Fußball: Erfolgsgeheimnis und Steckbrief des SC Peckeloh
Die beste SCP-Saison aller Zeiten

Versmold-Peckeloh (WB). Für die erfolgreichste Landesliga-Saison der Vereinsgeschichte sind die Fußballer des SC Peckeloh als Rangzweiter nachträglich mit dem Aufstieg in die Westfalenliga belohnt worden. Diese Spielklasse ist auch für Markus Kleine-Tebbe Neuland. Der Trainer nennt die Gründe für den Triumph, spricht über die Schwierigkeiten, die kommende Spielzeit zu planen und über die große Herausforderung, als Neuling zu bestehen.

Donnerstag, 25.06.2020, 23:42 Uhr aktualisiert: 25.06.2020, 23:50 Uhr
Diese Mannschaft hat mit dem Aufstieg in die Westfalenliga den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte des SC Peckeloh perfekt gemacht. Foto: Nico Seifert
Diese Mannschaft hat mit dem Aufstieg in die Westfalenliga den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte des SC Peckeloh perfekt gemacht. Foto: Nico Seifert

Drei Gründe für den Aufstieg: „Der Trainer, der Trainer und das Trainerteam mit Jan Fahrenwald, Jörg Keller und Sebastian Selchert (lacht). Das war natürlich Spaß, die wahren Gründe sind –

1. der Teamspirit: Das fängt bei unseren Betreuern Jockel und Flicken an, die alles für die Mannschaft tun und mit viel Herzblut dafür sorgen, dass sich jeder Spieler wohlfühlt. Der Mannschaftsrat hat einen klasse Job gemacht und Alban Shabani war auf und neben dem Platz ein vorbildlicher Kapitän, den sich jede Mannschaft wünscht. Bei uns haben einige, mich eingeschlossen, keinen einfachen Charakter. Doch es hat nicht der Einzelne, sondern das Team und der Erfolg gezählt. Wir haben immer einen Konsens gefunden.

2. die Auswahl der Neuzugänge: Hier muss ich Jan Fahrenwald und dem Verein ein dickes Lob aussprechen. Wir haben gut ausgebildete, qualitativ hochwertige Spieler dazubekommen, die zumeist auch noch einen Bezug zu Versmold haben.

3. Akribie, Fleiß waren die Voraussetzung für gute Ergebnisse. Die haben wiederum für Selbstvertrauen gesorgt, so dass wir in einen Lauf gekommen sind.“

Planung der nächsten Saison: „Die aktuellen Trainingspläne habe ich nach dem Lockdown für den Kreis Gütersloh zerrissen. Generell ist es schwierig, eine Vorbereitung zu planen, die es so noch nie gegeben hat. Bisher haben wir etwa sechs Wochen trainiert und man wusste genau, in welcher Phase schwächere und stärkere Testspiel-Gegner Sinn machen. Wir haben unser erstes Testspiel erst einmal für den 25. Juli abgemacht. Aber niemand weiß heute, ob der Termin eingehalten werden kann. Auf jeden Fall ist es unmöglich, sich zwölf bis 15 Wochen vorzubereiten und so lange die Spannung hochzuhalten.“

Abenteuer Westfalenliga: „Auf der einen Seite sind wir zu 100 Prozent von unserem Kader überzeugt. Die Spieler, die den Aufstieg geschafft haben, haben es auch verdient, in der Westfalenliga anzutreten. Auf der anderen Seite wissen wir, dass starke Gegner und heiße Duelle auf uns warten. Im Vergleich zu Mannschaften wie Espelkamp, aber auch Emsdetten oder Delbrück spielen wir vom Niveau her nun 1,5 Ligen höher.“

Steckbrief des Aufsteigers

Alexander und Cornelius Bulanov sowie Florian Pixa stellen die Peckeloher Aufstiegshelden vor.

Tom Weber: Wurde als Peckeloher Urgestein bis zur C-Jugend als Feldspieler ausgebildet und avancierte erst auf zweitem Bildungsweg zu einem der besten Torhüter der Landesliga.

