konsequent seinen Torwart zugunsten eines Feldspielers herausnahm. Diese Maßnahme schenkte SFL jedoch vier leichte Tore und ließ den Glauben der Grünen wachsen. Torwart Marco Possehl traf doppelt und als Elvir Selmanovics Wurf, natürlich auch aus der Distanz, zum 26:26 ins verwaiste Tor trudelte, war aus dem für die Lay-Schützlinge so schleppend begonnenen Handballspiel ein Spektakel geworden (53.).

Ultimativer Jubel nach der zweiten Führung

Nils Patzelt machte den 9:2-Lauf mit dem 27:26, der ersten Führung seit dem 1:0, perfekt und setzte 40 Sekunden vor Schluss nach seinem Treffer 30:29 zum ultimativen Jubel an. Dieser verstummte jedoch mit der Schlusssirene: Nachdem auf LIT-Seite Jannik Borcherding für ein Foul am sehr starken Christian Kalms vom souveränen Schirigespann Rot gesehen hatte (45.), musste am Ende Loxtens Jan Jan Patzelt eine Zeitstrafe absitzen.

Jannik Gartmann nutzte die Überzahl zum Durchbruch auf der Halbposition und markierte den letztlich gerechten Ausgleich. Das erkannte auch Thomas Lay an: »Anfangs konnten wir unser Spiel nicht durchdrücken, danach waren wir wacher. Nach dem 12:19 hätte ich nicht gedacht, dass wir uns über ein Unentschieden ärgern.«

Auf einen Blick

SF Loxten: Peters, Possehl (ab 22.), Selmanovic (3/1), Stinhans (n.e.), Menger, Blankert (2), Kalms (7/1), Harting (6), J. Patzelt (2), Harnacke (2), Weigel (2), N. Patzelt (4), Steinkühler (n.e.), Diekmann (n.e.).

LIT Tribe Germania: Körtner, Happel; Finke, Rüter (7), Büsking, Borcherding (3), Birkner (n.e.), Speckmann (9), Borgmann, Gartmann (4), Kliver (4), Wiebe (1), Bergen (2).

Stationen: 2:2 (8.), 2:4, 6:6 (15.), 7:15 (24.), 11:17 (HZ), 12:19, 18:24 (42.), 27:26 (54.), 30:29, 30:30.

Zeitstrafen: 3:3

Rote Karte: Borcherding (45., LIT) nach Foul an Kalms.

Zuschauer: 400.

So geht es weiter: Sa., 1.4., 18 Uhr, HSG Augustdorf/H. (A).

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