Do., 16.05.2019

Handball-Oberliga: SF Loxtens Trainer Dirk Schmidtmeier freut sich über eine starke Rückserie Leistungsschub mit positiver Arroganz

Oberliga-Punkterekord und ein Sieg gegen seinen Stammverein ASV Hamm: Für Coach Dirk Schmidtmeier ist alles gut gelaufen.

Oberliga-Punkterekord und ein Sieg gegen seinen Stammverein ASV Hamm: Für Coach Dirk Schmidtmeier ist alles gut gelaufen. Foto: Sören Voss

Von Gunnar Feicht

Versmold-Loxten (WB). Der britische Staatsmann Winston Churchill traute nach eigenen Worten »keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe«. Mit Blick auf die Entwicklung von Handball-Oberligist SF Loxten lügen die Zahlen jedoch nicht: Nach 16:10 Punkten in der Hinserie haben die Frösche mit 21:5 in der Rückrunde einen deutlichen Leistungssprung realisiert. »Ich bin mit der Bilanz super zufrieden, die Mannschaft hat eine starke Saison gespielt – Gratulation«, bilanziert Trainer Dirk Schmidtmeier.

Bei Halbzeit (in der Oberliga lag der 13. Spieltag passend zur Weihnachtspause) rangierten die Loxtener noch auf einem Level mit Gladbeck (16:10), Soest und Mennighüffen (je 15:11). Die Abschlusstabelle weist für den Rangvierten ein deutliches Plus aus.

Zwei Topteams besiegt

Die Trefferausbeute gegenüber der ersten Saisonhälfte um 41 gesteigert, auswärts nur noch eins von sieben Spielen verloren sowie aus dem Spitzentrio Meister LIT und ASV Hamm II besiegt – für diese positiven Eckdaten seit dem Kreispokalsieg zu Jahresbeginn sieht Dirk Schmidtmeier zwei Hauptgründe: n »Nach der jahrelangen Arbeit der Mannschaft mit Thomas Lay, dem Abgang eines Routiniers wie Chrissi Kalms und dem Wechsel von Paul Blankert in die Zweite mussten wir uns in der neuen Konstellation erst mal finden. Da fehlte dann noch die Stabilität, um auswärts bei Mannschaften wie LIT und Hamm zu punkten.« n »Das Rückspiel in Harsewinkel nehme ich mal als Beispiel, wie man möglichst immer mit einer ›positiven Arroganz‹ auftreten sollte. Nach dem Motto: ›Wir sind gut, der Gegner soll sich nach uns richten.‹ Ohne dass man dabei überheblich auftritt. In dieser Hinsicht haben wir uns in der Rückrunde deutlich verbessert. Gegen LIT und Hamm kam die super Unterstützung der Zuschauer dazu, für die man sich echt bedanken muss.«

»Unangenehmer Gegner«

In der Endabrechnung rangiert SFL nur drei Punkte hinter Vizemeister Altenhagen-Heepen, der als Topfavorit gestartet war. Loxtens Coach nennt weitere Aspekte, die den Rückstand zur Spitze verkürzt haben: »Wir sind dank unserer starken Deckung ein sehr unangenehmer Gegner. Außerdem war der breite Kader ein Vorteil: Oft rätseln die Gegner, wie wir anfangen. Insgesamt sind wir auf jeden Fall näher an die Spitze rangerückt. Das Derby gegen Altenhagen war knapp, da hätte ich vielleicht eher wechseln sollen.«

Der Trainer sah sich – trotz seiner Zweitliga-Erfahrung als Spieler – noch in der Rolle des Lernenden: »Ich bin mit großen Respekt an die Aufgabe herangegangen. Aber die Trainingsbeteiligung war sehr gut, alle ziehen fantastisch mit.« Der Austausch in vielen Gesprächen mit Spielern und Vorstand habe ihm den Einstand erleichtert, sagt Schmidtmeier, der zuvor »nur« in der Männer-Landesliga und der Jugend-Oberliga gearbeitet hatte.

Noch Luft nach oben

Bei den Zugängen des vergangenen Jahres erkennt der Trainer noch Steigerungspotential. Mittelmann Simon Schulz, der auf Schmidtmeiers früherer Position spielt, bescheinigt der Coach große Spielintelligenz und Fortschritte im Saisonverlauf: »Er musste sich erst darauf einstellen, dass er nicht mehr die in Steinhagen gewohnte Führungsrolle spielt. Auch körperlich muss er noch zulegen.« Linksaußen Jasper Steinlechner saß wegen des großen Kaders mehrfach draußen: »Er hat sich immer wieder rangekämpft und muss jetzt konzentriert weiterarbeiten, dann wird er weitere Chancen erhalten.« Bei Rückraumschütze Jan Schröder, dessen Leistungen nach langer Zwangspause schwankten, sieht Schmidtmeier »sehr viel Potential« und ist zuversichtlich, dass die Kurve weiter nach oben zeigt: »Er kann noch mehr – mit seiner aggressiven Spielweise in der Abwehr, aber auch mit seiner Wucht im Angriff. Jan hat den Schalk im Nacken, muss sich noch mehr auf das Wesentliche konzentrieren.«

Perspektive »Top Drei« – keine Rede vom Aufstieg

»Wir wären keine Sportler, wenn wir uns nicht weiter verbessern wollten.« Dirk Schmidtmeier nimmt mit seiner Mannschaft in der kommenden Saison das Leistungsniveau der Top Drei ins Visier. Vom Ziel Aufstieg könne aber keine Rede sein. »Man muss erst mal abwarten, was sich bei den anderen Teams personell so tut. Außerdem hat man am Beispiel Altenhagen-Heepen ja gesehen, wie schwierig so eine Ansage umzusetzen ist«, bleibt Schmidtmeier vorsichtig. Er gibt zu bedenken, dass Sebastian Hölmer nicht mehr dabei ist: »So eine Führungspersönlichkeit muss man erst mal ersetzen.« Die Zusammensetzung der Klasse ist noch nicht endgültig klar: LIT Tribe Germania kann sich am 18. Mai mit einem Heimsieg (deutlicher als das Hinspiel-24:25) gegen Aurich in die 3. Liga verabschieden, dann würde TuRa Bergkamen nachrücken. Als Verbandsliga-Meister kommen CVJM Rödinghausen und HSC Haltern-Sythen dazu.

 

 

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