Chris Timke: Schaffte es wohl auch wegen seiner weiten Anreise aus Dortmund in seiner Zeit beim SCP nur noch selten zum Friseur. Mutiert zumeist im „5 gegen 5“ mit Wahnsinnsparaden zu seinem großen Vorbild Roman Weidenfeller.

Roman Benzel: „Rambo“ vergleicht sich gerne mit Bruce Lee und hat auch mit mittlerweile 30 Jahren noch die schönste Frisur in ganz Peckeloh.

Gilles Berger: Leider viel beruflich verhindert, half aber wenn er da war mit unfassbarer Qualität. Verkörpert den perfekten Mix aus harten Tacklings und feiner Klinge.

Alexander Bulanov: Der Kabinen-DJ ließ als Wortführer im Kreis vor den Spielen in seinen feurigen Ansprachen gerne mal die F-Bombe platzen.

Philipp Dieckmann: Der Peckeloher Junge fand nach langer Abstinenz endlich den Weg zurück ins Wöstenstadion. Das einzige was noch schwieriger ist als einen Zweikampf gegen „Dicki“ zu gewinnen, ist es, ihn von der Tanzfläche des Alandos zu bewegen.

Kevin Lenz: Der einzige Hertha- Fan, den man kennt, schlägt sich immer wieder mit kleineren Blessuren herum. Ist er fit, ist er eine Bank auf der Außenverteidigerposition.

Florian Pixa: Ein weiteres Peckeloher Urgestein – sowohl an der Theke als auch auf dem Platz eine absolute Maschine. „MKT“ träumt regelmäßig von seinem Oberkörper.

Gerrit Weinreich: Hat sich nach langer Verletzungsodyssee zurück ins Team gekämpft. Kann als extrem zuverlässiger Außenverteidiger beide Seiten beackern und hat es auf genauso viele Saisontore gebracht wie sein Lieblingsspieler Guido Burgstaller.

Moritz Wieland: Oft der Turm in der Schlacht. „Mo“ ist aus der verbotenen Stadt nach Peckeloh gewechselt und ist trotzdem auf Anhieb extrem gut angekommen.

Baris Colak: Der Peckeloher Autokönig ist in ganz Ostwestfalen wegen seiner gefährlichen Grätschen gefürchtet. Hat den Körper eines Türstehers, aber das Lächeln eines Engels.

Tobias Fiß: Streitet sich mit „Rama“ noch darum, wer die beste Schusstechnik in Peckeloh hat, ist zumeist in den Shisha-Bars der Umgebung anzutreffen.

Premtim Gashi: Der Winterneuzugang und Fashion Killer hat sich direkt auf der Versmolder Kirmes super integriert und schoss zudem das letzte Tor der Saison.

Kevin Ikeakhe: Marschiert, wenn er Fahrt aufgenommen hat, wie ein unaufhaltsamer Panzer durch die Defensive der Gegner. Dribbelt dabei am liebsten von der einen zur anderen Grundlinie.

Erik Mannek: Sucht meistens seinen Bruder, doch findet ihn eher selten. Vergisst mit seinen Lupferpässchen manchmal, dass er Shabani und Mannek, nicht Neymar und Mbappe bedient.

Andi Mehmeti: „Turbo“ ist raketenmäßig aus der eigenen A-Jugend nach starker Vorbereitung am ersten Spieltag direkt in die Startelf durchgestartet und verfolgt seitdem den ein oder anderen Kaunitzer noch bis heute in seinen schlimmsten Albträumen.

Daniel Schnadwinkel: Der Alterspräsident des Kaders trägt immer noch das strahlend charmante Lächeln eines 20-jährigen. Der Hallengott hat sich dieses Jahr endlich mal wieder Zeit für die gesamte Freiluftsaison genommen.

Jonas Weißen: „Weizen“ deutet Räume in Thomas-Müller-Manier, ganz egal ob auf dem Weg zum Tor oder zur Flasche Korn im Supermarkt. Seine Tiefenläufe sind nicht zu verteidigen.

Ramazan Yildiz: In der U15 war „Rama“ noch einer der gefürchtetsten Angreifer ganz Westfalens, mittlerweile unter MKT zum Linksverteidiger avanciert. Hat das Hinterteil einer Kardashian.

