Reinert Open: Laura Siegemund feiert nach schwerer Verletzung ihr Versmold-Comeback
In allen Lebenslagen das Positive sehen

Versmold (WB). Laura Siegemund hat 2015 bei den Reinert Open das Halbfinale erreicht. Es war ihr vorerst letzter Auftritt in Versmold. Danach nahm ihre Laufbahn an Fahrt auf. Die großen Turniere, Olympia und Fed-Cup-Spiele standen auf dem Terminplan.

Montag, 09.07.2018, 23:59 Uhr
»Von den Reinert Open können sich einige WTA-Turniere eine Scheibe abschneiden«, fühlt sich Laura Siegemund im Tennispark Versmold pudelwohl. Foto: Stephan Arend
»Von den Reinert Open können sich einige WTA-Turniere eine Scheibe abschneiden«, fühlt sich Laura Siegemund im Tennispark Versmold pudelwohl. Foto: Stephan Arend

Siegemund gewann das Mixed der US Open, den Einzeltitel beim großen WTA-Turnier in Stuttgart und stürmte in der Weltrangliste bis auf Platz 27. Und das alles als Wiedereinsteigerin. Denn die gebürtige Filderstädterin, die in der Jugend als Steffi-Graf-Nachfolgerin gehandelt wurde (aber den Durchbruch nicht schaffte), hatte mit dem Profi-Tennis eigentlich schon abgeschlossen und ein Psychologie-Studium absolviert. Auf dem Höhepunkt ihrer »zweiten« Karriere verletzte sich Siegemund im Mai 2017 beim Turnier in Nürnberg schwer, zog sich einen Riss des Kreuzbandes zu. Nun tritt sie auch wieder bei den kleineren ITF-Veranstaltungen wie in Versmold an – um Matchpraxis zu sammeln und Selbstvertrauen zu gewinnen.

 

Besondere Freundschaft: Die Reinert Open sind für Laura Siegemund auch deshalb ein besonderes Turnier, weil sie hier Freundschaft mit der Familie Bentfeld geschlossen hat, bei der sie früher während der Turnierwoche stets wohnte – nicht nur, um Geld zu sparen: »Das Zwischenmenschliche ist das wichtigste im Leben. Ich habe auf der ganzen Welt etwa 20 Housing-Familien. Mit einigen bin ich gut befreundet, nehme an ihrem Alltag teil, bin sogar schon mit den Kindern meiner Gasteltern in der Schule gewesen oder habe in der Familie Weihnachten gefeiert.«

Immer positiv sein: Laura Siegemund versucht, in allen Lebenslagen das Positive zu sehen. »So bitte meine Verletzung sportlich war: Ich habe

sofort daran gedacht, dass ich nun Zeit für meine Freunde und Familie habe. Mit einer Freundin mal ganz in Ruhe einen Kaffee zu trinken, das war eine schöne Vorstellung.« Während der monatelangen Reha hat Siegemund den Alltag genossen. Und gleichzeitig wuchs die Sehnsucht nach Tennis: »Nun habe ich wieder so richtig Bock auf das Tourleben, auf den sportlichen Vergleich und auf Siege.«

Ziele/Druck: Laura Siegemund spielt im Jahr etwas 25 Turniere. Nach ihrem Comeback darf sie in zwölf Monaten nur acht Mal mit ihrem geschützten Ranking bei großen Veranstaltungen antreten. Da macht es Sinn, sich nicht mit zu großen Zielen unter Druck zu setzen, auch das Auf und Ab zu akzeptieren: »Natürlich möchte wieder dahin zurück, wo ich war – und am liebsten Platz 27 verbessern. Doch zunächst einmal sind die Top 100 das Ziel, die bei den Grand-Slams einen Platz im Hauptfeld garantieren.«

Ansporn: Siegemund bezeichnet sich selbst als eine Rampensau. Sie will wieder Momente wie in ihrer Heimat beim WTA-Turnier in Stuttgart genießen, als 4500 Fans die Halle in ein Tollhaus verwandelten: »Was für eine Hammer-Stimmung. Die Leute kommen, um dich spielen zu sehen. Und dir gelingt es, sie wie eine Rockband mitzureißen. Das ist das Größte.«

Starke Gegner: Siege in Versmold sind keinesfalls selbstverständlich. Viele Gegnerinnen spielen gegen den großen Namen Siegemund ohne Druck befreit auf. »Und gegen mich deshalb manchmal sogar über ihre Verhältnisse«, ist Siegemund gewarnt.

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