Sa., 09.03.2019

Handball-Landesliga: Spvg. zeigt beim 24:20 gegen TV Werther Kämpferqualitäten Hesselteich im Rausch: 10:1-Lauf dreht Derby

Hart umkämpftes Altkreis-Duell: Die Wertheraner Nick Borgstedt und Fynn Huxohl versuchen Hesselteichs Jannik Fromme zu stoppen – am Ende bejubelt die Spvg. einen 24:20-Sieg.

Hart umkämpftes Altkreis-Duell: Die Wertheraner Nick Borgstedt und Fynn Huxohl versuchen Hesselteichs Jannik Fromme zu stoppen – am Ende bejubelt die Spvg. einen 24:20-Sieg. Foto: Nico Seifert

Von Sören Voss

Versmold/Halle (WB). »Hier geht auf jeden Fall noch was«, verkündete Hesselteichs Kassenwart Herbert Sieker in der Halbzeitpause mit inbrünstiger Überzeugung. 8:12 lag »seine« Spvg. zu diesem Zeitpunkt zurück und wer die erste Hälfte des Altkreis-Duells verfolgt hatte, der brauchte eine große Portion Phantasie, um eine solche Wende noch im Bereich des Machbaren anzusiedeln. Doch das Spvg.-Urgestein sollte recht behalten.

 »Vorne war das plötzlich eiskalt. Wir haben außerdem in der Deckung defensiver gestanden. Holgi war im Innenblock stark, obwohl er da vorher noch nie gespielt hat und Latu hat super gehalten«, lautete der Erklärungsansatz von Spvg.-Trainer Dennis Laumann mit dem Sonderlob für Keeper Bastian Latussek und Linkshänder Jannik Fromme.

 160 Zuschauer hatten zuvor wenige Anzeichen für einen Heimsieg gesehen. Werther startete griffig und setzte sich nach dem 2:2 dank starker Leistung von Abwehr und Torwart Phillip Süllwold, der beim Aufwärmen noch umgeknickt war, auf 9:5 ab (18.). Die offensive TVW-Deckung war für die statische Offensive der Hesselteicher pures Gift, zumal sie in der ersten Hälfte immer wieder in Unterzahl agieren mussten. Satte fünf Zeitstrafen waren eine Folge für das zunächst ebenfalls behäbige Verhalten der Spvg.-Abwehr, die die wendigen Wertheraner um Fynn Huxohl nicht fair zu stoppen wussten.

Die Gäste gingen verdient mit einem Vier-Tore-Vorsprung in die Halbzeit, doch Hesselteich ließ sich danach weniger herauslocken und warf – vielleicht noch viel wichtiger – jetzt die Emotionen in die Waagschale. Zwei schnelle Tore direkt nach Wiederanpfiff legten den Grundstein zur furiosen Aufholjagd. Jetzt waren es die Gäste, die mit den Pfiffen und Hinausstellungen der Schiedsrichter haderten, wobei die addiert 15 Zeitstrafen für das eigentlich faire Derby deutlich zu viele waren.

Während der TVW völlig den Faden verlor, spielte sich Hesselteich mit einem 10:1-Lauf in einen regelrechten Lauf. Jannik Fromme besorgte in der 43. Minute die erste Führung für die Spvg. zum 14:13, nach Philipp Henselewskis abgezocktem Treffer (bei der Rückkehr aufs Feld) zum 17:13 (47.) baute die Spvg. ihre Serie auf 10:1 aus und spielte den Vorsprung danach souverän runter.

Neben zwei Punkten im Abstiegskampf freute sich Hesselteich über die Sommer-Rückkehr von Janis von Ameln (Loxten II), Werthers Nils Uhlig war hingegen bedient: »Wir haben uns durch seltsame Schiedsrichterentscheidungen aus dem Tritt bringen lassen. Unser Problem bleibt: Wenn es eng wird, will jeder das Spiel entscheiden und wir werden viel zu hektisch.«

Hesselteich: Latussek, Ziepelmeyer; Stöwe (1), L. Hoffmann, Bettmann (2), Jo. Mittendorf (2), Mithöfer (3), Fromme (6/4), Ja. Mittendorf (3), Henselewski (2), von Ameln (2), Kattenbaum, Wagemann (2).

Werther: Süllwold, Rietz; Borgstedt (2), Reiss (2), Dingwerth (4), Schröder (3/2), C. Hoffmann (1), J. Hoffmann, Janson (1), Karklis, Topp (2), Huxohl (3), Griese (1).

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