Cornelius Bulanov: Ist der festen Überzeugung, dass sein Tor gegen Maaslingen das entscheidende zum Aufstieg war. Fragt sich bis heute als Abteilungsleiter Bank, wie sich wohl eine Halbzeitansprache von MKT anhört.

Tim Mannek: War im Training stets stolzer Anführer von Team Jung und spielt mit 23 schon abgezockt wie ein Altinternationaler. Will Gerüchten zufolge wieder voll angreifen und spricht schon selber vom neuen Tim Mannek.

Sercan Özdil: Slalomdribbler mit Astralkörper, der Fitnesstrainer hat keinen Gramm Fett am Körper und ist als wuchtiger Vorzeigeathlet kaum zu stoppen.

Robin Sander: Hat sich nach ewig langer Verletzungspause und unzähligen Rückschlägen zurück ins Teamtraining gekämpft. „Snake“ wird für seinen knallharten Einsatz im Training respektiert, das ganze Team sehnt endlich sein Pflichtspiel-Comeback herbei.

Alban Shabani: Torschützenkönig und absoluter Leader auf und abseits des Platzes. Hat als Kapitän die Mannschaft zum größten Erfolg der Vereins-Geschichte geführt und ist dadurch nun offiziell bester Peckeloher Stürmer aller Zeiten – noch vor Matze Gök!

Baris Orhan: Der Bielefelder Edeltechniker verließ uns leider im Winter.

Luca Felsmann: Mit ihm zog es die dicksten Waden des Kaders im Winter in die Nachbarschaft nach Oesterweg.

Markus Kleine-Tebbe: Der akribische A-Lizenzinhaber verblüfft die Truppe oft mit modernster Trainingsmethodik, entwickelt sich an der Linie so langsam vom wütenden Rumpelstilzchen zum ruhenden Pol des Trainerteams.

Jan Fahrenwald: Sportlicher Leiter, Co-Trainer, Vorstandsmitglied, kurz gesagt das Gesicht des SC Peckeloh. „Tannes“ unermüdlicher Einsatz für den Verein ermöglichten nicht zuletzt die Mastersteilnahme sowie den Aufstieg. Sein schelmisches Grinsen ist bei den Jungs berühmt-berüchtigt.

Sebastian Selchert: Fitness- Guru „Bubi“ hat gerade in der Sommervorbereitung dabei geholfen, den Grundstein für die erfolgreiche Saison zu legen und wie durch Zauberei aus dem chronischen Lazarett Peckelohs unverwundbare Maschinen geformt.

Torsten Herrmann, Jörg Banik „Flicken“ und „Jockel“ sind die gute Seele des ganzen Vereins. Wir sind den beiden zu unendlichem Dank verpflichtet. Seit Jahren leistet das beste Betreuerteam der Landesliga unermüdliche Arbeit und sorgt dafür, dass die Abläufe rund um den Trainings- und Spielbetrieb in Peckeloh Zustände erreicht hat, die es sonst wohl so nur im Profifußball gibt. Dicker Kuss an die beiden: Ihr seid die Besten!

Außerdem gilt unser ausdrücklicher Dank noch Sylke und Luna Herrmann, Volker Bergmann, Jörg Keller, Andy Schröder, Stephan Potthoff-Wenner, Thorsten Gronau, Markus Jakobi sowie Eugen Mennecke und allen Helfern rund um die Bewirtung der Heimspiele bis hin zur Besetzung des Kassenhäuschens.

Ramazan Yildiz geht, Dennis Lobitz kommt

Ramazan Yildiz verlässt den künftigen Fußball-Westfalenligisten SC Peckeloh in Richtung Türkgücü Gütersloh. Dafür hat der SCP Dennis Lobitz vom Westfalenligisten VfB Fichte verpflichtet. Der 28-jährige Außenstürmer kommt in der abgebrochenen Saison auf zehn Einsätze. Für Schlagzeilen sorgte Lobitz, der zudem für die Black Panthers Bielefeld Futsal spielt, in der Saison 2017/18. Damals erzielte er für Bezirksligist SCB in 30 Saisonspielen 36 Tore.

 

 

 

 

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